Honig als Heilmittel: Viel in der Diskussion

Ob bei Halsschmerzen oder Lippenbläschen – als Haus- und Naturheilmittel genießt Honig einen guten Ruf. Verantwortlich für die ihm nachgesagte antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung sollen der hohe Zuckergehalt und zwei Zuckerabbaustoffe sein: Methylglyoxal und Wasserstoffperoxid, das durch das Bienenenzym Glucoseoxidase entsteht. An kontrollierten klinischen Studien zur Wirksamkeit mangelt es jedoch. Wem Honig – pur, in Tee oder warmer Milch – bei Erkältungen oder vor dem Einschlafen gut tut: Es spricht nichts dagegen. Lassen Sie heiße Getränke aber etwas abkühlen, bevor Sie den Honig dazugeben.

Wundheilung. Chronische Wunden, die zum Beispiel mit antibiotika-resistenten Keimen infiziert sind, sollen mit Honigauflagen besser heilen. Kliniken setzen dazu bereits speziellen Medizinalhonig ein. Forscher der Universität Auckland stellten jetzt aber nur bei Brandwunden signifikante Effekte fest. Experimentieren Sie aber nicht ohne ärztliche Anweisung mit Speisehonig auf Wunden. Mögliche enthaltene Keime können Infektionen noch verschlimmern.

Nasennebenhöhlenentzündung. Sidr-Honig aus dem Jemen und neuseeländischer Manuka-Honig bekämpfen den Bakterienfilm bei einer chronischen Sinusitis wirksamer als Antibiotika. Das zeigen Laborversu­che an der Universität Ottawa. Die praktische Anwendung beim Patienten ist aber noch nicht geklärt.

Weitere Anwendungsgebiete. Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass bei Husten, erhöhten Blutfettwerten, Magen- und Darmerkrankungen sowie bei durch Strahlentherapie entzündeten Schleimhäuten der Verzehr von Honig sinnvoll sein könnte. Bei Hautkrankheiten wurden Honigsalben erfolgreich getestet. Nicht belegt ist, dass sich Allergiker mit den im Honig enthaltenen Pollen hyposensibilisieren können.

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