Höhere Strompreise zum neuen Jahr Meldung

Die Strompreise steigen unaufhörlich. Allein in den vergangenen fünf Jahren ist Strom in Deutschland um rund ein Viertel teurer geworden. Und zum Jahreswechsel haben die meisten Energieversorger schon wieder an der Preisschraube gedreht. test.de erklärt, wie Sie mit dem richtigen Tarif trotzdem Geld sparen.

Bis zu 11 Prozent

Je nach Region und Anbieter stiegen die Preise zu Jahresbeginn zwischen drei und sechs Prozent. Für eine vierköpfige Familie bedeutet das in diesem Jahr eine bis zu 60 Euro höhere Stromrechnung. Besonders hart trifft es diesmal Kunden mit Nachtspeicherheizung: Für sie steigen die Preise sogar um bis zu 11 Prozent. Verschont bleiben dagegen Stromkunden in Hessen. Die Anträge auf Preiserhöhungen der 50 lokalen Stromversorger lehnte Wirtschaftsminister Alois Rhiel ab. Begründung: Die Stromversorger konnten nicht nachweisen, dass die Preissteigerungen notwendig sind.

Billiges Ermessen

Preissteigerungen muss allerdings auch sonst niemand widerstandslos hinnehmen. Für einseitige Preiserhöhungen schreibt das Bürgerliche Gesetzbuch im Paragraph 315 vor, dass diese nach „billigem Ermessen“ erfolgen müssen. Wer also Zweifel an der Billigkeit der Preiserhöhung seines Stromversorgers hegt, kann die Differenz zum bisherigen Strompreis einbehalten. Dies sollte er aber vorher dem Stromversorger mitteilen und begründen. Kommt es zum Prozess, muss der Stromversorger seine Kalkulation offen legen und erklären, wie sich die Preiserhöhung zusammensetzt. Bei den meisten Unternehmen ist dies ein gut gehütetes Betriebsgeheimnis. Die Wahrscheinlichkeit einer Klage ist somit gering. Bis zum Nachweis der Billigkeit darf der Stromanbieter die säumigen Kunden weder mahnen noch ihnen den Strom abstellen. Dies entschied der Bundesgerichtshof.

80 Euro sparen

Wer statt eines Rechtsstreits nachts ruhig schlafen will, sollte besser nach einem preiswerteren Stromanbieter Ausschau halten. Zwar sind die Preise der Billiganbieter in den letzten Jahren ebenfalls gestiegen. Trotzdem lassen sich die jährlichen Stromkosten so noch um einiges senken. Beispiel Stuttgart: Dort zahlt eine vierköpfige Familie für 4 000 Kilowattstunden im Komfort-Tarif von EnBW 812,22 Euro im Jahr. Mit dem Familien-Tarif von eprimo bezahlt die gleiche Familie nur 732,40 Euro. Die aktuellen Preise der bundesweiten Stromversorger finden Sie in den Infodokumenten.

Anbieterwechsel

Von der Umstellung auf einen neuen Stromversorger merkt der Kunde in der Regel nichts - nur anhand der Rechnungen. Aus der Steckdose fließt weiterhin der gleiche Strom. Auch der Stromzähler bleibt der gleiche und wird nicht ausgetauscht. Die Angst vor dem Stromausfall ist ebenfalls unbegründet. Sollte der neue Versorger Pleite gehen, übernimmt der lokale Netzbetreiber automatisch die Notversorgung. Alles wichtige zum Thema Anbieterwechsel erklärt das Special „Der Wechsel lohnt sich“.

Preisgarantie

Doch oft können Stromkunden auch ohne Anbieterwechsel bei der Stromrechnung sparen: Dazu müssen sie nur einen preisgünstigen Sondertarif wählen. Fast alle Versorger haben neben dem Allgemeinen Tarif auch solche Sondertarife im Programm, um wechselwillige Kunden zu halten. Eine besondere Option bietet E.ON Bayern. Für einen einmaligen Aufpreis von 20 Euro garantiert das Unternehmen gleichbleibende Preise für die nächsten drei Jahre. Da die Preise voraussichtlich weiterhin steigen, macht sich diese Investition wohl spätestens im Jahr 2007 bezahlt.

Vorsicht: Falle

Die Suche nach billigem Strom hat allerdings auch Schattenseiten. Die vergleichsweise junge Berliner Flexstrom GmbH wirbt Kunden mit konkurrenzlos niedrigen Preisen: 12 Cent je Kilowattstunde, 5 Euro monatliche Grundgebühr sowie 5 Euro pro Monat für die optionale Bestpreisgarantie. Zum Vergleich: Die vierköpfige Familie würde hier 646,80 Euro für 4 000 Kilowattstunden zahlen. Doch die Sache hat gleich mehrere Haken. Zum einen verkauft Flexstrom nur Pakete à 1 200, 2 400, 3 600, 5 600 oder 7 800 Kilowattstunden. Wer das gekaufte Paket nicht ausschöpft, verliert sein restliches Guthaben. Wer mehr verbraucht als im Paket enthalten, zahlt ordentlich drauf: bis zu 25,7 Cent je Kilowattstunde. Zum anderen ist der komplette Jahrespreis im Voraus zu zahlen - abgebucht wird bereits Monate vor Lieferbeginn. Im Falle einer Insolvenz des Anbieters ist der vorausbezahlte Jahresbeitrag verloren. Zwar würde der lokale Energieversorger die Stromlieferung übernehmen, die Kosten aber ebenfalls in Rechnung stellen. So zahlt der Flexstrom-Kunde doppelt: einmal den Jahresbetrag im Voraus und noch einmal den Preis für die Notstromversorgung an den Ortsnetzbetreiber. Von Flexstrom gibt es jedenfalls kein Geld zurück. Fazit: Suchen Sie sich einen preiswerten Tarif aus den Infodokumenten - Tarife mit Vorkasse sind in dieser Übersicht nicht enthalten.

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Special: Der Wechsel lohnt sich

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