Der amerikanische Tier­futterhersteller Hill‘s Pet Nutrition ruft fünf Dosenfutter für Hunde zurück. Sie enthalten möglicher­weise zu hohe Mengen an Vitamin D – die Gesundheit der Tiere kann dadurch erheblichen Schaden erleiden. Hunde­besitzer sollten sie nicht mehr füttern. test.de sagt, welche Produkte betroffen sind, was zu viel Vitamin D beim Vier­beiner bewirken kann – und was an Behauptungen dran ist, einzelne Hunde seien an Hill‘s Hundefutter gestorben.

Diese Hundefutter sollten Sie nicht mehr verfüttern

„Aufgrund potenziell erhöhter Vitamin-D-Mengen“ ruft die Firma Hill‘s Pet Nutrition fünf Nass­futter für Hunde in Dosen zurück. Sie wurden welt­weit in Geschäften, Tier­arzt­praxen und im Internet vertrieben, ebenso in Deutsch­land. Hunde­besitzer können anhand dieser Liste und insbesondere anhand der Artikel- und Chargen­nummer kontrollieren, ob sie eines der Futter verwenden:

  • Hill‘s Prescription Diet i/d Canine 360 g, Artikel­nummer 8408U, Chargen­nummer 102020T18
  • Hill‘s Prescription Diet z/d Canine Ultra All­ergen-Free 370 g, Artikel­nummer 8018U, Chargen­nummer 102020T17
  • Hill‘s Prescription Diet w/d Canine 370 g, Artikel­nummer 8017U, Chargen­nummer 102020T05
  • Hill‘s Science Plan Canine Adult mit Huhn 370 g, Artikel­nummer 8037U, Chargen­nummer 102020T27
  • Hill‘s Science Plan Canine Mature Adult 7+ mit Huhn 370 g, Artikel­nummer 8055U, Chargen­nummer 102020T14

Produkt­bilder wollte uns Hill‘s auf Anfrage nicht zur Verfügung stellen.

An diesen Stellen stehen auf den Dosen die Artikel- und Chargen­nummern. Die Zahlen­folgen auf dem Bild sind nur Beispiele. Die Nummern der betroffenen Futter stehen oben in der Liste.

Bei Krank­heits­symptomen den Tier­arzt aufsuchen

Für Tiere, die eines dieser Produkte verzehrt haben, rät Hill‘s in seiner Rückruferklärung: Träten Krank­heits­symptome wie Erbrechen, Appetitlosig­keit, über­mäßiges Trinken oder Gewichts­verlust auf, sollten die Tiere vom Tier­arzt untersucht werden. Betroffene Produkte will Hill‘s kostenlos ersetzen. Hundehalter können über die Webseite von Hill‘s oder die Telefon­nummer 0800 44 55 77 3 Kontakt aufnehmen.

Beschwerden in den USA lösten Rück­ruf aus

Bei Hill‘s Pet Nutrition handelt es sich um einen großen amerikanischen Hersteller. Seine Futter liegen im höher­preisigen Segment. Bekannt ist er für den Werbe­slogan „welt­weit von Tier­ärzten empfohlen“. Dem Rück­ruf seiner Produkte war eine Beschwerde in den USA voraus­gegangen, wonach ein Hund Anzeichen für einen erhöhten Vitamin-D-Spiegel hatte (Hill‘s Erklärung zum Rückruf). Es bestätigte sich, dass mehrere Futter erhöhte Vitamin-D-Werte haben könnten – „aufgrund eines Lieferanten­fehlers“, so Hill‘s. Trockenfutter für Hunde, Katzenfutter und Snacks von Hill‘s seien nicht betroffen.

Starben Hunde an einer Über­dosis Hill‘s?

In den sozialen Netz­werken berichten mehrere Hunde­besitzer in den USA , ihre Tiere seien wegen der über­dosierten Futter verstorben – ob tatsäch­lich ein Zusammen­hang vorliegt, lässt sich derzeit nicht belegen.

Mögliche Folgen: Gefäß- und Nieren­verkalkungen

Vitamin D3 ist für Hunde lebens­notwendig und wird den meisten Futtermischungen zugesetzt. In der EU ist es als Futtermittel­zusatz­stoff zugelassen – allerdings gibt es einen Höchst­gehalt: Pro Kilogramm Futter mit einem Feuchtig­keits­anteil von 12 Prozent dürfen maximal 2 000 interna­tionale Einheiten (IE ) enthalten sein. „Generell sollte die Vitamin-D-Zufuhr das Zehnfache des Normalbe­darfs nicht über­schreiten“, schreibt Jürgen Zentek, Professor für Tier­ernährung an der Freien Universität Berlin, in seinem Buch „Ernährung des Hundes“. Für ausgewachsene Hunde würden 10 IE Vitamin D pro Kilogramm Körpermasse am Tag ausreichen. Eine Über­versorgung begüns­tige unter anderem hohe Kalzium- und Phosphor­gehalte im Blut, Gefäß­verkalkung, Polyurie und blutige Durch­fälle. Nach lang­fristiger täglicher Zugabe von hohen Mengen Vitamin D seien Nieren­verkalkungen beob­achtet wurden.

Das sagen unsere Futtertests

Die Stiftung Warentest untersucht regel­mäßig Hundefutter und Katzenfutter auf zahlreiche Nähr­stoffe, darunter auch auf Vitamin D. Eine Vitamin-D-Über­dosierung kam dabei bisher nicht vor. Vielmehr das Gegen­teil: Einige Futter lieferten zu wenig von diesem essenziellen Vitamin und bekamen deshalb schlechte Noten. Die zurück­gerufenen Hill‘s-Hundefutter waren bisher in keinem Test vertreten.

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