Hochstuhl von Plus Schnelltest

Mit Markenware wirbt Plus um das Vertrauen der Eltern kleiner Kinder. Einen Hochstuhl von Hauck bietet der Discounter seit Donnerstag an. Knapp 40 Euro ist zwar nicht konkurrenzlos billig, aber immerhin günstig. Fürs gleiche Geld fanden Einkäufer der Stiftung Warentest vergleichbare Hauck-Modelle auch andernorts schon; billiger allerdings noch nie. Skeptisch stimmt das Ergebnis aus test 3/2003: Qualitätsurteil mangelhaft gabs wegen Mängeln bei der Sicherheit für den Hauck Alpha plus. Das Plus-Angebot hört auf den Namen Alpha III. Der Schnelltest klärt, ob Hauck dazugelernt hat und das Vertrauen der Eltern verdient.

Umsturz möglich

Hauptkritikpunkt beim alten Alpha plus: Der Stuhl kann nach hinten umkippen. Wenn das Kind sich am Tisch abdrückt und den Stuhl so zum Kippen bringt, gibts schon ab einer vergleichsweise geringen Neigung kein Halten mehr. Das ist gefährlich. Urteil der Stiftung Warentest: Mangelhaft. Kaum zu glauben, aber wahr: Das von Plus vertriebene Nachfolgemodell kippt genau so schnell. Zu früh ist der Punkt erreicht, ab dem der Stuhl nicht mehr in die Ausgangsposition zurückkippt, sondern nach hinten umstürzt. Gefahr droht älteren und kräftigeren Kindern. Babys sind noch sicher. Doch der Stuhl ist laut Werbung für bis zu 25 Kilo schwere Kinder geeignet. Sie drücken den Stuhl spielend aus der Balance.

Eignung unklar

Wenn es jetzt noch von Interesse sein sollte: Die test-Ingenieure fanden noch weitere Mängel. Der Hochstuhl lässt sich nicht gut einstellen. Für viele Kinder ist keine bequeme Sitzposition zu finden. Außerdem lässt die Abstützung für Füße und Beine zu wünschen übrig. Zu allem Überfluss brach beim Zusammenbau eine Mutter. Ersatz wird nicht mitgeliefert und muss, da Standard-Schrauben ungeeignet sind, erst beim Hersteller bestellt werden. Sonst ist technisch soweit alles in Ordnung. Gar nicht schön: Für welche Kinder der Stuhl genau geeignet ist, bleibt unklar. Laut Plus-Werbung sind Kinder mit einem Gewicht von bis zu 25 Kilo sicher untergebracht. Die Gebrauchsanweisung nennt als Obergrenze ein Alter von zehn Jahren. Zehnjährige Kinder sind jedoch deutlich schwerer als 25 Kilo.

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