Kritische Funde: Nicht zu sehen, kaum zu riechen

Diese Schad­stoffe haben wir im getesteten Holz­spielzeug gefunden.

Farb­mittel. Bestimmte Farb­stoffe sind wegen ihrer gesund­heits­gefähr­denden Wirkung in der EU verboten oder in Normen reglementiert. Benzidin, das aus bestimmten Azofarb­stoffen entsteht, ist krebs­erzeugend und auch in Spielzeug verboten.

Form­aldehyd. Holz­puzzles bestehen oft aus Sperr­holz oder Spanplatten, die form­aldehydhaltige Kunst­harze enthalten können. Das Gas kann stetig austreten. Es steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Mitt­lerweile gibt es bereits Holz­werk­stoffe, die form­aldehydfrei sind.

Nickel. Kann Allergien auslösen. Etwa zehn Prozent aller Kinder sind gegen­über Nickel sensibilisiert. Nach der Bedarfs­gegen­stände­ver­ordnung dürfen Gegen­stände, die länger mit Haut in Kontakt sind, etwa Hals­ketten, maximal 0,5 Mikrogramm Nickel pro Quadratzenti­meter und Woche freisetzen. Der Grenz­wert gilt auch für Spielzeug.

Nitrosamine, nitrosier­bare Stoffe. Sie können bei der Herstellung von Gummi entstehen. Viele Nitrosamine sind stark krebs­erzeugend. Nitrosier­bare Stoffe können sich zusammen mit Nitrit im Magen zu Nitrosaminen wandeln — zum Beispiel, wenn Klein­kinder an belastetem Gummi herum­nuckeln.

NPEO (Nonylphenoleth­oxylate). Diese Substanzen werden in der Farb- und Lack­produktion einge­setzt. Sie sind für Wasser­organismen giftig. Gelangen sie in die Umwelt, bauen sie sich zu Nonylphenol ab, das im Verdacht steht, die menschliche Fort­pflan­zungs­fähig­keit zu schädigen. Die europäische Chemikalien­agentur (ECHA) wird NPEO voraus­sicht­lich als besonders besorgnis­erregende Chemikalien einstufen.

Organozinn­verbindungen. Diese zinn­haltigen Kohlen­stoff­verbindungen erhöhen auch die Stabilität von Materialien. Seit Juli dürfen davon maximal 12 Milligramm pro Kilogramm aus Lacken austreten. Speziell einige Dibutylzinn­verbindungen (DBT) können das Immun­system, die Fort­pflan­zungs­fähig­keit und das Kind im Mutterleib schädigen. Siegel unabhängiger Prüf­institute setzen für DBT einen Grenz­wert von 0,1 bis 2 Milligramm pro Kilogramm.

PAK. Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe gelangen oft über verunreinigte Weichmacheröle oder Rußpigmente ins Spielzeug. Einige können Krebs erzeugen, das Erbgut oder die Fort­pflan­zungs­fähig­keit schädigen. Naph­thalin steht im Verdacht, krebs­erzeugend zu sein. PAK aus Spielzeug gelangen oft über die Haut in den Körper. In der Spielzeug-Richt­linie sind sie derzeit unzu­reichend geregelt. In der EU wird diskutiert, den Gehalt von acht krebs­erzeugenden PAK auf 0,2 Milligramm pro Kilogramm zu beschränken.

Schwer­metalle. Sie kommen auch in Lacken und Kunststoffen vor. Seit Juli ist der Grenz­wert für fünf Schwer­metalle weniger streng als zuvor. Deutsch­land hat dagegen geklagt und darf vorläufig die alten Grenz­werte beibehalten, so auch für Blei. Es kann schon in geringen Mengen die Intelligenz mindern und das Hormon­system beein­flussen. Die Welt­gesund­heits­organisation fordert ein Verbot von Blei in Spielzeug.

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