Höherpreisige Medikamente Meldung

Pharmahersteller nutzen die Gesundheitsreform auf ihre Weise.

Die Absicht der Gesundheitsreform, teure Arzneien billiger zu machen, wurde unterlaufen.

Manche Arzneimittelhersteller nutzen die Gesundheitsreform für „versteckte“ Preiserhöhungen, meldet das Berliner arznei-telegramm (a-t). Hintergrund sind die neuen Apothekenaufschläge auf alle rezeptpflichtigen Arzneimittel. Sie führen dazu, dass bisher preiswerte Mittel künstlich teurer werden. Teure Präparate (ab etwa 28,50 Euro) müssten dagegen billiger werden. So erhöht sich die Handelsspanne der Apotheke bei preiswerten Medikamenten, bei teuren verringert sie sich. Beabsichtigt ist damit, dass der Apotheker nicht vorwiegend zu gewinnbringenden Mitteln greift.

Dennoch sind die Preise vieler relativ teurer Präparate unverändert. So gehts: Der Hersteller erhöht den Abgabe- oder Apothekeneinkaufspreis so, dass die Apothekenverkaufspreise trotz der geringeren Handelsspanne gleich oder fast gleich bleiben.

Beispiele laut a-t: Bayer erhöht den Apothekeneinkaufspreis seiner Potenzpille Levitra (zwölf Vardenafil-Tabletten, 5 mg) um 16 Prozent und hält so den Verkaufspreis von 114,02 Euro konstant. Auch bei der „Pille“ (orale Kontrazeptiva) haben die Abgabepreise vielfach nicht nachgegeben, so bei den Dreimonatspackungen von Ovoresta M, Petibelle und Yasmin.

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