Hochzeitsplanung Meldung

Brauchen wir einen Ehevertrag? Welchen Nachnamen können wir führen? Was ändert sich steuerlich? Wir geben rechtzeitig vor der Heiratssaison die Antworten.

Wir wohnen in Kassel, möchten aber auf Sylt heiraten. Geht das?

Ja, aber Sie müssen die Trauung dennoch zunächst beim Standesamt an Ihrem Wohnsitz, also in Kassel, anmelden. Das kostet meist 33 Euro. Mit dem Standesamt auf Sylt vereinbaren Sie dann den Heiratstermin. Das kostet noch einmal 33 Euro.

Ich heiße Koch, mein Mann Schulz. Welchen Nachnamen können wir wählen?

Sie haben viele Möglichkeiten:

  • Jeder von Ihnen kann seinen bisherigen Nachnamen behalten.
  • Ihr Name oder der Ihres Partners kann gemeinsamer Ehename werden. Stammt „Koch“ von Ihrem Ex-Ehemann, darf sogar dieser erheiratete Name Ihr gemeinsamer Ehename werden.
  • Einer von Ihnen kann einen Doppelnamen annehmen. Sie können Koch-Schulz oder Schulz-Koch werden.

Lautet Ihr Geburtsname Meier und haben Sie in einer früheren Ehe den Namen Koch angenommen, können Sie trotzdem Ihren Geburtsnamen mit dem Namen Ihres neuen Mannes kombinieren: Meier-Schulz. Wenn Sie Ihren Doppelnamen später doch nicht mehr mögen, machen Sie die Zusammensetzung beim Standesamt einfach wieder rückgängig.

  • Haben Sie sich in erster Ehe den Doppelnamen Meier-Koch gegeben, kann das sogar in Ihrer Ehe mit Herrn Schulz der gemeinsame Name werden.

Sie können aber keine Namenskette Meier-Koch-Schulz bilden. Wollen Sie Ihre Verbundenheit mit Herrn Schulz im Namen zeigen, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie Meier oder Koch mit Schulz kombinieren möchten.

Nach einer Scheidung können die Ehepartner zum vorehelichen Namen zurückkehren, ihren Geburtsnamen wieder annehmen oder einen Doppelnamen aus Ehenamen und Geburtsnamen bilden.

Welche Folgen hat unsere Namenswahl für unsere zukünftigen Kinder?

Haben Sie und Ihr Ehemann sich für einen gemeinsamen Nachnamen entschieden, bekommt auch Ihr Kind diesen Namen. Tragen Sie beide als Ehenamen einen Doppelnamen (Sie heißen beide Meier-Koch), bekommt auch Ihr Kind ausnahmsweise den Doppelnamen. Trägt seit der Hochzeit einer von Ihnen einen Doppelnamen, bleibt Ihnen keine Wahl: Das Kind erhält den Nachnamen des Partners ohne Doppelnamen.

Haben Sie bei der Heirat beide Ihre Namen behalten, können Sie nach der Geburt wählen, ob das Kind Ihren Namen oder den Ihres Mannes erhält. Eine Kombination aus beiden Elternnamen ist nicht möglich. Ihre Entscheidung gilt auch für weitere gemeinsame Kinder.

Bringen Sie ein minderjähriges Kind, zum Beispiel Jan Koch, aus einer früheren Beziehung mit in die Ehe mit Herrn Schulz und geben Sie und Herr Schulz sich den Ehenamen Schulz, kann Jan den Namen Jan Schulz, Jan Schulz-Koch oder Jan Koch-Schulz bekommen. Der biologische Vater muss aber einwilligen, wenn auch er das Sorgerecht hat oder wenn Jans Nachname von ihm stammt.

Wen müssen wir informieren, wenn sich durch die Heirat ein Name geändert hat?

Sie müssen bei der Gemeindeverwaltung einen neuen Personalausweis beantragen. Das können Sie sofort tun, nachdem Sie die Hochzeit beim Standesamt angemeldet haben. Dann haben Sie zur Hochzeitsreise einen aktuellen Ausweis und müssen keine Gebühren für vorläufige Papiere zahlen. So verfahren Sie auch mit Ihrem Reisepass.

Die Namensänderung müssen Sie auch der Bank, den Versicherern, der Krankenkasse und dem Arbeitgeber mitteilen.

Besitzen Sie ein Auto, müssen Sie Ihren Namen in den Zulassungsbescheinigungen (ehemals Fahrzeugschein- und -brief) ändern lassen. Eine Pflicht zur Änderung Ihres Führerscheins gibt es nicht.

Was müssen wir jetzt als Eheleute bei der Steuer beachten?

Vor der Hochzeit waren Sie beide als Ledige wahrscheinlich in der Steuerklasse I. Nach der Hochzeit können Sie bei der Gemeindeverwaltung eine Änderung der Steuerklassen beantragen. Einer von Ihnen kann in die Klasse III wechseln, der andere muss dann in die Klasse V. Oder Sie wählen beide die Steuerklasse IV. Der Antrag auf den Klassenwechsel kann bis zum 30. November eines Jahres gestellt werden.

  • Bekommt nur ein Partner Gehalt, sollte dieser in die Steuerklasse III wechseln.
  • Die Klasse IV für beide Partner bietet sich an, wenn sie etwa gleich verdienen.
  • Verdient der besser verdienende Partner 60 Prozent des gemeinsamen Arbeitslohns oder mehr, nimmt er am besten die Steuerklasse III und der andere die Klasse V.

Wer eine ungünstige Kombination gewählt hat, holt sich zu viel gezahlte Steuern mit der Steuererklärung zurück. Die anderen zahlen zwar monatlich weniger Steuern, erhalten aber auch weniger zurück.

Wie sollen wir uns nach der Heirat bei der Steuererklärung verhalten?

Auch das hängt von Ihren Umständen ab:

  • Gemeinsame Steuererklärung. Die meisten Paare zahlen gemeinsam weniger Steuern als bei getrennter Veranlagung.
  • Getrennte Veranlagung. Zwei separate Steuererklärungen können finanziell vorteilhaft sein, wenn zum Beispiel ein Partner hohe steuerfreie Leistungen wie Arbeitslosen- oder Krankengeld und der andere wenig Arbeitslohn erhalten hat. Durch eine getrennte Veranlagung kann das Paar verhindern, dass dem Partner mit Arbeitslohn das Arbeitslosengeld fiktiv angerechnet wird und er deshalb mehr Steuern zahlen muss (Progressionsvorbehalt).
  • Besondere Veranlagung. Einmalig im Jahr der Heirat ist auch eine „besondere Veranlagung“ möglich. Diese lohnt sich aber nur selten, etwa wenn eine Witwe mit Einkünften im Jahr des Todes ihres Mannes erneut heiratet.

Ist es empfehlenswert, nach der Hochzeit einen Ehevertrag abzuschließen?

Das hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Viele Paare, etwa Ehepaare mit einem Verdiener, brauchen ihn nicht, weil die gesetzlichen Regeln ihre Vermögens- und Unterhaltsfragen angemessen regeln.

Ein Ehevertrag ist nicht nötig, um Schulden und Eigentum zu trennen. Was ein Partner mit in die Ehe bringt oder während der Ehe kauft, gehört ihm allein, auch ohne Ehevertrag. Auch Schulden bleiben getrennt, es sei denn die Partner unterschreiben einen Kreditvertrag gemeinsam.

Manchmal ist ein Vertrag aber besser:

  • Selbstständige. Wenn Ihr Partner selbstständig arbeitet, muss er Ihnen ohne Ehevertrag im Falle einer Scheidung womöglich einen Zugewinnausgleich zahlen, weil der Wert seines Betriebs seit der Hochzeit gestiegen ist. Die Zahlung kann die Existenz seiner Firma bedrohen. In einem Ehevertrag könnten Sie beide auf Ausgleichszahlungen verzichten oder den Wert der Firma dabei herausnehmen.
  • Schulden. Kommt Ihr Partner mit Schulden in die Ehe, kann auch das Anlass für einen Ehevertrag sein. Gibt es nämlich keinen Vertrag und bezahlt der Verschuldete mit seinem Lohn erst einmal seine Schulden ab, während Sie schon Vermögen ansparen, müssten Sie ihm bei einer Scheidung daraus einen Zugewinnausgleich zahlen. In einem Ehevertrag könnte die Schuldentilgung zu Ihren Gunsten berücksichtigt werden.
  • Verzicht. Partner, die beide verdienen und nach einer Scheidung für sich sorgen können, brauchen mitunter keinen Ausgleich. Soll eine Scheidung reibungslos erfolgen, können sie im Ehevertrag auf Ausgleichs- und Unterhaltsansprüche verzichten.

Wir ziehen zusammen und haben jetzt Verträge doppelt. Was können wir kündigen?

  • Hausrat und Haftpflichtversicherung. Haben Sie beide eine Hausratversicherung oder eine private Haftpflichtversicherung, können Sie die jeweils jüngere Police vorzeitig beenden. Legen Sie dem Versicherer eine Kopie der älteren Police vor.
  • Mietvertrag. Wenn Sie ausziehen, um in die gemeinsame Wohnung zu ziehen, gibt es kein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigungsfrist beträgt meist drei Monate.

Ziehen Sie in die Wohnung Ihres Partners, brauchen Sie keine Erlaubnis des Vermieters. Sie sind auch nicht gezwungen, den Mietvertrag mit zu unterschreiben.

  • GEZ. Sobald Sie zusammenziehen, müssen Sie für die Geräte zuhause nur einmal GEZ-Gebühr zahlen. Das Abmeldeformular finden Sie unter www.gez.de/door/service/abmeldung.
  • Telefon- und Internet. Telefon- oder Internetverträge mit fester Laufzeit können Sie eigentlich nicht vorzeitig kündigen, wenn ein Anschluss überflüssig wird. Versuchen Sie trotzdem zu handeln.
  • Krankenkasse. Hört ein Partner nach der Heirat auf zu arbeiten, etwa um Kinder zu betreuen, endet seine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse. Er ist beitragsfrei beim Partner mit versichert, wenn dieser Mitglied einer gesetzlichen Kasse ist.

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