Schnarchen und Apnoe

Jeder vierte Mann ist ein Schnarcher, unter den Frauen fast jede siebte. Harmloses Schnarchen und gefährliche schlafbezogene Atemstörungen sind verschiedene Vorgänge: Schnarchen ohne Atempausen und ohne Müdigkeit am Tage ist ungefährlich und bedeutet „nur“ eine Belästigung der Mitmenschen, hat jedoch für den Schnarcher selbst keine krank machenden Folgen.

Schnarchen kann als Apnoe (vorübergehender Atemstillstand) aber Symptom schlafbezogener Atemstörungen sein und sehr gefährlich werden. Die Folgen: u. a. hoher Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, erhöhte Unfallgefahr (Sekundenschlaf), psychosoziale Folgen mit Depression infolge fehlender Konzentrationsfähigkeit. Von behandlungsbedürftiger Apnoe sind etwa 2 Prozent der Frauen, 4 Prozent der Männer betroffen.

Ob es sich um eine Apnoe handelt, lässt sich an drei Kardinalsymptomen ablesen, die jedoch nicht immer bestehen müssen:

  • Morgendliche Unausgeschlafenheit trotz ausreichenden Schlafs.
  • Lautes, unregelmäßiges Schnarchen, zum Teil mit vom Bettpartner bemerkten Atempausen.
  • Tagesschläfrigkeit und verminderte Belastbarkeit als Folge gestörten Schlafs.

Über das Krankheitsbild der Apnoe und therapeutische Hilfsmittel wie die nächtliche Überdruckbehandlung mit CPAP-Geräten berichten wir in der kommenden Ausgabe.

Forderungen

Hersteller von Antischnarchhilfsmitteln sollten in den Gebrauchsanleitungen darauf hinweisen,

  • wenn das jeweilige Produkt über keinen wissenschaftlichen Wirknachweis verfügt und
  • dass in bestimmten Fällen unbedingt Kontakt zu einem Schlaflabor aufgenommen werden muss:
  • so bei Müdigkeit, Atempausen im Schlaf, verminderter körperlicher oder geistiger Belastbarkeit, Übergewicht, Bluthochdruck, familiär gehäuften Vorerkrankungen mit Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Verdächtig ist schon das Einnicken vor dem Fernsehgerät.

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