Home­office-Pauschale So rechnen Sie mit dem Finanz­amt ab

14.09.2021
Home­office-Pauschale - So rechnen Sie mit dem Finanz­amt ab
Das etwas andere Arbeits­zimmer. Auch wer so arbeitet, kann sich vom Finanz­amt Geld zurück­holen. © Oliver Rossi

Seit Pandemie-Beginn arbeiten viele Beschäftigte teil­weise oder ganz von zu Hause. Die neue Home­office-Pauschale soll typische Mehr­kosten abgelten. So funk­tioniert sie.

Kosten für Strom, Heizung, Internet

Home­office-Pauschale - So rechnen Sie mit dem Finanz­amt ab

Haben auch Sie mangels Arbeits­zimmer zwischen Kindern und Haustieren im Wohn- oder Schlaf­zimmer gearbeitet oder tun es noch? Dann können Sie über die neue Home­office-Pauschale Mehr­kosten ausgleichen, etwa für Strom, Heizung und Internet­zugang.

Tipp: Welche steuerlichen Regeln sonst noch für die Heim­arbeit gelten, steht in unserem Special Homeoffice und häusliches Arbeitszimmer.

Das sollten Sie wissen

  • Pro Tag rechnen Sie 5 Euro ab – bis zu 600 Euro pro Jahr. Das Finanz­amt erkennt jähr­lich maximal 120 Tage im Home­office an.
  • Die Pauschale gilt für alle Berufs­tätigen – egal, ob angestellt oder selbst­ständig. Auch für jeden Ehepartner einzeln.
  • Ihre Angaben machen Sie in der Anlage N Ihrer Steuererklärung.
  • Die Pauschale zählt zu den Werbungskosten. Sie sparen erst Steuern, wenn Sie im Jahr mehr als 1 000 Euro Werbungs­kosten abrechnen.
  • Die Home­office-Pauschale gibt es für 2020 und 2021.

Nur kleine Kompensation

Auf ein Plus bei der Steuererklärung dürfen die meisten nicht hoffen. Die Home­office-Pauschale gibt es nämlich nicht zusätzlich zur Werbungs­kostenpauschale. Diese zieht das Finanz­amt ohnehin auto­matisch für berufliche Kosten ab. Wer also mit Home­office-Pauschale plus weiteren Werbungs­kosten, etwa für Computer, Handy oder Drucker nicht über 1 000 Euro kommt, geht leer aus. Die Pauschale soll nur den Wegfall der Entfernungs­pauschale für tägliche Fahrten ins Büro ausgleichen. Wer sehr lange Arbeits­wege hat, mehr als 21 Kilo­meter, und zu Hause arbeitet, kann weniger absetzen, als er aus früheren Jahren gewohnt war.

Hier eintragen

In den Steuerformularen für 2020 gibt es keine eigene Zeile. Tragen Sie daher Ihre Arbeits­tage daheim in die Zeile 47 in Anlage N unter „Weitere Werbungs­kosten“ ein, etwa so: „Home­office-Pauschale 95 Tage, 475 Euro“. Wer seine Erklärung online über Elster.de abgibt, das Portal der Finanz­verwaltung, erhält über der Zeile einen Hinweis. Für 2021 gibt es dann mit Zeile 45 eine Extra­stelle.

Das können Sie noch absetzen

Als Werbungs­kosten dürfen Sie alle sogenannten Arbeits­mittel angeben, also Monitor, Schreibtischstuhl oder Fort­bildungen. Je nachdem, wie intensiv es für die Arbeit genutzt wird, erkennt das Finanz­amt einen Prozent­satz der Anschaffungs­kosten an. Für Telefon und Internet sind bis zu 20 Prozent der Rechnung absetz­bar. Jahres­tickets für Bus und Bahn können Sie absetzen, wenn die Ausgaben über der Pend­lerpauschale lagen (30 Cent, gegebenenfalls 35 Cent je Kilo­meter für die einfache Strecke).

Tipp: Mehr zum Thema Abrechnen in Corona-Zeiten in unserem Special zur Steuererklärung 2020. Sie wollen es noch ausführ­licher und Schwarz auf Weiß? Werfen Sie einen Blick in unsere Steuer-Ratgeber!

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Special Home­office-Pauschale

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14.09.2021
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