Hospiz- und Palliativgesetz Meldung

Ohne Schmerzen in vertrauter Umge­bung sterben – das wünschen sich die meisten Deutschen. Noch stirbt fast jeder zweite ältere Mensch in einer Klinik, so eine Studie der Bertels­mann-Stiftung. Das neue Hospiz- und Palliativgesetz soll seit November 2015 mehr Menschen ein Sterben nach eigenen Wünschen und in Würde ermöglichen. Es sieht wichtige Verbesserungen vor.

Ein Rechts­anspruch auf Beratung

Neu ist ein Rechts­anspruch auf umfassende Beratung zur Hospiz- und Palliativ­versorgung. Die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen müssen Patienten und ihre Angehörigen dazu aufklären. Sterbe­begleitung wird gleich­zeitig Teil des Versorgungs­auftrags der gesetzlichen Kassen zum Produktfinder Krankenkassen. Dazu gehört einer­seits eine palliativmedizi­nische Versorgung, die in der letzten Lebens­phase Schmerzen lindert und den Krank­heits­fort­schritt verlang­samen soll. Ander­seits stärkt das Gesetz Hospizhäuser und ambulante Hospiz­dienste, die sterbenden Patienten und ihre Angehörigen begleiten und ihnen in schweren Zeiten zur Seite stehen.

Bessere Vernetzung der Helfe­rinnen und Helfer

Bisher ist die Situation in der Palliativ- und Hospiz­versorgung in Deutsch­land regional unterschiedlich ausgeprägt. Vor allem in ländlichen und struktur­schwachen Regionen fehlt sie oft ganz. Verschiedene Berufs­gruppen wie etwa Ärzte, spezialisierte Pflege­dienste und ehren­amtliche Helfer sollen durch das Gesetz enger vernetzt werden und besser zusammen­arbeiten können.

So werden Beteiligte gefördert

  • Hospize. Hospizhäuser waren bisher meist unter­finanziert und stark auf Spenden angewiesen. Die Häuser sollen besser gestellt und unabhängiger von Zuwendungen werden. So bekommt ein Hospiz künftig pro Patient 255 Euro (bisher 198 Euro) am Tag von der Pflegekasse.
  • Hospiz- und Palliativ­dienste. Ambulante Hospiz­dienste, die zum Sterbenden nach Hause kommen, erhalten neben Personal- nun auch Sach­kosten erstattet wie die Fahrt­kosten ehren­amtlicher Mitarbeiter. Die häusliche Kranken­pflege in Ster­besituationen soll nun auch länger als vier Wochen möglich sein.
  • Krankenhäuser. Kliniken ohne eigene Palliativ­station können Hospiz- und Palliativ­dienste zur Sterbe­begleitung beauftragen.
  • Pfle­geheime. Koope­rationen der Pfle­geheime mit Haus- und Fach­ärzten sind nicht mehr nur freiwil­lig. Sie sollen jetzt auch vertraglich geschlossen werden. Ärzte erhalten dafür eine zusätzliche Vergütung.

Kassen müssen besser informieren

Eine große Schwierig­keit bisher: Betroffene Patienten und ihre Angehörigen konnten nur schwer erkennen, welche Einrichtungen Leistungen zur Sterbe­begleitung in Wohn­ortnähe anbieten. Durch das Hospiz- und Palliativgesetz haben Versicherte nun einen Anspruch auf individuelle Beratung durch ihre Krankenkasse. Das umfasst auch die Kontakt­aufnahme mit der Einrichtung oder dem Dienst. Häufig werden das auch Pflegeberatungs­stellen im Auftrag der Kassen über­nehmen. Informationen rund um das Thema Sterbe­begleitung finden Sie im Palliativ-Portal. Die Internetseite gibt Antworten auf Fragen wie „Wo finde ich ein Hospiz in meiner Umge­bung?“ oder „Welche Begleit­angebote gibt es für Angehörige?“

Tipp: Sie können selbst für den Fall vorsorgen, dass sie krank­heits­bedingt nicht mehr selbst für sich bestimmen können. Eine Hilfe­stellung bietet unser Vorsorge-Set. Es beant­wortet Ihre Fragen einfach und praxis­nah und führt Sie Schritt für Schritt durch die Formulare der Patienten­verfügung, der Vorsorgevoll­macht und der Betreuungs­verfügung.

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