Hoch­wasser Special

Nach dem Hoch­wasser der vergangenen Wochen sind viele Betroffene auf Hilfe angewiesen. test.de sagt, für welche Hoch­wasser­schäden die Versicherungen zahlen und gibt Tipps für Betroffene. Ebenso gibt es Informationen rund um das Thema Arbeits­verhinderung wegen Hoch­wasser und die Rechte im Fall eines Reise­abbruchs. Neu im Special: Informationen über güns­tige Kredite für Hoch­wasser-Geschädigte und über die Rechte von Mietern in Hoch­wasser­gebieten.

Schäden an Gebäuden

Hoch­wasser Special

Schutz bietet neben den alten DDR-Policen die Elementarschaden­versicherung. Haus­eigentümer können diese als Zusatz­baustein zur Wohn­gebäude­versicherung abschließen. Für Häuser in Hoch­wasser­regionen ist der Elementar­schutz jedoch oft schwer zu bekommen. Haus­eigentümer, die in den vergangenen fünf oder zehn Jahren einen Schaden hatten, bekommen bei vielen Versicherern keinen Schutz. Andere Versicherer prüfen den Einzel­fall. Wer keinen Versicherungs­schutz hat, muss in der Regel für die Schäden nach einer Über­schwemmung selbst aufkommen. Die Wohn­gebäude­versicherung über­nimmt nur Schäden durch Leitungs­wasser, Brand, Blitz­schlag und Explosion, Sturm und Hagel.

Wann die Elementarschaden­versicherung hilft

Rund die Hälfte der Wohn­gebäude­versicherer bietet als Ergän­zung zur Wohn­gebäude­versicherung die Elementarschaden­versicherung an. Der Elementarschaden­schutz umfasst den Schutz gegen Über­schwemmung, Erdbeben, -senkung oder -rutsch sowie Schnee­druck und Lawinen. Oft bieten die Versicherer nur Tarife mit einem Selbst­behalt in Höhe von 10 Prozent des Schadens an. Die Versicherung für Elementarschäden kostet für ein durch­schnitt­liches Einfamilien­haus je nach Lage und Versicherungs­gesell­schaft etwa zwischen 50 und 450 Euro im Jahr siehe Test Wohngebäudeversicherung aus dem Jahr 2011.

Wo die Elementarschaden­versicherung hilft

Aber auch die Elementarschaden­versicherung trägt nicht jeden Schaden: Bei Über­schwemmungen bleiben Schäden durch Sturm­flut und solche durch einen Rück­stau in der Kanalisation außen vor. In neueren Versicherungs­angeboten sind auch Rück­stauschäden einge­schlossen – allerdings nur, wenn der Versicherte eine Rück­stausicherung einge­baut hat. Wichtigster Haken der Elementarschaden­versicherung: Steht das Haus in einer Region, die regel­mäßig von Über­schwemmungen betroffen ist, ist sie kaum zu bekommen. Etwa 1,5 Prozent der Wohn­häuser in Deutsch­land gelten als nicht versicher­bar. Hat es in den letzten 10 Jahren nur ein oder zwei Schäden gegeben, führen die Versicherer meist Einzel­fall­prüfungen durch. Gegen einen erhöhten Beitrag oder eine erhöhte Selbst­beteiligung ist der Schutz dann unter Umständen trotz der Vorschäden erhältlich.

Der Schutz der alten DDR-Policen

In den neuen Bundes­ländern haben viele noch eine Wohn­gebäude­versicherung aus DDR-Zeiten. Darin sind Über­schwemmungs­schäden auto­matisch enthalten. Heute führt der Versicherer Allianz diese Policen weiter. Der Konzern hatte nach der Wende das Staats­versicherungs­unternehmen der DDR über­nommen.

Schäden am Hausrat

Auch die Hausrat­versicherung zahlt für Schäden durch Über­schwemmungen normaler­weise nicht. Versichert ist Hausrat nur gegen Schäden durch Leitungs­wasser, Feuer, Sturm, Hagel und Einbruch­diebstahl zum jüngsten Test Hausratversicherung. Nur in der so genannten erweiterten Haus­halts­versicherung der ehemaligen DDR sind Schäden durch Über­schwemmungen auto­matisch im Versicherungs­schutz enthalten. Der Versicherer Allianz hat diese Policen nach der Wende weitergeführt. Ansonsten muss – wie bei der Wohn­gebäude­versicherung – zusätzlich zur Hausrat­versicherung eine Elementarschaden­versicherung abge­schlossen sein. Die Hausrat­versicherer bieten diesen Elementar­schutz oft zusätzlich an.

Tipp: Auf dem auf dem länder­über­greifenden Hoch­wasser­portal finden Sie Allgemeine Informationen zum Hoch­wasser und den aktuellen Stand der Hochwasserlage sowie Verweise auf die Hoch­wasser­zentralen in Deutsch­land. Der Verbraucherzentrale Bundes­verband hat die gebührenfreie Telefon­nummer 0 800/100 37 11 einge­richtet. Hier beant­worten Experten der Verbraucherzentralen von Montags bis Frei­tags von 9 bis 16 Uhr die Fragen von Betroffenen. Die Bundes­regierung hat ebenfalls eine Themen­seite „Flut­hilfe“ ins Internet gestellt: www.bundesregierung.de/fluthilfe.

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