Wenn eine Reise ins Wasser fällt

Hoch­wasser Special

Vom Hoch­wasser sind auch Reisende betroffen. Manche können wegen Über­schwemmung im Urlaubs­land ihre Reise gar nicht erst antreten. Andere müssen ihren Urlaub abbrechen, weil zu Hause Über­schwemmungs­gefahr herrscht. test.de sagt, welche Rechte Reisende haben wenn sie zu Hause oder im Urlaubs­land vom Hoch­wasser über­rascht werden.

Hoch­wasser zu Hause

Wer eine Reise geplant hat, aber jetzt sein Hab und Gut wegen der Über­schwemmung nicht im Stich lassen möchte, dem bleibt nur eins: Die Reise stornieren. „Betroffene, die eine Reise in ein nicht gefähr­detes Gebiet gebucht haben, können diese nicht kostenfrei wegen höherer Gewalt stornieren lassen“, erklärt die Reise­rechts­expertin Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Dasselbe gelte auch für Reisende, die ihren Urlaub abbrechen müssen, weil zu Hause Hoch­wasser­alarm herrscht. Sie müssten vor allem die Kosten für das bereits gebuchte Hotel und die außerplan­mäßigen Kosten der Rück­reise bezahlen, sollte die Reise kürzer gewesen sein, als gebucht. Fischer-Volk empfiehlt Urlaubern, den Veranstalter oder Hotelier um Kulanz und eine Umbuchung auf einen späteren Zeit­punkt, einen Erlass oder eine Reduzierung der Storno­kosten zu bitten.

Die Reise­versicherung hilft

Wer jedoch eine Reiser­ücktritts- und Reise­abbruch­versicherung abge­schlossen hat, steht in diesem Fall besser da. „Wer durch Eigentums­schäden infolge von Elementar­ereig­nissen wie beispiels­weise einer Über­schwemmung reiseun­fähig ist, oder wegen der Ereig­nisse zu Hause seinen Urlaub abbrechen muss, bekommt die anfallenden Storno­kosten vom Versicherer bezahlt. Ebenso werden die nicht verbrachten Urlaubs­tage und Kosten der außerplan­mäßigen Rück­reise vom Versicherer erstattet“, sagt Fischer-Volk.

Im Urlaub vom Hoch­wasser über­rascht

Wenn Pauschal-Touristen im Urlaubs­gebiet vom Hoch­wasser über­rascht werden und den Urlaub deshalb abbrechen müssen, dann haben sie nur für die Reise­leistungen zu zahlen, die sie bis dahin in Anspruch genommen haben. Beispiels­weise also nur die Nächte, die sie tatsäch­lich im Hotel verbracht haben. Den Rest bekommen sie vom Veranstalter bzw. Hotelier erstattet, erklärt Fischer-Volk. Wer seinen Urlaub wegen der Über­schwemmung im Urlaubs­land verlängern statt verkürzen muss, habe selbst für die „außerplan­mäßigen Kosten des Aufenthaltes“ aufzukommen, erklärt die Reise­rechts­expertin. Wer keine Pauschal­reise gebucht hat, sondern die ganze Reise selbst organisiert hat, muss neben den Anreise- und Hotel­kosten auch noch die zusätzliche Rück­reise selbst finanzieren.

Urlaubs­reise muss wegen Hoch­wasser ausfallen

Urlauber, die eine Pauschal­reise in einem Ort gebucht hatten, der jetzt vom Hoch­wasser betroffen ist, können diese bei ihrem Veranstalter wegen „höherer Gewalt“ kostenfrei stornieren. Das betrifft auch Indivi­dual­urlauber, die ihr Hotel­zimmer oder das Ferien­haus nicht beziehen können. Fallen wichtige Abschnitte der gebuchten Reise wegen Hoch­wasser aus, dann ist das eine grund­sätzliche Änderung der Reise, die ebenfalls zu einem kostenfreien Rück­tritt berechtigt. Können dagegen nur einzelne Ausflüge zu Sehens­würdig­keiten nicht statt­finden, haben Urlauber lediglich die Möglich­keit, den Reise­preis zu mindern. Minderungs­ansprüche gegen­über dem Reise­ver­anstalter können inner­halb von vier Wochen nach Reise­ende geltend gemacht werden. „Wenn Reisende von ihrem Tourismusanbieter nicht recht­zeitig über die Lage vor Ort informiert werden und sie machen sich vergeblich auf den Weg, können sie die Erstattung ihrer Hin- und Rück­reise­kosten als Schaden­ersatz verlangen“, sagt die Reise­rechts­expertin.

Tipp: Eine Reiserücktrittsversicherung schützt Urlauber vor Reise­kosten bei unvor­hersehbaren Ereig­nissen zu Hause, wie Natur­katastrophen oder Krankheit. Im unserem Test finden Sie die besten Angebote.

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