Höheres Bußgeld statt Fahr­verbot Meldung

Geblitzt mit 120 km/h – nur 70 waren erlaubt. Für diese Geschwindig­keits­über­schreitung sollte ein selbst­ständiger Computerfachmann einen Monat Führer­schein­entzug und eine Geldbuße von 160 Euro bekommen. Doch weil das Fahr­verbot ihn wahr­scheinlich die Existenz gekostet hätte, hatte das Amts­gericht Lüdig­hausen ein Einsehen. Es ließ dem Mann ausnahms­weise seinen Führer­schein und erhöhte statt­dessen die zu zahlende Geldbuße auf 250 Euro (Az. 19 OWi-89 Js 1403/14-131/14).

Der Mann war als Inhaber einer Minifirma für Computer­dienst­leistungen über­wiegend im Außen­dienst unterwegs. Er fuhr zu Kunden, um deren Computer zu warten oder EDV-Anlagen einzurichten. Er lebte – wie viele Klein­selbst­ständige – am Rande des Existenz­minimums und hätte sich für die Zeit des Fahr­verbots keinen Fahrer leisten können. Das einmonatige Verbot hätte die Existenz seines Betriebes gefährdet, und seine beiden Auszubildenden hätten ihre Ausbildungs­plätze verloren.

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