Hochwasser in Deutschland Meldung

Hochwässer suchen Deutschland in immer kürzeren Abständen und mit größerer Intensität heim: Überschwemmungen an der Oder 1997, das Pfingsthochwasser in Bayern 1999, Hochstände an der Elbe 2002, Hochwasser in den Voralpen 2005. Die nächste Flut kommt bestimmt. Im Frühjahr und Sommer verwandeln Dauerregen und Schneeschmelze selbst kleine Gebirgsflüsse regelmäßig in reißende Ströme. Mit zerstörerischer Kraft ziehen sie dann durch Städte und Dörfer und reißen mit, was sich ihnen in den Weg stellt. Zurück bleibt meist ein Bild der Verwüstung. TÜV Süd und test.de geben Tipps, wie Sie sich und Ihr Haus im Hochwassergebiet vor den schlimmsten Schäden schützen.

Leben schützen

Verfolgen Sie die Pegelstände in den Wettervorhersagen und beginnen Sie frühzeitig mit den Schutzmaßnahmen. Schützen Sie bei einem angekündigten Hochwasser zuerst Leben und Gesundheit. Kinder und pflegebedürftige Menschen können einem Hochwasser oft nicht ausweichen. Bringen Sie diese Personen möglichst bei Verwandten und Bekannten außerhalb des gefährdeten Gebiets unter.

Strom abschalten

Hochwasser allein ist schon zerstörerisch genug. Lebensbedrohlich wird es allerdings, wenn es unter Strom gerät. Schalten Sie daher den Strom in hochwassergefährdeten Räumen ab, bevor das Wasser kommt. Der Strom im Keller sollte sich im Verteilerkasten separat abschalten lassen. Für gefährdete Räume sollten außerdem vorher FI-Schutzschalter eingebaut sein. Achtung: Wenn der Keller bereits unter Wasser und Steckdosen oder Kabel unter Strom stehen, sollten Sie den Raum auf keinen Fall betreten. Selbst mit Stiefeln besteht dann akute Lebensgefahr.

Heizungsbrenner ausbauen

Das wertvollste im Keller ist häufig die Heizungsanlage. Schützen Sie diese also vor dem Hochwasser. Wenn noch genügend Zeit bleibt: Lassen Sie Brenner von Gas- oder Ölheizungen sowie Umwälzpumpen vom Fachmann ausbauen. Legen Sie aber nicht selbst Hand an: Die Anlage steht unter Starkstrom - hier besteht ebenfalls Lebensgefahr. Wenn Brenner und Pumpen nicht mehr ausgebaut werden können, schalten Sie die Heizungsanlage auf jeden Fall ab und drehen Sie den Öl- oder Gashahn zu. Schließen Sie auch die Entlüftungsöffnung, sonst dringt Wasser in den Kessel ein.

Öltank verankern

Besonders riskant sind Öltanks. Bei großen und überwiegend leeren Tanks erzeugt das Wasser starken Auftrieb. Auf einen völlig überfluteten Tank wirken je 1 000 Liter Fassungsvermögen Auftriebskräfte von etwa einer Tonne. Diese Kräfte sprengen schwache Verankerungen. Herumtreibende Öltanks können wiederum Schäden am Haus hinterlassen. Verankern Sie den Tank daher mit Stahlbändern im Boden und an den Seitenwänden oder durch Stahlstreben an der Decke. Erdtanks sind einfacher zu sichern. Ein bewährter Trick: Die Erdschicht über dem Tank erhöhen oder den Tank mit einer schweren Betonplatte abdecken. Verschließen Sie auch die Lüftungsrohre des Öltanks. Grundsätzlich: In Hochwassergebieten empfiehlt sich auf lange Sicht der Umstieg von Öl- auf Gasheizung.

Besser warten

Pumpen Sie eindringendes Wasser nicht selbst ab. Wenn der Raum oder Keller außen von Wasser umgeben ist, herrschen sonst stark unterschiedliche Druckverhältnisse. Diese können das Mauerwerk beschädigen und sogar Wände einstürzen lassen. Warten Sie lieber auf die Spezialisten der Feuerwehr - auch wenn der Raum dadurch länger unter Wasser steht.

Vorsorge treffen

Folgende Maßnahmen können Sie schon frühzeitig ergreifen:

  • Rückstauventile. Versehen Sie Abwasserleitungen mit Rückstauventilen. Diese lassen Abwasser zwar abfließen, verhindern aber das Eindringen von Wasser aus der Kanalisation.
  • Altöl. Entfernen Sie Behälter mit Altöl, Säuren, Farben und Lacken aus hochwassergefährdeten Räumen. Informieren Sie die Feuerwehr, wenn solche Flüssigkeiten auslaufen.
  • Autos. Bringen Sie PKWs und Fahrzeuge in höher gelegenen Gegenden in Sicherheit.

Schimmelbildung

Wenn Ihr Haus während der Flut unter Wasser stand, ist hinterher die Gefahr der Schimmelbildung besonders groß. Feuchte Wände sind ein idealer Hort für Sporen und Pilze. Achten Sie also darauf, dass die nassen Räume wieder richtig trocknen. Lüften Sie mehrmals täglich, wenn möglich mit Durchzug. Um die Feuchtigkeit aus dem Haus zu befördern, muss die Luft ausreichend warm sein. Empfehlenswert sind Temperaturen um 20 Grad Celsius. Stiftung Warentest bietet Ihnen eine wissenschaftliche Analyse Ihrer Schimmelpilzproben.

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