Historischer Test Nr. 15 (Oktober 1966) Test

31 000 Tonnen tief­gefrorener Spinat wurden 1965 verkauft (zum Vergleich: 2013 waren es dreimal so viel) – Grund genug für den ersten Tiefkühl­kost-Test der Stiftung Warentest. Fazit: „Was auf dem Fließ­band noch gut war, kann in der Truhe schon schlecht sein.“ Untersucht wurden Spinat und Erdbeeren von neun Firmen. Bei Spinat war die Qualität ziemlich einheitlich. Größere Mängel stellten die Tester dagegen bei Erdbeeren fest. Die Lagerung erwies sich als das Haupt­problem.

Das eiskalte Geschäft

Auszug aus test 07/Oktober 1966:
„Spinat ist ein hoch­wertiges Gemüse – wenn er frisch vom Feld kommt. Bereits 36 Stunden nach der Ernte hat er 60 Prozent seines Gehalts an Vitamin C einge­büßt. Tief­gefrorener Spinat dagegen enthält noch nach einem halben Jahr über 80 Prozent des wert­vollen Vitamins, weil das Gemüse direkt nach der Ernte einge­froren wird, noch bevor Enzyme und Bakterien seinen Wert vermindern. Wissenschaftler bezeichnen die Tiefkühl­kost als »Ernährungs­grund­lage der Zukunft«. Ohne wesentliche Qualitäts­einbußen kann sie bis zu einem Jahr aufbewahrt werden. Ernährungs­physiologen haben entdeckt: Durch Tief­gefrieren werden die Lebens­mittel für den menschlichen Organismus leichter verdaulich.

Ein weiterer Vorteil: Arbeits­ersparnis in der Küche. Das Putzen von Gemüse, das Vorbereiten von Fisch oder Geflügel fällt bei tief­gefrorenen Lebens­mitteln weg. Diese Arbeiten nehmen die Froster­betriebe der Hausfrau ab. Kurze Hitzebe­hand­lung in der Frosterei und ein »Mürbewerden« während der Tiefkühl­lagerung bewirken, daß sich die Garzeit gegen­über frischen Lebens­mitteln bis zu einem Drittel verkürzt. Tiefkühl­kost wird deshalb immer häufiger verlangt. Über 180 000 Tonnen wurden im letzten Jahr verkauft. Die Bundes­bürger erwärmten sich vor allem für tief­gefrorenes Geflügel (92 000 Tonnen) und Gemüse (52 000 Tonnen). Spinat hatte mit 31 000 Tonnen am Gemüse den Haupt­anteil. Beim Obst lagen Erdbeeren an der Spitze. 360 Tonnen Erdbeeren wurden letztes Jahr in der Bundes­republik einge­froren, fast 4 000 Tonnen kamen tiefgekühlt aus dem Ausland.“

Dieser Artikel ist hilfreich. 1 Nutzer findet das hilfreich.