Der Bundes­tag hat erst­mals ein Gesetz zur Honorarberatung verabschiedet. Danach dürfen sich Finanzberater „Honorarberater“ nennen, wenn sie sich die Vermitt­lung von Wert­papieren wie Zertifikaten, offenen oder geschlossenen Fonds ausschließ­lich durch ein Honorar vom Kunden bezahlen lassen. Provisionen von Anbietern der Geld­anlagen dürfen sie nicht annehmen.

Verbraucherschützer kritisieren das Gesetz, weil es Bauspar­verträge, Versicherungen, Kredite und Spar­produkte vom Provisions­verbot ausschließt. „Eine Beratung für ein Honorar hat aber nur Sinn, wenn der Berater aus dem gesamten Spektrum der Finanz­produkte individuelle Lösungen für den Kunden entwickeln kann“, erklärt Dorothea Mohn vom Bundes­verband der Verbraucherzentralen. Nur so könne die Honorarberatung eine echte Alternative zum Provisions­modell werden.

Bisher werden Kunden in Deutsch­land über­wiegend von Banken und Vertrieben beraten, die für die Vermitt­lung der Geld­anlagen Provisionen von den Anbietern kassieren. Empfehlungen orientieren sich häufiger an der Höhe der Provision als am Bedarf des Kunden.

Im Juni soll das neue Gesetz im Bundes­rat diskutiert werden. Grüne und Sozialdemokraten hoffen, dass es im Vermitt­lungs­ausschuss noch verbessert wird.

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