Rentenlückenrechner: Die wachsenden Lücken auffüllen

Die gesetzliche Rente allein wird künftig nicht mehr reichen, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Die meisten Menschen wissen inzwischen, dass sie zusätzlich vorsorgen müssen. Doch es fehlt ihnen an Informationen, wie groß ihre Rentenlücke wirklich ist. Sie wissen nicht, wie viel sie monatlich sparen müssen, zum Beispiel mit einem Riester-Vertrag oder einer betrieblichen Altersvorsorge. Mithilfe unseres kostenlosen Rentenlückenrechners kann sich jeder seine Rentenlücke individuell ausrechnen.

Wir gehen in unserer Rechnung davon aus, dass im Alter 80 Prozent des letzten Nettogehalts zur Verfügung stehen sollten, denn bei Rentnern fallen einige Ausgaben weg, die sie in ihrer aktiven Zeit hatten. Der Abstand zwischen diesem Geldbedarf und der gesetzlichen Nettorente ergibt die Rentenlücke.

Ein alleinstehender Versicherter des Jahrgangs 1945, der immer durchschnittlich verdient hat und in diesem Jahr nach 45 Beitragsjahren in Rente geht, erhält eine anfängliche Nettorente von rund 1100 Euro. Rechnet er damit, dass er im Ruhestand auf 20 Prozent seines letzten Nettogehalts von knapp 1 700 Euro verzichten kann, bleibt eine Rentenlücke von rund 260 Euro.

Für jüngere Menschen wird die Lücke noch größer. Grund ist die Verringerung des Rentenniveaus: Die gesetzliche Rente steigt künftig deutlich weniger als die Nettogehälter. Finanztest geht im Rentenlückenrechner davon aus, dass die gesetzliche Rente bis zum Jahr 2030 durchschnittlich nur um 0,5 Prozent pro Jahr steigt. Die Gehälter steigen nach unserer Annahme bis dahin jährlich um 1,5 Prozent.

Laut Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung beträgt das monatliche Durchschnittsbruttogehalt derzeit 2 557 Euro. Alleinstehende des Jahrgangs 1965, die immer durchschnittlich verdient haben und im Jahr 2030 nach 45 Beitragsjahren in Rente gehen, müssen mit einer Rentenlücke von rund 600 Euro rechnen. Bei Verheirateten sind es sogar rund 850 Euro.

Der Grund für die höhere Lücke bei Verheirateten: Wegen der geringeren Steuerbelastung für Verheiratete hatten sie ein höheres Nettogehalt. Der Abstand zwischen Gehalt und Rente ist größer. Die Rentenlücke hängt also vor allem vom Geburtsjahrgang und vom Familienstand ab.

Rentensteuer vergrößert die Lücke

Auch die Rentensteuer beutelt die Jungen. Spätestens die 1960 Geborenen müssen für Teile der gesetzlichen Rente Steuern zahlen, für die sie bereits bei der Einzahlung Steuern bezahlt haben. Von der Rente eines heute 50-Jährigen wird so viel steuerpflichtig sein, dass er 2 Prozent davon letztlich doppelt versteuert: bei der Einzahlung und bei der Auszahlung.

Wer 1973 geboren wurde, gehört zum ersten Jahrgang, dessen gesetzliche Rente bei Rentenbeginn im Jahr 2040 zu 100 Prozent für die Steuer zählt. Dieser Jahrgang kann aber seine Beiträge erst ab dem Jahr 2025 zu 100 Prozent steuerfrei einzahlen. Umgerechnet auf alle Jahre der Einzahlung bleiben nur knapp 82 Prozent der Beiträge steuerfrei, trotzdem ist die Rente voll steuerpflichtig.

Ein Lichtblick: Riester-Rente und Betriebsrente verringern die Rentenlücke. So kann der Alleinstehende des Jahrgangs 1965 aus unserem Beispiel oben mit einem Riester-Vertrag seine Rentenlücke auf rund 370 Euro drücken – vorausgesetzt er schöpft die staatliche Förderung voll aus und die Grundrendite seines Vertrags beträgt 4 Prozent. Mit einer Betriebsrente kann er die Lücke weiter verringern – auf rund 230 Euro, wenn er auch hier die staatliche Förderung voll ausschöpft. Dieses Beispiel zeigt: Ohne Riester-Rente und Betriebsrente ist es schwer, seinen Lebensstandard im Alter zu halten.

Es wird aber auch Menschen geben, die schon so viel sparen, dass sie ihre Lücke längst geschlossen haben. Das wäre ebenfalls ein Grund nachzurechnen.

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