Ambulanter Hospiz­dienst: Der Dienst für die Seele

Das Angebot. Ein ambulanter Hospiz­dienst besteht oft aus einem haupt­amtlichen und vielen geschulten ehren­amtlichen Mitarbeitern. Der Kern des Angebots: Eine feste ehren­amtliche Bezugs­person besucht regel­mäßig einen Schwerkranken und seine Angehörigen. Die Ehren­amtlichen stehen bereit für Gespräche über die Krankheit, Ängste und unerledigte Probleme und leisten bei Bedarf spirituellen Beistand. Die Mitarbeiter des ambulanten Dienstes entlasten oft auch das Umfeld des Kranken, indem sie etwa erschöpften Angehörigen Freiräume verschaffen oder Kinder schwerkranker Eltern betreuen. Die Mitarbeiter kommen nach­hause, in Pfle­geheime, stationäre Hospize und Krankenhäuser.

Die Patienten. Alle Menschen, bei denen eine schwere oder unheil­bare Krankheit diagnostiziert wurde. Die Krankheit muss noch nicht weit fort­geschritten sein. Auch die Angehörigen können Ehren­amtliche für sich bean­spruchen. Einige Dienste sind spezialisiert – auf Kinder, Jugend­liche, Behinderte oder Migranten.

Der Kontakt. Die Schwerkranken, ihre Angehörigen oder Betreuungs­personen können sich bei einem Dienst melden – per Telefon, E-Mail, Brief oder persönlich. Vielfach kommt ein haupt­amtlicher Mitarbeiter zu Besuch und klärt ab, welche Hilfe nötig ist und schlägt eine Bezugs­person vor. Oft kann die Begleitung und Unterstüt­zung schon nach wenigen Tagen beginnen. Die Chancen auf Hilfe stehen gut: Bundes­weit gibt es etwa 1 500 ambulante Hospiz­dienste mit rund 80 000 Ehren­amtlichen (siehe Adressen, S. 86).

Die Grenzen. Ambulante Hospiz­dienste über­nehmen keine medizi­nische Betreuung, Pflege- und Haus­arbeit. Die Ehren­amtlichen sind außerdem nicht ständig anwesend oder rufbereit.

Die Koope­rationen. Die haupt­amtlichen Mitarbeiter der ambulanten Hospiz­dienste beraten Patienten und Angehörige über weitere Hilfs­angebote in der Region und koor­dinieren sie auch. So erhalten Patienten zum Beispiel Unterstüt­zung, um die spezialisierte ambulante Palliativ­versorgung (SAPV) in Anspruch zu nehmen.

Die Kosten. Es kostet die Patienten und ihre Angehörigen nichts, den Dienst zu nutzen. Er finanziert sich über­wiegend aus Spenden, teils aus Fördermitteln. Die Krankenkassen fördern die haupt­amtlichen Kräfte einiger ambulanter Hospiz­dienste.

Die Qualitäts­kriterien. Der Dienst sollte nach trans­parenten Qualitäts­kriterien arbeiten, etwa nach denen des Deutschen Hospiz- und Palliativ­verbandes und seiner Landes­verbände.

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