Hochauflösendes Fernsehen Meldung

Pünktlich zum Beginn der Olympischen Winter­spiele am 12. Februar senden ARD und ZDF ihre Programme in hochauflösender Qualität. Damit wird das Angebot an unverschlüsseltem so genanntem HD-Fernsehen entscheidend ausgeweitet. test.de erklärt, was hochauflösendes Fernsehen bringt und welche Geräte nötig sind.

Fernsehen in besserer Qualität

Nicht nur herkömmliche Bildqualität, sondern hochauflösendes Fernsehen: Dafür steht die Abkürzung HDTV, englisch High Definition Television. HD-Fernsehbilder sind generell detailreicher und schärfer als Fernsehbilder in Standardauflösung. Die tatsächliche Bildqualität hängt vor allem vom verwendeten Fernseher und vom eingespeisten Signal ab. HD-Sender strahlen entweder hochauflösend produzierte Sendungen aus, oder sie rechnen normal produzierte Sendungen nachträglich hoch. Solche nachbearbeiteten Produktionen liefern kein ganz so gutes Bild wie „echte“ HD-Sendungen.

Zahl der HD-Sender wächst

Nach einigen Testsendungen starten Das Erste und ZDF mit Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver endgültig in das Zeitalter des hochauflösenden Fernsehens. Der öffentlich-rechtliche Sender Arte überträgt bereits seit Juli 2008 die bessere Qualität. Auch manche privaten Sender strahlen schon - allerdings verschlüsselt - in HD aus: RTL, Vox, Sat.1, ProSieben und Kabel Eins. Einige Spezialkanäle und Teile des Programms des Bezahlsenders Sky ergänzen das Angebot an hochauflösendem Fernsehen.

Auf den Empfangsweg kommt es an

Um hochauflösendes Fernsehen zu empfangen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Das größte Angebot an Sendern gibt es in der Regel über Satellit. ARD, ZDF und Arte sowie die Privatsender, die HD anbieten, lassen sich alle über eine Schüssel empfangen. Beim Kabelfernsehen hängt die Zahl der empfangenen Sender vom Kabelanbieter ab: Kabel Deutschland als größter Anbieter hat sich erst Ende Januar mit ARD und ZDF geeinigt, das HD-Angebot des Bezahlsenders Sky lässt sich hingegen bei vielen Kabelanbietern abonnieren. Welche Sender über die Kabelbuchse hochauflösend empfangbar sind, sollten HD-Interessierte bei ihrem Anbieter erfragen. Auch über einen sehr schnellen Internetanschluss - mindestens DSL 16 000 sollte es schon sein - ist es via IPTV möglich, hochauflösendes Fernsehen zu empfangen. Einzig über Antenne (DVB-T) gibt es in Deutschland derzeit keine Chance für HDTV. Das wird aus heutiger Sicht wohl erst in einigen Jahren möglich sein.
Tipp: Egal, für welchen Empfangsweg Sie sich entscheiden, in jedem Fall brauchen Sie ein entsprechendes digitales Empfangssignal. Satellitenschüsseln und Kabelanschlüsse lassen sich entsprechend nach- oder umrüsten. Die meisten Kabelanbieter verlangen dafür einen monatlichen Aufpreis. Welcher Empfangsweg für wen geeignet ist und wie viele Kosten ungefähr entstehen, lesen Sie unter TV-Zugangsmöglichkeiten.

Großer Haken: Verschlüsselte Sender

Private Sender wie RTL, ProSieben, Sat.1 oder der Bezahlsender Sky strahlen ihre HD-Programme nur verschlüsselt aus. Dadurch erhoffen sich die Anbieter eine weitgehende Kontrolle über ihre Inhalte: Beispielsweise können sie so Aufnahmen verhindern. Derzeit strahlen RTL, Vox, ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins lediglich über den Satellitenbetreiber Astra und die gemeinsame Plattform „HD+“ aus. Die ersten 12 Monate schauen Zuschauer kostenlos. Danach fallen Kosten von 50 Euro pro Jahr an. Drei Möglichkeiten sind derzeit im Gespräch oder werden bereits angeboten:

  • Ein spezieller Sat-Empfänger mit integrierter HD+-Karte, zu erkennen am Logo „HD+“. Einige solcher Geräte sind bereits auf dem Markt. Zwei davon hat die Stiftung Warentest bereits im aktuellen Test Sat-Empfänger (test 02/2010) getestet.
  • Eine andere Möglichkeit soll im Laufe des ersten Quartals angeboten werden: eine einzelne HD+-Karte mit passendem Modul für den so genannten CI+-Schacht. Hier reicht dann ein Fernseher mit dem richtigen Empfänger sowie CI+-Schacht aus, ein zusätzliches Gerät ist nicht notwendig. Bisher sind allerdings nur ganz wenige Fernseher dafür zertifiziert.
  • Für dieses Jahr sind ebenfalls kostenpflichtige HD+Karten mit Modulen zum Aufrüsten für Empfänger mit so genanntem CI-Schacht angekündigt. Welche genau das sein werden, ist allerdings noch nicht bekannt.

Bei allen drei Varianten müssen Zuschauer damit rechnen, dass sich zum Beispiel ein Spielfilm entweder gar nicht aufnehmen lässt, oder die Werbung nicht übersprungen werden kann.
Fazit: Alle, die jetzt schon die großen privaten Sender in hochauflösender Qualität schauen wollen, sind auf den Satellitenbetreiber Astra angewiesen. Wer noch etwas warten kann, sollte das ruhig tun: Die ersten nur in sehr wenigen Gebieten verfügbaren Kabelanbieter haben angekündigt, demnächst RTL HD und VOX HD in ihr Netz einzuspeisen. Hier ist in den nächsten Monaten viel Bewegung zu erwarten, auch was die möglichen Empfangsgeräte betrifft.
Tipp: Wollen Sie hauptsächlich ARD, ZDF oder Arte in hochauflösender Qualität sehen, reicht ein normaler HD-Empfänger aus. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind per Rundfunkstaatsvertrag dazu verpflichtet, ihre Inhalte unverschlüsselt zu senden. Einige Kabelempfänger im Test: DVB-Empfänger.

Moderne Technik ist unumgänglich

Zunächst einmal eine schlechte Nachricht: Ein alter Röhrenfernseher kann kein hochauflösendes Fernsehen darstellen. Wer schärfere Bilder sehen will, kommt um einen Flachbildfernseher oder einen HD-tauglichen Projektor nicht herum. Darüber hinaus gilt es einiges zu beachten, damit dem hochauflösenden Fernsehvergnügen nichts mehr im Wege steht:

  • Empfänger. Für hochauflösendes Fernsehen ist zwingend ein HD-tauglicher Empfänger notwendig. Beispielsweise reicht ein älterer Sat-Empfänger ohne HD nicht aus.
  • Fernseher. Geräte mit dem Logo „HD ready“ können hochauflösende Bilder darstellen, enthalten aber keinen Empfänger. Trägt ein Gerät hingegen das Logo „HD TV“ ist ein Empfänger integriert.
  • Übertragungsweg. Aber Achtung: Nur wenige Fernseher haben Empfänger für alle wichtigen Übertragungswege mit an Bord, also für Kabel, Satellit und Antenne, wobei letzteres jedoch in Deutschland keine Rolle spielt. Der Empfänger muss aber mit dem Übertragungsweg zusammenpassen. Beispiel: Hat der Fernseher nur einen digitalen Kabel-Empfänger integriert, der Zuschauer guckt jedoch über Satellit, ist ein zusätzlicher HD-tauglicher Sat-Empfänger (test 02/2010) nötig - auch wenn der Fernseher das „HD TV“-Logo trägt.
  • Externer Empfänger. Ein zusätzlicher Empfänger muss ebenso wie der Fernseher HD-tauglich sein. Das erkennen Käufer an den Logos „HD TV“ oder „HD+“. Im Gegensatz zu einem im Fernseher integrierten Gerät bieten externe Empfänger oftmals zusätzliche Möglichkeiten wie beispielsweise Aufnahmefunktionen.

Tipp: Flachbildfernseher mit der besten Bildqualität für hochauflösendes Fernsehen finden Sie im Produktfinder Fernseher.

Wer suchet, der findet

Wer alle passenden Geräte besitzt und ein digitales Fernsehsignal empfängt, der sollte bei einem Suchlauf die neuen Sender wie ZDF HD finden. Vor dem Start der Olympischen Winterspiele laufen bei ARD und ZDF noch Testprogramme, die sich aber bereits in der eigenen Programmauswahl einspeichern lassen. Versierte Zuschauer können auch direkt die Daten des jeweiligen Senders eingeben: Über den Satellitenbetreiber Astra lassen sich beispielsweise ARD, ZDF und Arte in HD auf der Position 19.2 Grad Ost und der Frequenz 11,362 GHz empfangen.

Herkömmliches Fernsehen weiterhin möglich

Keine Sorge: Auch ohne hochauflösende Technik gucken Zuschauer erst mal weiter problemlos Fernsehen. Alle HD-Geräte können Standardsignale empfangen und verarbeiten. Wer beispielsweise einen Flachbildfernseher ohne eingebauten oder externen HD-Empfänger zuhause hat, kann wie bisher seine gewohnten Sender weiterschauen - nur eben nicht hochauflösend. Besitzer alter Röhrenfernseher brauchen sich auch keine Gedanken machen: Das herkömmliche Angebot der Sender läuft parallel weiter.

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