Höhere Strompreise Meldung

Für Privatkunden wird Strom immer teurer. Zum neuen Jahr haben die meisten Stromversorger wieder ihre Preise erhöht. Als Gründe geben sie in der Regel Faktoren an, die sie angeblich nicht beeinflussen können: Kosten für den Handel mit Emissionszertifikaten, hohe Preise an der Strombörse und in diesem Jahr die gestiegene Mehrwertsteuer. Wer die Nase voll hat von Preiserhöhungen, sollte sich nach einem anderen Tarif oder Anbieter umschauen. test.de zeigt, wie Sie sparen können.

130 Euro sparen

Besonders teuer ist Strom in Leipzig. Eine vierköpfige Familie mit 4 000 Kilowatt Jahresverbrauch zahlt bei den Stadtwerken Leipzig 941 Euro im Allgemeinen Tarif. Ein Tarifwechsel zum Beststrom des gleichen Versorgers würde immerhin 34 Euro im Jahr sparen. Deutlich preiswerter wird es erst mit einem neuen Anbieter: Beim Stromdiscounter Eprimo zahlen Leipziger für 4 000 Kilowatt 809 Euro im Jahr - 132 Euro weniger als bei den Stadtwerken Leipzig. Ähnliche Rechnungen sind auch in anderen Städten möglich. Eine Übersicht der aktuellen Preise der bundesweiten Stromanbieter finden Sie in den Infodokumenten der Stiftung Warentest.

Einfach wechseln

Die Umstellung auf einen neuen Stromversorger ist denkbar einfach: Nur beim neuen Anbieter anmelden. Anschließend kündigt der Neue bei dem Alten und stellt die Stromversorgung um. Einzige Änderung für den Kunden: Die Rechnung kommt künftig vom neuen Versorger. Aus der Steckdose fließt aber weiterhin der gleiche Strom. Auch der Stromzähler bleibt der gleiche und wird nicht ausgetauscht. Die Angst vor dem Stromausfall ist unbegründet. Sollte der neue Versorger Pleite gehen, übernimmt der lokale Netzbetreiber automatisch die Notversorgung. Alles Wichtige zum Thema Anbieterwechsel erklärt das Special „Der Wechsel lohnt sich“.

Sondertarife nutzen

Wer seinem regionalen Stromversorger treu bleiben will, sollte zumindest einen Sondertarif wählen. Fast alle Versorger bieten neben dem Allgemeinen Tarif auch preiswertere Sondertarife. Tipp: Fragen Sie bei Ihrem Versorger nach.

Vorsicht: Falle

Die Suche nach billigem Strom hat allerdings auch Schattenseiten. Die Berliner Flexstrom GmbH wirbt Kunden mit niedrigen Paketpreisen: 14,875 Cent je Kilowattstunde, 6,67 Euro monatliche Grundgebühr. Zum Vergleich: 4 000 Kilowattstunden kosten hier 683 Euro. Doch die Sache hat mehrere Haken. Flexstrom verkauft Strom in Paketen. Wer sein Paket nicht ausschöpft, verliert das Restguthaben. Wer mehr verbraucht, zahlt ordentlich drauf: bis zu 26,36 Cent je Kilowattstunde. Außerdem ist der komplette Jahrespreis im Voraus zu zahlen - abgebucht wird Monate vor Lieferbeginn. Im Falle einer Insolvenz des Anbieters ist der vorausbezahlte Jahresbeitrag verloren. Ein weiteres Beispiel für übertriebene Werbung ist Bonusstrom: Das Unternehmen verspricht 10 Prozent Rabatt auf den Allgemeinen Tarif des lokalen Stromversorgers. Unterm Strich sind es aber bestenfalls 3 Prozent. Fazit: Suchen Sie sich einen preiswerten Tarif aus den Infodokumenten - Tarife mit Vorkasse sind in dieser Übersicht nicht enthalten.

Selber aussteigen

Während Politiker immer wieder Vor- und Nachteile des Atomausstiegs diskutieren, kann jeder selbst für sich aus der Atomenergie aussteigen. Neben den aktuellen Strompreisen zeigen die Infodokumente der Stiftung Warentest zu diesem Zweck die Zusammensetzung des Stroms: Danach beziehen Kunden der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) und der Tochter Yello Strom mit 52 Prozent den höchsten Anteil Atomstrom. Dass Ökostrom nicht teurer sein muss als Atomstrom, zeigt das Beispiel Stuttgart: Im Komfort-Tarif von EnBW kosten 4 000 Kilowatt 871 Euro. Die gleiche Menge Ökostrom würde mit Lichtblick 844 Euro kosten.

Download: Die günstigsten bundesweiten Anbieter
Download: Die günstigsten regionalen Anbieter
Download: Die günstigsten Ökostromanbieter
Special: Der Wechsel lohnt sich

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