Historischer Test Nr. 31 (April 1967) Test

Ist Honig nur ein leckerer Brot­aufstrich, ein besonders hoch­wertiges Nahrungs­mittel – oder sogar ein medizi­nisches Heil­mittel? Das waren die Leitfragen des ersten Honig-Tests der Stiftung Warentest. Untersucht wurden 32 Honige aus Deutsch­land, dem europäischen Ausland und Übersee. Verfälscht war keiner. Doch hinsicht­lich Geschmack, Geruch und Preisen gab es große Unterschiede. Interes­sant: Ein biologisch weniger wert­voller Honig kann aromatischer sein als ein hoch­wertiger.

Mehr zum Thema:

Übersee-Bienen arbeiten billiger

Auszug aus test 4/1967:

„Rund 45 000 Tonnen ausländischen Honigs hat die Bundes­republik im Jahre 1966 einge­führt. Vor allem aus Mexiko, China, Argentinien, USA und einigen osteuropäischen Ländern. Das ist etwa das Fünf­fache der gesamten deutschen Honig­erzeugung. Ausländischer Honig ist billig. Ein halbes Kilo gibt es schon unter einer Mark. Für einen Impor­thonig der oberen Preisklasse zahlt man um drei Mark. Die von uns getesteten 30 Impor­thonige, die in Deutsch­land abge­füllt wurden, waren von guter, mitt­lerer und geringerer Beschaffenheit, worunter der Gesamt­eindruck aus geschmack­licher Güte und chemisch-physika­lischen Befunden verstanden wird. Stellt der Verbraucher zwischen einem inländischen und einem ausländischen Honig bezüglich Geschmack, Geruch und Farbe kaum Unterschiede fest, kann trotzdem übersee­ischer Honig in seinem biologischen Wert gemindert sein. Auf dem langen Weg vom Erzeuger zum Abfüller und durch längere Lagerung wird das Kristallisieren gefördert. Zur Umfüllung in Gläser muß der Honig wieder verflüssigt werden. Er wird erwärmt. Je höher dabei die Temperaturen sind, um so dünn­flüssiger wird er. Aber: Zuviel Hitze kann dem Honig schaden.“

Dieser Artikel ist hilfreich. 8 Nutzer finden das hilfreich.