Hochzinsanleihen Meldung

Vorsicht, Katzenjammer: Hohe Renditen machen Spaß, doch die Absturzgefahr ist groß.

Kommt sie? Kommt sie nicht? Die Rede ist von der Türkei, die Mitglied der Europäischen Union werden will. Während sich Politiker noch streiten, leuchten schon die Augen der Anleger. Sie spekulieren auf sinkende Zinsen in der Türkei. Die würden Anleihen Kursgewinne bescheren.

Die neue türkische Regierung will das Land und seine Wirtschaft reformieren. Schafft sie es, könnte sich die Zinsschraube nach unten drehen, der Wert der Währung würde steigen und die guten Daten zögen die Nachfrage von ausländischen Fonds an.

Für lang laufende türkische Zinspapiere gibt es gut 6 Prozentpunkte mehr Rendite als für vergleichbare amerikanische Staatsanleihen. Für türkische Papiere mit achtjähriger Restlaufzeit beträgt die Rendite rund 10,4 Prozent pro Jahr, die Anleihen mit knapp 30-jähriger Restlaufzeit bringen 11,3 Prozent pro Jahr.

Die hohen Renditen signalisieren das Risiko. „Die wirtschaftliche Erholung könnte durch eine lang anhaltende Irak-Krise zurückgeworfen werden“, sagt Holger Friedrich von Union Investment. Der Anleihenexperte managt den neu aufgelegten Unirenta Emerging Markets Fonds.

Nicht nur wegen der politischen Unwägbarkeiten warnt Friedrich vor zu großem Optimismus. „Die positiven Erwartungen sind teilweise schon eingepreist.“ In den anderen osteuropäischen EU-Beitrittsländern ist die Beitrittsfantasie schon weitgehend verpufft: Die Renditen dort sind kaum noch höher als die der Euro-Länder.

Höhere Renditen als in der Türkei gibt es in Brasilien. Achtjährige Anleihen rentieren mit 18 Prozent pro Jahr. Für Papiere, die bis 2020 beziehungsweise 2030 laufen, liegen die Renditen knapp über 17 Prozent pro Jahr beziehungsweise knapp darunter.

In Brasilien hat im Januar der neue, linksgerichtete Präsident Lula da Silva die Amtsgeschäfte übernommen. Zurzeit herrscht an den Kapitalmärkten noch Unsicherheit darüber, wie sich seine Politik auf die Kreditwürdigkeit des Landes auswirken wird. Bislang seien die Nachrichten aus Brasilien positiv aufgenommen worden, sagt Martin Demmel von Activest.

Tipps: Anleger, die Hochzinsanleihen wollen, sollten mit Fonds beginnen, die ihr Geld auf verschiedene Regionen verteilen. Auch die Fonds sollten in einem gut gestreuten Depot nur beigemischt werden. Anleger sollten sich über die Anlageschwerpunkte informieren und sich erkundigen, inwieweit das Währungsrisiko – die Anleihen notieren oft in Dollar – abgesichert ist.

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