Cochlea Implantat: Elektroden als künstliches Ohr

Innenohrprothese. Das Cochlea Implantat (CI) ist eine elektronische Innenohrprothese. Sie kann stark hörgeschädigten oder gehörlosen Patienten eingesetzt werden. Der äußere Teil des Geräts sitzt hinter dem Ohr und sieht wie ein klassisches Hörgerät aus. Ein Mikrofon nimmt den Schall auf und leitet ihn an einen Sprachprozessor weiter, der den Schall in elektrische Impulse umwandelt.

Sendespule. Die Signale gelangen über eine Sendespule an das im Knochen hinter dem Ohr eingepflanzte Implantat. Von dort führt ein feines Kabel mit 20 oder mehr Elektroden – der Elektrodenträger – in das Innenohr. Die Elektroden liegen im unteren Kanal der Hörschnecke – der Cochlea –, wo sie die Aufgabe der defekten Haarzellen übernehmen und die Signale an den Hörnerv weitergeben. Der leitet die Reize an das Gehirn.

Erwachsene und Kinder. Die Innenohrprothese ermöglicht Patienten mit starken Hörschäden, Schall wahrnehmen und Sprache verstehen zu können. Sie ist für Erwachsene und für Kinder geeignet. Wenn einem Kind mit angeborenen Hörstörungen ein Hörgerät nicht hilft, wird in umfangreichen Untersuchungen ermittelt, ob ein Cochlea Implantat infrage kommt. Meist wird geraten, die Operation möglichst früh durchzuführen, damit die Kinder von Anfang an Sprache hören und verarbeiten können und selbst sprechen lernen.

Austausch. Die äußeren Teile des Cochlea Implantats lassen sich jederzeit abnehmen und durch verbesserte Geräte ersetzen. Die implantierten Teile können nur in einer Operation ausge­wechselt werden. Der Sprachprozessor muss in regelmäßigen Abständen eingestellt und angepasst werden.

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