Verkürzter Versorgungsweg: Anpassen beim HNO-Arzt

Der „verkürzte Versorgungsweg“ umgeht Akustikerläden. Er ist in der Zunft umstritten.

Die Anpassung: Der HNO-Arzt passt Hörgeräte von den Versand- und On­lineanbietern Auric und Sanomed an. Viele Akustiker und der Deutsche Schwerhörigenbund kritisieren das Verfahren. Die Auswahl sei geringer, eine vergleichende Erprobung von Hörgeräten entfiele, individuelle Gesichtspunkte bei der Langzeitkontrolle wären nicht ausreichend zu berücksichtigen.

Der Nutzen: Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK von 2001, des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen, des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände kam zu dem Ergebnis, dass die (damaligen) Zuzahlungen beim verkürzten Versorgungs­weg geringer waren und ein großer Teil der so Versorgten zufrieden war.

Die Stichprobe: Wir haben das Verfahren des verkürzten Versorgungswegs exemplarisch geprüft. Die Basisinformationen zumindest waren in einem Fall ausführlich. Ein Arzt, der von Auric empfohlen wurde, empfahl einer Testperson ein Hörgerät von Sanomed – was Anbieter Auric nicht amüsant finden dürfte. Auric hat eine informative Website, Anbieter Sanomed dagegen gar keine. Wer zum Beispiel bei Auric im Internet nach einem HNO-Vertragsarzt fragt, erhält ein Schreiben mit Adressen, soweit verfügbar in der Nähe. Bei unserer Stichprobe waren die Preise übrigens nicht günstiger als im üblichen Handel.

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