Hilfs­bereitschaft Meldung

Viele Ehren­amtliche engagieren sich in Flücht­lings­unterkünften.

Manche bringen Körbe voller Kleidung. Andere sortieren die Gaben. Die Nächsten spielen mit Kindern, verteilen Essen oder unter­richten Deutsch. Viele Bilder aus Flücht­lings­heimen zeigen, wie Bürger ihren Mitmenschen helfen. Auch sonst passiert das oft, etwa wenn in der Vorweihnachts­zeit die Frei­gebig­keit auf den höchsten Stand des Jahres steigt. Wer andere unterstützt, fühlt sich wohler und beugt sogar Depressionen vor. Er handelt nach biologischen Mustern.

Engagement nützt auch den Helfern

Forscher ergründen das Phänomen. Demnach nützt Engagement für andere nicht nur den Empfängern, sondern auch den Helfern. Eine Auswertung von Studien aus dem Jahr 2013 zeigt: Wer sich ehren­amtlich betätigt, fühlt sich wohler und ist zufriedener mit seinem Leben als Bürger, die das nicht tun. Zudem senkt der freiwil­lige Einsatz das Risiko für Depressionen.

Hilfs­bereitschaft verlängert das Leben

Ein Einfluss auf die körperliche Gesundheit zeigte sich nicht – dennoch verlängert Hilfs­bereitschaft laut der Analyse das Leben. Welche Mecha­nismen den güns­tigen Effekten zugrunde liegen, ist den Autoren zufolge noch unklar. Sie weisen darauf hin, dass es stets auf das rechte Maß ankommt: Aus der Burn-out-Forschung sei bekannt, dass allzu Engagierte leicht ausbrennen.

Nächs­tenliebe hat auch biologische Wurzeln

Ob jemand hilft, hängt von der Situation, Persönlich­keit und Wert­vorstel­lungen ab. So gilt Nächs­tenliebe in vielen Religionen als Tugend. Sie hat aber auch biologische Wurzeln. Laut Studien am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthro­pologie eilen bereits Klein­kinder fremden Erwachsenen zu Hilfe, wenn die sich vor ihren Augen abplagen. Das liegt laut den Forschern noch nicht an der Erziehung.

Die Evolution setzt auf Koope­ration

Heute gilt nicht mehr die Konkurrenz allein als Werk­zeug der Evolution, sondern auch die Koope­ration. Die Sorge für nahe Verwandte nützt direkt, da sie dem Erhalt der eigenen Gene dient. Auch Einsatz für Nicht­verwandte lohnt: Wer gute Taten voll­bringt, gewinnt Anerkennung und Dank – und wird eher unterstützt, wenn er in Not ist. Meist ist das Helfern nicht bewusst. Es schmälert auch nicht den Nutzen für andere.

Tipp: Sie wollen sich in der Flücht­lings­hilfe engagieren, wissen aber nicht recht, wie? Orientierung liefert unser Wegweiser für freiwillige Helfer.

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