Honig im Test Test

Ein Honigbrötchen zum Frühstück versüßt vielen den Start in den Tag. Beim Honig-Test der Stiftung Warentest erwies sich aber nicht jeder der 36 getesteten Honige als hoch­wertig – das zeigte sich bei der Verkostung und unter dem Mikroskop. Neben Discounter-Ware von Aldi und Lidl haben wir auch Markenhonig von Lang­nese, Bihophar, Breit­samer und Dreyer untersucht – von Akazienhonig über Raps­honig bis Wald­honig und Wild­blütenhonig. Die Test-Urteile reichen von gut bis mangelhaft.

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TestHonig im Test30.01.2019
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Welcher Honig ist der Beste?

Honig gilt als eines der letzten Natur­produkte. Bienen erzeugen das süße Gold, indem sie Blütennektar und Honigtau von Pflanzen und Bäumen einsammeln, mit körper­eigenen Enzymen anreichern, in Waben einlagern und Wasser entziehen. Ist der Honig reif, verschließen die Bienen die Waben mit Wachs – der Imker weiß dann, dass er ernten kann. Pro Jahr vernascht bei uns jeder Bürger im Schnitt rund 1,1 Kilogramm – welt­weit ein Spitzen­wert. Doch die Qualität des süßen Goldes stimmt oft nicht: In zahlreichen Produkten stießen die Experten der Stiftung Warentest auf unerlaubte Wärmeschäden, kritische Stoffe – oder auf für die angegebene Honigsorte zu wenige Pollen sowie untypischen Geschmack. Was erlaubt und typisch ist, regeln die Honig­ver­ordnung sowie die Leitsätze für Honig des Deutschen Lebens­mittel­buchs.

Das bietet der Honig-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für 36 Honige. Insgesamt 6 Honigsorten haben wir getestet – 9 Misch­blütenhonige, 8 Wald­honige, 7 Akazien-, je 4 Wild­blüten-, Raps- und Lindenhonige. Die Preise reichen von 2,29 bis 9,85 Euro für 500 Gramm. Hier lesen Sie, welcher Honig am besten im Test abge­schnitten hat. Was sich die Tester im Detail angesehen haben, lesen Sie unter So haben wir getestet.

Heil­wirkung von Honig. Honig gilt vielen als Haus­mittel. Im Artikel Wo Honig heilsam sein kann lesen Sie, was Honig tatsäch­lich alles leisten kann.

Bienen­sterben. Bienen sind unentbehr­lich. Sie sichern unsere Ernährung. Doch sie sind in Gefahr – durch Parasiten, Pestizide und Mono­kulturen. In unserem Special Bienensterben beant­worten wir die wichtigsten Fragen zum Thema.

Viele mangelhafte Akazienhonige und Wild­blütenhonige

Zehn Produkte im Honig-Test erfüllen eine oder mehrere Anforderungen an Sortenhonig nicht, sie sind mangelhaft. Auffällig viele davon sind Akazienhonige oder Wild­blütenhonige. Akazienhonig zum Beispiel sollte mild und leicht blumig schme­cken, nicht künst­lich oder parfümiert. Mindestens 20 Prozent der Pollen müssen von der Scheinakazie kommen. Wild­blütenhonig muss Blüten­vielfalt widerspiegeln, etwa einer wilden Blumenwiese, und darf nicht von einer Sorte dominiert werden. Kein Honig darf so stark erhitzt worden sein, dass seine Enzyme erheblich oder voll­ständig inaktiviert wurden. Bei sieben Honigen im Test traf das aber zu, darunter ebenfalls Akazien- und Wild­blütenhonig. Im Labor lässt sich das unter anderem an der Aktivität des hitze­empfindlichen Enzyms Inver­tase nach­weisen.

Honig im Test – guter deutscher Honig ist rar

Einige der wärmegeschädigten Honige kommen laut unserer Pollen­analyse aus China, dem inzwischen wichtigsten Honiglieferanten der EU und größten Honig­produzenten der Welt. Tests der Gemein­samen Forschungs­stelle der EU ergaben: Jede fünfte Honig­probe, die bei Importeuren oder an den Außen­grenzen der EU gezogen wurde, erfüllte nicht die in der Europäischen Union geltenden Stan­dards. Ohne Importe sähe es an deutschen Frühstücks­tischen allerdings mau aus. Denn nur jeder vierte bei uns verkaufte Honig kommt aus Deutsch­land. Im Test erreicht lediglich einer von den sechs deutschen Honigen die Note gut, und zwar ein Raps­honig.

Guter Honig kann auch günstig sein

Insgesamt verdienen 11 der 36 Honige im Test eine gute Gesamt­note, darunter mehrere güns­tige Misch­blütenhonige und Wald­honige, von denen einige auch beim Discounter zu finden sind. Auch teurere Produkte befinden sich unter den Besten, etwa ein Bio-Akazienhonig und ein Lindenhonig. Die Preisspanne im Test ist enorm: Sie reicht von knapp 5 Euro bis zu rund 25 Euro pro Kilogramm Honig. Künftig könnte Honig noch teurer, da rarer werden: Viele Bienenvölker leiden unter den sich ändernden Umwelt­einflüssen und Parasiten wie der Varroa-Milbe (siehe Special Bienensterben). Der derzeit welt­weit mit am teuersten gehandelte Honig heißt Manuka und kommt aus Neuseeland: 250 Gramm kosten schon mal 80 Euro. Er soll zahlreiche positive Effekte für die Gesundheit haben (siehe Wo Honig heilsam sein kann und wo nicht).

Glyphosat und andere Schad­stoffe im Honig gefunden

Honig ist ein Spiegel­bild unserer land­wirt­schaftlichen Praktiken und bei weitem nicht immer so naturbelassen und gesund, wie viele glauben. Die Bienen sammeln auch unerwünschte Stoffe mit ein. In jedem dritten Honig wiesen wir geringe Gehalte des umstrittenen Pflanzen­schutz­mittels Glyphosat nach. Ein Misch­blütenhonig – mit Siegel des Deutschen Imker­bundes – schöpfte den Glyphosat-Grenz­wert für Honig zur Hälfte aus. Pollen gentech­nisch veränderter Pflanzen fanden wir in zehn Produkten – jedoch nur in Spuren. Mehrere Wald­honige waren deutlich mit giftigen Substanzen belastet, die manche Wild­pflanzen bilden: Pyrrolizidinalkaloide (PA). Dafür gab es Punkt­abzug. Im Tier­versuch erwiesen sich diese Gifte als krebs­er­regend und erbgutschädigend. Ob Honig über­haupt als Heil­mittel bei bestimmten Erkrankungen taugt, lesen Sie im Artikel Wo Honig heilsam sein kann und wo nicht.

Tipps rund um den Honig

Honigsorten – die Unterschiede. Blüten- und Honigtauhonige unterscheiden sich nicht nur in ihrer Farbe, sondern auch im Geschmack. Misch­blüten- und Akazienhonige etwa schme­cken eher mild und leicht blumig. Honigtauhonige wie Wald­honig oder Tannenhonig können dagegen kräftig, malzig bis würzig und weniger süß schme­cken. Übrigens: Bei Honigtau handelt es sich um die zuckerhaltigen Ausscheidungen von Blatt- und Schildläusen.

Das Honig-Aroma verstärken. Ein besonders intensives Aroma entfaltet Honig auf warmen Speisen wie Toast­brot, Waffeln oder Pfann­kuchen.

Honig richtig lagern. Die Honige im Test sind zwischen einem und drei Jahre halt­bar. Lagern Sie sie nicht auf dem Fens­terbrett in der prallen Sonne, sondern dunkel, gut verschlossen und eher kühl. Ideal ist eine Vorrats­kammer. Im Kühl­schrank kristallisiert Honig.

Honig schonend verflüssigen. Fest gewordener Honig lässt sich am besten in einem lauwarmen Wasser­band wieder verflüssigen. Die Temperatur sollte allerdings 40 Grad nicht über­steigen – das schadet dem Aroma des Honigs und schädigt seine Enzyme, kurzum ein Qualitäts­verlust. Aus demselben Grund sollte Honig bei warmen Speisen erst gegen Ende der Koch­zeit hinzugegeben werden.

Mit Honig gold­braun backen. Kuchen und Kekse lassen sich mit Honig intensiver bräunen. Dazu sollten sie bei nied­riger Temperatur backen, und dafür etwas länger. Rezepte müssen entsprechend angepasst werden. Heller Honig süßt intensiv, bei ihm reichen anstelle von 100 Gramm Zucker 75 Gramm Honig. Dunkle Sorten süßen nicht so stark. Auch die Flüssig­keits­menge kann etwas reduziert werden, da Honig etwa zu einem Fünftel aus Wasser besteht.

Honig für Salate, Braten und Co. Wird Braten mit Honig bestrichen, bekommt er eine besonders leckere Kruste. Auch Salatdres­sings, Marinaden, Müsli und Süßspeisen lassen sich mit Honig verfeinern. Nicht geeignet ist Honig dagegen zum Herstellen einer Zuckerglasur oder von Karamell.

Honig – Allergiker können zugreifen. Der Pollen­gehalt von Honig liegt unter 0,2 Prozent. Für Pollen­allergiker ist dieser geringe Gehalt in der Regel kein Problem.

Honig – nichts für Babys. Im ersten Lebens­jahr sollten Kinder keinen Honig essen. Grund: Ihre Darm­flora ist noch nicht voll entwickelt, Bakteriensporen aus dem Honig können im Darm ausreifen und Botulismustoxin bilden. Das Nervengift kann eine lebens­bedrohliche Atemlähmung hervorrufen.

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