Honorarberatung

Bankberatung ohne Provision: Testlauf bei Comdirect und Cortal Consors

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Die Quirin Bank bietet schon seit 2006 Honorarberatung an und war damit ein Exot unter den Banken. Es gibt sogar neuerdings ein Angebot für Nichtkunden. Sie können für 150 Euro pro Stunde einen persönlichen Finanzcheck vornehmen lassen. Jetzt machen auch zwei Direktbanken Versuche.

Comdirect. Die Bank mit rund 1,4 Millionen Kunden testet zurzeit mit 200 Anlegern, ob ein Preismodell in der Wertpapierberatung sinnvoll ist. Die Entscheidung, ob nach Beratungsdauer oder Gewinnzuwachs abgerechnet werden soll, fällt Anfang 2010.

Cortal Consors. Rund 4 000 Kunden hat Cortal Consors angeboten, zwei Honorarberatungsmodelle zu testen. Beim ersten Modell zahlen Kunden für ein Depotvolumen ab 25 000 Euro 1 Prozent plus Mehrwertsteuer an ­Gebühr für die telefonische Anlageberatung.
Alle Ausgabeaufschläge für Fonds entfallen. Zertifikate bekommt der Kunde zum Einkaufspreis. Vergütungen wie Vertriebs- und Bestandsprovisionen ­sowie alle Kickbacks werden ihm zum Jahresende rückerstattet. Kickbacks sind Rückvergütungen, die Banken von Anbietern erhalten, wenn sie deren Papiere vermitteln.
Ein zweites Modell für Anleger mit einem Depotwert bis zu 25 000 Euro kostet 98 Euro im Monat. Dafür gibt es eine telefonische Finanzberatung inklusive Nachfragemöglichkeit. Nach der Beratung können Wertpapiere für einen verbilligten Ausgabeaufschlag von 1 Prozent gekauft werden. Alle anderen Gebühren bleiben. Zahlen müssen Kunden nur, wenn sie die Beratung nutzen.

Quirin Bank. Die Bank in Berlin hat 2006 die provisionsunabhängige Beratung eingeführt. Für einen Pauschalpreis von 75 Euro im Monat bekommen Kunden eine detaillierte Finanzanalyse. Fließen Provisionen an die Bank, bekommt der Kunde sie zurückvergütet. Wöchentlich gibt es Empfehlungen für das Depot. Depotgebühren und Transaktionskosten für Wertpapierkäufe fallen nicht an.

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Erik967 am 06.10.2014 um 13:24 Uhr
Ohne Provision

Ich bin einer von vielen geschädigten Bankkunden.Ich bin zur Deutschen Honorarberatung gewechselt. Die provisionsfreie Beratung hat mich überzeugt.

Profilbild Stiftung_Warentest am 03.07.2014 um 10:50 Uhr
Ab wann kann ein Berater ein Honorar verlangen?

@sunniest007
Verträge können nicht nur in schriftlicher Form abgefasst werden; auch eine mündliche Vereinbarung kann einem Vertrag gleichkommen. Für ein 2,5 stündiges Gespräch zur Altersvorsorge nebst schriftlichem Vorschlag wird im Gegenzug immer ein Honorar fällig, unabhängig davon, ob das Ergebnis dem Kunden zusagt oder nicht. Lediglich die Höhe des Honorars kann umstritten sein. (dda)

sunniest007 am 02.07.2014 um 17:02 Uhr
Ab wann kann ein Berater ein Honorar verlangen?

to whom it may concern,
ich frage mich gerade, ob ein Finanzberater ein Honorar verlangen kann, auch wenn keine Honorarvereinbarung mit ihm abgeschlossen wurde, nichts Vertragliches vorliegt, er allerdings in zwei Gesprächen über insgesamt etwa 2,5 Stunden einen Vorschlag gemacht hat, wie man für sein Alter vorsorgen kann und dies auch via Mail als pdf zugesandt hat. Wenn man das Angebot aber dann als nicht interessant empfunden hat und insofern nicht weiter darauf eingegangen ist, fällt dann trotzdem ein Honorar an?
Bernd Meyer