Sind die Kinder erst aus dem Gröbsten heraus, hat sich schon manche Ehefrau vom Mann getrennt und ist zurück in den Beruf gegangen. Trotzdem kann sie eine Hinterbliebenenrente fordern, wenn der Noch-Ehemann stirbt, entschied jetzt das Bundesarbeitsgericht (Az. 3 AZR 387/99).

Der Betrieb eines Verstorbenen wollte an die Witwe keine Hinterbliebenenrente zahlen. Er argumentierte vor allem mit der so genannten Haupternährerklausel der Altersversorgung, wonach es die Witwenrente nur gebe, wenn der Verstorbene vor seinem Tod den Unterhalt der Familie "überwiegend bestritten" habe. Das sei nach dem beruflichen Neustart der Frau nicht mehr der Fall gewesen. Außerdem habe die sich von ihrem Mann vor dessen Tod getrennt.

Beides sei egal, urteilten die Richter. Die Haupternährerklausel sei erfüllt, weil es hierfür nicht nur auf die letzte Zeit vor dem Tod des Arbeitnehmers ankomme. Mit Blick auf die gesamte Anstellung sei er überwiegender Versorger der Familie gewesen. Dass sich die Partner getrennt hatten, sei unwichtig, da nur eine Scheidung Versorgungsansprüche des Überlebenden ausschließe.

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