Historischer Test Nr. 50 (September 1967) Meldung

“Acht Tennis­bälle verbraucht jeder der rund 250 000 deutschen Spieler durch­schnitt­lich im Jahr“, schrieb test 1967 anläss­lich des ersten Tests von Tennis­bällen. Neben Ball­oberfläche und Größe prüften die Tester auch das Sprung­vermögen. Von den 11 Ball­sorten im Test (Stück­preis 2,40-2,95 Mark) entsprach kaum eine den Regeln des Deutschen Tennis­bunds – manche waren zu weich, andere zu hart. Außerdem gingen die Tester der Frage nach: Dose oder Karton?

Zischt es nicht, sofort reklamieren!

Auszug aus test 9/1967:

„Tennis­bälle sind keine Anschaffung fürs ganze Leben. Sie verändern sich bei längerer Lagerung. Nur druck­lose Bälle altern kaum. Da auch der Einzel­handel nicht nur »von der Hand in den Mund« planen kann, erhält man selten fabrik­frische Bälle. Hinzu kommt, daß außer den Firmen Dunlop und Tretorn kein Unternehmen Tennis­bälle in Deutsch­land herstellt. Bei den anderen Bällen muß man also immer eine gewisse Zeit für den Trans­port aus dem Ausland hinzurechnen. Ein Alters­unterschied von mehreren Wochen macht sich – zumindest bei in Kartons verpackten Bällen – schon deutlich bemerk­bar.

Um die Lager­fähig­keit von Tennis­bällen erheblich zu erhöhen, kamen amerikanische Hersteller auf die Idee, die Bälle in Über­druck­dosen zu verpacken. Der Luft­druck in der Blechbüchse entspricht dem Innen­druck des Balles. Solche Bälle sind längere Zeit lager­fähig – wenn die Dose nicht beschädigt ist, was häufig vorkommt. Beim Öffnen der Ball­dose muß hörbar Luft entweichen. Zischt es nicht, sofort reklamieren! Die Bälle sind dann fast immer verdorben, das heißt, sie sind zu weich oder haben mangelhaftes Sprung­vermögen. Sie müssen anstands­los umge­tauscht werden.

Aber: Auch Bälle aus einwand­freien Dosen haben Nachteile, die vor allem Spitzen­spieler weniger lieben: sie springen fast immer zu hoch. Deshalb meint »Hanne« Nüss­lein, Tennis­lehrer, Profi-Welt­meister von 1933 bis 1937, früherer Trainer zahlreicher welt­berühmter Davis-Cup-Mann­schaften: »Wer in einem guten Geschäft kauft, wo er sicher weiß, daß ihm keine alten Bälle angeboten werden, sollte nicht zur Dose, sondern zum Karton greifen!«

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