So schützen Sie Ihr Haus

Hoch­wasser Special

Ist ein Gebäude vom Hoch­wasser bedroht, sollten es Wohnungs­eigentümer und Mieter auf die Flut vorbereiten, Hier lesen Sie, wie Sie sich und Ihr Haus im Hoch­wasser­gebiet vor den schlimmsten Schäden schützen.

Strom abschalten

Hoch­wasser allein ist schon zerstörerisch genug. Lebens­bedrohlich wird es allerdings, wenn es unter Strom gerät. Schalten Sie daher den Strom in hoch­wasser­gefähr­deten Räumen ab, bevor das Wasser kommt. Der Strom im Keller sollte sich im Verteiler­kasten separat abschalten lassen. Für gefähr­dete Räume sollten außerdem vorher FI-Schutz­schalter einge­baut sein. Achtung: Wenn der Keller bereits unter Wasser und Steck­dosen oder Kabel unter Strom stehen, sollten Sie den Raum auf keinen Fall betreten. Selbst mit Stiefeln besteht dann akute Lebens­gefahr.

Heizungs­brenner ausbauen

Das wert­vollste im Keller ist häufig die Heizungs­anlage. Schützen Sie diese also vor dem Hoch­wasser. Wenn noch genügend Zeit bleibt: Lassen Sie Brenner von Gas- oder Ölhei­zungen sowie Umwälzpumpen vom Fachmann ausbauen. Legen Sie aber nicht selbst Hand an: Die Anlage steht unter Stark­strom – hier besteht ebenfalls Lebens­gefahr. Wenn Brenner und Pumpen nicht mehr ausgebaut werden können, schalten Sie die Heizungs­anlage auf jeden Fall ab und drehen Sie den Öl- oder Gashahn zu. Schließen Sie auch die Entlüftungs­öffnung, sonst dringt Wasser in den Kessel ein.

Öltank verankern

Besonders riskant sind Öltanks. Bei großen und über­wiegend leeren Tanks erzeugt das Wasser starken Auftrieb. Auf einen völlig über­fluteten Tank wirken je 1 000 Liter Fassungs­vermögen Auftriebs­kräfte von etwa einer Tonne. Diese Kräfte sprengen schwache Verankerungen. Herum­treibende Öltanks können wiederum Schäden am Haus hinterlassen. Verankern Sie den Tank daher mit Stahlbändern im Boden und an den Seiten­wänden oder durch Stahl­streben an der Decke. Erdtanks sind einfacher zu sichern. Ein bewährter Trick: Die Erdschicht über dem Tank erhöhen oder den Tank mit einer schweren Betonplatte abdecken. Verschließen Sie auch die Lüftungs­rohre des Öltanks. Grund­sätzlich: In Hoch­wasser­gebieten empfiehlt sich auf lange Sicht der Umstieg von Öl- auf Gasheizung.

Besser warten

Pumpen Sie eindringendes Wasser nicht selbst ab. Wenn der Raum oder Keller außen von Wasser umgeben ist, herr­schen sonst stark unterschiedliche Druck­verhält­nisse. Diese können das Mauer­werk beschädigen und sogar Wände einstürzen lassen. Warten Sie lieber auf die Spezialisten der Feuerwehr – auch wenn der Raum dadurch länger unter Wasser steht.

Vorsorge treffen

Folgende Maßnahmen können Sie schon früh­zeitig ergreifen:

  • Rück­stauventile. Versehen Sie Abwasser­leitungen mit Rück­stauventilen. Diese lassen Abwasser zwar abfließen, verhindern aber das Eindringen von Wasser aus der Kanalisation.
  • Altöl. Entfernen Sie Behälter mit Altöl, Säuren, Farben und Lacken aus hoch­wasser­gefähr­deten Räumen. Informieren Sie die Feuerwehr, wenn solche Flüssig­keiten auslaufen.
  • Autos. Bringen Sie Fahr­zeuge in höher gelegenen Gegenden in Sicherheit.

Schimmel bekämpfen

Wenn Ihr Haus während der Flut unter Wasser stand, ist hinterher die Gefahr der Schimmel­bildung besonders groß. Feuchte Wände sind ein idealer Hort für Sporen und Pilze. Achten Sie also darauf, dass die nassen Räume wieder richtig trocknen. Lüften Sie mehr­mals täglich, wenn möglich mit Durch­zug. Um die Feuchtig­keit aus dem Haus zu befördern, muss die Luft ausreichend warm sein. Empfehlens­wert sind Temperaturen um 20 Grad Celsius. Alles Wichtige zum Thema Schimmel lesen Sie auf der Themenseite Schimmel im Haus.

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