So haben wir getestet

Im Test: 36 Honige, darunter 9 Misch­blütenhonige und 27 Sortenhonige (8 Wald-, 7 Akazien, je 4 Wild­blüten-, Raps- und Lindenhonige). Unter ihnen sind neun mit Bio-Logo und drei mit Siegel des Deutschen Imkerbunds. Wir kauf­ten die Produkte im Juli und August 2018 ein. Die Preise ermittelten wir durch Anbieterbefragung im Dezember 2018.

Sensorisches Urteil: 30 %

In mehreren voneinander unabhängig durch­geführten Verkostungen beschrieben sechs Honig­experten die sensorischen Eindrücke für jedes Produkt. Die Prüfungen wurden nach den allgemeinen Grund­lagen der Sensorik, DIN 10950 des Fach­ausschusses Lebens­mittel und land­wirt­schaftliche Produkte im Deutschen Normen­ausschuss sowie in Anlehnung an die Qualitäts­kriterien für Honig des Deutschen Imker­bundes durch­geführt.

Fünf Honig­experten testeten gemein­sam in Anlehnung an Methode L 00.90–22 der ASU im Rahmen eines quantitativ beschreibenden Profils (Anhang F) Farbe, Klarheit, Sauber­keit, Konsistenz, Geruch und Geschmack jedes Honigs. Daraus wurde jeweils ein sensorisches Konsens­profil (Anhang A) erarbeitet. Bei Honigen mit Sortenbezeichnung wurde darüber hinaus auch geprüft, ob der für die jeweilige Sorte typische Sorten­charakter sensorisch wahr­nehm­bar ist. Hinweise auf die geografische Herkunft der Produkte wurden, falls möglich, ebenfalls notiert.

Die anonymisierten Proben wurden bei Raum­temperatur, gruppiert nach Sorten, verkostet. Die Auswertung erfolgte mithilfe statistischer Methoden. Auffälliger Honig wurde mehr­fach geprüft. In die Beur­teilung flossen die Ergeb­nisse aller Unter­suchungen ein.

Pollenspektrum und mikroskopische Auffälligkeiten: 15 %

Die Prüfung erfolgte in Anlehnung an Methode DIN 10760. Bei allen Honigen wurden jeweils mindestens zweimal 500 Pollen unter dem Mikroskop ausgezählt und bota­nisch den Pflanzen zuge­ordnet, von denen die Bienen Nektar gesammelt haben. Außerdem ordneten die Pollen­analytiker diese Pflanzen geografisch zu. Darüber hinaus wurden Honigtau­bestand­teile, Hefen, Stärke und sons­tige Bestand­teile mikroskopisch erfasst und mengen­mäßig abge­schätzt.

Grund­merkmale: 15 %

Wir bestimmten bei jedem Honig die chemisch-physika­lischen Merkmale, um Qualität und Authentizität zu beur­teilen. Folgende Para­meter wurden untersucht und honigspezi­fisch – mitunter auch in Kombination miteinander – ausgewertet:

  • Zuckerspektrum – Bestimmung in Anlehnung an DIN 10758
  • Wasser – Bestimmung in Anlehnung an DIN 10752
  • Wasser­unlösliche Stoffe – Bestimmung in Anlehnung an DIN 10743
  • Elektrische Leit­fähig­keit in Anlehnung an DIN 10753
  • Freie Säuren – Bestimmung in Anlehnung an DIN 10756
  • Hydroxy­methylfurfural – Bestimmung in Anlehnung an DIN 10751 Teil 3
  • Diastasezahl – Bestimmung in Anlehnung an DIN 10750
  • Inver­tase­aktivität – Bestimmung in Anlehnung an DIN 10759–1
  • Prolin – Bestimmung in Anlehnung an DIN 10754
  • Farbe – Bestimmung durch UV-photome­trische Messung in Anlehnung an Methode nach HANNA
  • Glyzerin – Bestimmung in Anlehnung an DIN 10763
  • Ethanol – Bestimmung in Anlehnung an DIN 10762
  • Zucker­zusatz – Prüfung der delta-13C-Werte von Protein, Honig und den aufgetrennten Zuckern per EA/LC-IRMS sowie per NMR-Scree­ning
  • Honigfremde Oligosaccharide – Prüfung per LC-ELSD
  • Honigfremde alpha-Amylasen – photome­trische Prüfung
  • Beta-Fructofuranosidase – flüssig­keit­schromatogra­fische Prüfung
  • Gentech­nisch veränderte Organismen (GVO) – in Anlehnung an Methode L 00.00–122 der ASU, bei positivem Befund event­spezi­fischer Nach­weis zur Identifizierung der gentech­nisch veränderten Spezies

Kritische Stoffe: 20 %

Wir prüften auf sehr unterschiedliche Substanz­gruppen und bewerteten sie auf Basis gesetzlicher Höchst­gehalte, auf Grund­lage toxikologischer Empfehlungen, aber auch nach den Kriterien einer guten imkerlichen Praxis. Geprüft wurde auf:

  • Pflanzen­schutz­mittel – Prüfung per QuEChERS-LC-MS/MS und per DGF S19 GC-MS, -ECD, -FPD
  • Glyphosat, AMPA und Glufosinat – Prüfung mittels LC-MS/MS
  • Bee Repellents – Prüfung per GC-MS
  • Tier­arznei­mittel – Prüfung mittels LC-MS/MS
  • Blei, Queck­silber, Eisen und Zink – Prüfung per ICP-MS/MS
  • Pyrrolizidinalkaloide und deren N-Oxide – Prüfung in Anlehnung an BfR-Methode mittels LC-MS/MS

Verpackung: 5 %

Drei Experten prüften Öffnen, Entnehmen sowie Verschließen der Verpackungen. Auch Originalitäts­sicherung, Materialkenn­zeichnung, Recycling­hinweise wurden begut­achtet und bewertet sowie das Dichtungs­material der Deckel auf halogenhaltige Bestand­teile im Labor analysiert.

Deklaration: 15 %

Wir prüften, ob die Verpackungs­angaben wie im Lebens­mittel­recht vorgeschrieben korrekt und voll­ständig sind. Wir bewerteten Nähr­wert­angaben, Werbeaussagen, Lagerungs- und Verwendungs­hinweise. Drei Experten beur­teilten deren Leserlich­keit und Über­sicht­lich­keit.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern*) gekenn­zeichnet. Folgende haben wir einge­setzt: Bei mangelhafter Note im sensorischen Urteil, im Urteil Pollenspektrum und mikroskopische Auffälligkeiten oder Grund­merkmale konnte das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein. Maximal eine halbe Note besser konnte es sein, wenn das sensorische Urteil, die Grund­merkmale, das Urteil für kritische Stoffe ausreichend oder die Deklaration mangelhaft lautete. Das Gesamt­urteil werteten wir um eine halbe Note ab, wenn die Deklaration ausreichend war.

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