Hochwasser-Katastrophe Meldung

Viele Menschen müssen nach der Flutkatas­trophe ihre Häuser und Betriebe wieder aufbauen. Dafür gibt es Steuererleichterungen.

Die Hochwasser-Katastrophe in weiten Teilen der Bundesrepublik hat viele Bürger in ihrer wirtschaftlichen Existenz getroffen. Die Finanzchefs in Bund und Ländern haben deshalb für die Betroffenen eine Liste mit Steuererleichterungen zusammengestellt (Az. IV D 2 - S 0336 - 3/02).

Das Finanzamt kann zum Beispiel Steuerschulden auf Antrag zinslos stunden. Außerdem zieht es Kosten für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung nach Abzug einer Selbstbeteiligung als außergewöhnliche Belastung ab. Auch Ausgaben für Schäden in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus erkennen die Beamten als außergewöhnliche Belastung an. Andere wichtige Steuervorteile sind:

Für Arbeitnehmer

  • Auf Antrag trägt das Finanzamt außergewöhnliche Belastungen durch die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung oder die Beseitigung von Wohnungs- und Hausschäden als Freibetrag in die Lohnsteuerkarte ein.
  • Finanziell in Not geratene Arbeitnehmer können vom Chef steuerfrei Unterstützungen bis 800 Euro bekommen.

Für Vermieter und Pächter

  • Vermieter und Pächter können für den Wiederaufbau von Gebäuden Sonderabschreibungen bis zu 30 Prozent der Kosten beim Finanzamt beantragen.
  • Kosten für die Beseitigung von Schäden an Gebäuden, Grund und Boden bis 45 000 Euro können ohne nähere Prüfung auf bis zu fünf Jahre verteilt als Erhaltungsaufwand anerkannt werden.

Für Selbstständige und Landwirte

  • Selbstständige und Landwirte können für Kosten zum Wiederaufbau von Betriebsgebäuden Sonderabschreibungen bis 30 Prozent beantragen.
  • Für Neuanschaffungen von verlorenen oder zerstörten, beweglichen Anlagegütern (Betriebsfahrzeuge, EDV-Anlagen, Büroeinrichtungen usw.) gibt es Sonderabschreibungen bis 50 Prozent.
  • Instandsetzungskosten für bewegliche Anlagegüter und Betriebsgebäude kann das Finanzamt ohne nähere Prüfung als Erhaltungsaufwand abziehen (Gebäudekosten, wenn sie maximal 45 000 Euro betragen).
  • Kosten für die Beseitigung der Schäden an Grund und Boden sind sofort als Betriebsausgaben absetzbar.
  • Auf Wunsch schickt Finanztest das komplette Schreiben mit den Ansprechpartnern in den Landesministerien zu. Schreiben Sie das entsprechende Aktenzeichen auf die Rückseite eines Din-A4-Rückumschlags (1,53 Euro Porto) und schicken Sie diesen an: Stiftung Warentest, Finanztest-Redaktion, Stichwort „Steuertipps“, Postfach 30 41 41, 10724 Berlin

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