Hoch­auflösende Monitore im Test Test

Curved = gewölbt. Der beste Monitor im Format 21 : 9, ein Dell, zieht den Betrachter durch seinen gewölbten Bild­schirm förmlich ins Bild.

Riesen­groß und ultra­scharf: Eine neue Generation von Computermonitoren liefert Sehgenuss, wie ihn Notebook und Tablet allein nicht bieten.

Die Golden Gate Bridge in voller Breite und daneben noch Platz für alle wichtigen Werk­zeuge des Bild­bearbeitungs­programms. Megabreite Computermonitore im Format 21 : 9 machens möglich. Der beste 21 : 9-Monitor im Test, Dell U 3415W, begeistert über­dies mit einer neuen Technik namens „Curved“. Der Bild­schirm ist gewölbt, er schmiegt sich links und rechts in Richtung Betrachter und zieht ihn förmlich ins Bild. Beim Test von Fernsehern hat uns „Curved“ noch kalt gelassen, weil der Effekt auf große Distanz nicht funk­tioniert. Beim Computermonitor ist das anders: Durch den geringen Betrachtungs­abstand entfaltet sich der volle „Zauber“.

Platz für viele Programm­fenster

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Monitor als Turm. Der AOC lässt sich ins 9 : 21-Hoch­format drehen. Hilf­reich vielleicht für Grafiker und Designer.

Auch die Breit­bild­monitore ohne Curved-Technik bringen mehr Komfort als Notebook oder Tablet allein. Wir haben nicht nur extrabreite Schirme im Format 21 : 9 getestet, sondern auch klassische Geräte im Breit­bild­format 16 : 9. Aus dieser Gruppe stammt der Testsieger. Der sehr gute Dell U2715H für rund 500 Euro punktet mit geringem Strom­verbrauch und sehr guter Hand­habung: einfach anschließen, einschalten und loslegen. Der 16 : 9-Testsieger ist etwa so groß wie ein kleiner Flach­bild­fernseher. Mit einer Bild­diagonale von 69 Zenti­metern liefert der Monitor mehr Platz für Programm­fenster und Werk­zeug­leisten als jedes Notebook.

Die 21 : 9-Monitore sind bei gleicher Höhe noch breiter. Mit einer Bild­diagonale bis 87 Zenti­meter bieten sie noch mehr Platz für Text-, Foto-, Video- und Grafik­programme. Die Bild­urteile reichen von sehr gut bis gut. Selbst Schluss­licht HP über­zeugt noch.

Die Brot-und-Butter-Modelle

Wer nur ab und an mit mehreren Programmen gleich­zeitig arbeitet, liegt mit einem 16 : 9-Monitor richtig. Neben dem Testsieger von Dell empfiehlt sich der FlexScan von Eizo: nicht ganz so gut in der Hand­habung, aber noch besser im Bild. Der Eizo lässt sich besonders tief absenken: minimaler Abstand des Bildes zur Tisch­platte nur 4,4 Zenti­meter. Ein ergono­mischer Vorteil.

Tipp: Stellen Sie den Monitor so ein, dass Sie von oben nach unten blicken. Diese Arbeits­haltung gilt als besonders entspannt und beugt Nacken­schmerzen vor.

Auflösung braucht Rechenpower

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Anschluss. Displayport (Stecker links) und Thunderbolt (rechts) sind schnell genug für 4k-Auflösung.

Wichtig für die Auswahl: Je höher die Auflösung des Monitors, desto leistungs­fähiger muss der Rechner sein. Acht Monitore im Test über­fordern mit ihrer Auflösung die gängige HDMI-Schnitt­stelle. Für 3 440 mal 1 440 Bild­punkte oder sogar 3 840 mal 2 160 Bild­punkte (4k-Auflösung) brauchen sie eine schnelle Grafikkarte im Rechner und eine schnelle Verbindung über die Schnitt­stelle Displayport oder Thunderbolt. Die heute übliche HDMI-Verbindung stößt schon ab 3 440 mal 1 440 Bild­punkten bei der Bild­wieder­holrate an ihre Grenzen. Die Monitore im Test arbeiten noch mit HDMI 1.4. Erst der neueste Stan­dard HDMI 2.0 wäre schnell genug für 4k.

Native Auflösung verwenden

Das heißt: Wer den Bild­schirm über den HDMI-Anschluss mit seinem Rechner verbinden will, wählt am besten einen Monitor mit einer Auflösung von maximal 2 560 mal 1 440 Bild­punkten. Bei dieser Auflösung liefert der Monitor auch über HDMI 60 Bilder pro Sekunde. Die Bild­wieder­holrate von 60 Hertz sorgt für perfekte, ruhige Bilder und flüssige Abläufe, auch bei schnellen Bewegungen im Bild. Höhere Auflösungen sind via HDMI-Anschluss nur bei reduzierter Bild­wieder­holrate möglich. Weniger Bilder pro Sekunde führen zu einem weniger flüssigen Bild­ablauf. Unsere Monitor­experten empfehlen, die volle Bild­wieder­holrate zu nutzen und die volle Auflösung des Monitors.

Tipp: Stellen Sie Ihre Grafikkarte auf die native Auflösung des Monitors ein. Das ist die Anzahl der auf dem Bild­schirm vorhandenen Bild­punkte (Testergebnisse, unter „Auflösung“). Bei geringeren Auflösungen nimmt die Bild­qualität ab.

Neue Erleb­nisse durch Curved

Brot und Butter in Ehren, aber Gamer, Grafiker und Video­filmer sehnen sich oft nach dem besonderen Kick. Nun schlägt die Stunde der extrabreiten Monitore. Der Riesen­bild­schirm hilft immer dann, wenn viele Elemente gleich­zeitig ins Bild müssen. Auf einem 21 : 9-Monitor passen selbst zwei große Programm­fenster locker neben­einander. Auch die Curved-Technik wirkt im Format 21 : 9 besonders gut. Durch die Wölbung wirkt der Monitor weniger mächtig, er hüllt den Betrachter aber eindrucks­voll ins Bild. Der gewölbte Bild­schirm spricht auch das periphere Sicht­feld an, den sprichwörtlichen Augen­winkel. Der Anwender fühlt sich mitten­drin, die Augen müssen weniger nach­fokussieren. Ergebnis: mehr Sehgenuss und entspann­teres Arbeiten am Bild­schirm. Drei der fünf ultra­breiten Monitore haben einen Curved-Bild­schirm.

Multimonitor: Aus eins mach zwei

Wer den riesigen Bild­schirm nicht im Ganzen braucht, kann ihn teilen. Acht Modelle im Test bieten eine Multimonitor­funk­tion: Der Bild­schirm imitiert dann zwei Monitore – ohne den Rahmen, der bei Einzel­monitoren stört. Programm­fenster lassen sich von Monitor- zu Monitor­bereich verschieben. Besser noch: Der Riesen­bild­schirm funk­tioniert auch mit zwei verschiedenen Quellen. Er zeigt zum Beispiel die Inhalte von zwei Notebooks oder von Tablet und Notebook gleich­zeitig an.

Perfekt funk­tioniert das im Test nur bei den 21:9-Modellen von Dell und Samsung. Beim AOC ist die Auflösung sehr umständlich einzustellen, bei den anderen Geräten mit Multimonitor­funk­tion funk­tioniert das gar nicht. Die Grafikkarte liefert beiden Monitor­bereichen die volle Auflösung. Folge: Das Bild wird viel zu klein.

Tipp: Wenn Multimonitor, dann Dell oder Samsung. Sie melden der Grafikkarte die passende Auflösung für zwei Monitore, beim Samsung sogar auto­matisch.

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