Höchstgebot Meldung

Gebote bei Internetauktionen sind kaum zu beweisen.

Kaufverträge bei Internetauktionen stehen juristisch auf tönernen Füßen: Oft kann sich der Käufer herausreden, er habe gar kein Gebot abgegeben. Wegen dieses Beweisproblems hat das Landgericht Bonn einen Kläger abgewiesen, der sein Auto versteigert hatte. Der Käufer hatte behauptet, er habe gar nicht am PC gesessen und führte seine Ehefrau als Zeugin an. Sein 11-jähri­ger Sohn habe die Kaufoption ausgelöst.

Das Gericht erklärte, der Verkäufer müsse beweisen, mit wem er den Kaufvertrag abschloss. Einen Anscheinsbeweis – wer sich mit Namen und Passwort einloggt, ist auch der Nutzer – wollte das Gericht nicht annehmen: Im Internet gebe es zu viele Missbrauchsmöglichkeiten. Auch eine Aufsichtspflichtverletzung lag nicht vor, denn der Vater hatte die Diskette mit dem Passwort versteckt. Dass ein Vertragsabschluss damit fast nie beweisbar ist, stellte das Gericht ausdrücklich klar: „Der Anbieter einer Internetauktion darf nicht darauf vertrauen, dass der Bieter mit dem Inhaber des Mitgliedsnamens identisch ist“ (Az. 2 O 472/03). Ähnlich hatte bereits das OLG Köln geurteilt (Az. 19 U 16/02).

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