Hormon(ersatz)therapie: Boom und Bremse

In den 90er Jahren galt es fast schon als unterlassene Hilfeleistung, Frauen keine Hormone zu verschreiben. Es gab einen Verordnungsboom. „Das müssen Sie nehmen“, „denken Sie an den Witwenbuckel“, lauteten die Argumente. Ärzte nutzten die lindernde Wirkung der Hormone auch in anderer Absicht: Man ging davon aus, Erkrankungen wie koronare Herzkrankheiten und altersbedingte Hirnleistungsstörungen verhindern oder hinauszögern zu können. Günstige Wirkungen erhoffte man sich bei Depressionen, Schlafstörungen, Harninkontinenz, Hautalterung, Abnahme der Libido. Heute sprechen Mediziner lieber von der Hormonthera­pie in der Postmenopause, streichen den Begriff „Ersatz“, weil es keine zwingende Therapie ist und die Hormongabe Risiken birgt.

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