Hilfen im Haushalt Special

Handwerker, Putzfrau oder Pflegehilfe schwarz zu beschäftigen, lohnt kaum noch. Für 2009 wurde die Steuererstattung für haushaltsnahe Dienst­leistungen verbessert.

Auf Rechnung oder schwarz? Selbst ehrliche Bürger kommen ins Grübeln, wenn die Putzfrau bezahlt werden muss oder ein Gärtner die Bäume schneiden soll. Damit die Versuchung nicht gar so groß wird, erstattet der Bund Steuern für „haushaltsnahe Dienstleistungen“.

Gemeint sind damit alltägliche Aufträge von Privatleuten rund ums Haus. Zum Beispiel für Dach oder Fassade, fürs Malern, Klempnern, Gärtnern, Fliesenlegen, Parkettabschleifen oder den Einbau einer neuen Küche. Auch Mieter können den Steuervorteil nutzen. Die Kosten für den Schornsteinfeger oder fürs Klavierstimmen gehören dazu, ebenso Reparaturen, wenn Waschma­schine oder Computer streiken. Zusätzlich werden Kinderbetreuung, Pflegedienste und Haushaltshilfen gefördert.

Das Finanzamt erstattet 20 Prozent der Kosten. Für 2009 wurde die Regelung sogar deutlich verbessert: Bisher wurden maximal 3 000 Euro anerkannt, es gab also höchstens 600 Euro Erstattung. Ab 2009 steigt die Grenze für Handwerkerarbeiten auf 6 000 Euro, sodass 1 200 Euro erstattet werden. Bei Dienstleistungen – Pflege, Putzen, Kinderhüten – sind es sogar 20 000 Euro, da gibt es bis zu 4 000 Euro zurück.

Wichtig: Diese Summen werden nicht von der Steuer abgesetzt, sondern vom Finanzamt erstattet. Sie senken also nicht das zu versteuernde Einkommen, sondern direkt die Steuerschuld. Das Amt zieht sie von der zu zahlenden Einkommensteuer ab.

Handwerker

Für Handwerkerleistungen gibt es maximal 1 200 Euro zurück, wenn die selbstgenutzte Wohnung modernisiert, renoviert oder instand gehalten wird. Neubauten werden aber nicht gefördert. Die Erstattung gibt es nur, wenn die Firma im Haus des Kunden arbeitet beziehungsweise im Garten oder in der Garage. Nimmt der Mechaniker den Computer mit in seine Werkstatt, gilt das nicht unbedingt als „haushaltsnah“.

Dabei greift die Steuerregelung auch für Ferienhäuser und Zweitwohnungen, die Immobilie darf sogar im EU-Ausland liegen. Diese Regelung ist neu und gilt rückwirkend ab 2006, sofern der Steuerbe­scheid noch offen ist – bis 2008 gab es allerdings maximal 600 Euro zurück.

Allerdings werden nur die Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten sowie die Umsatzsteuer anerkannt – nicht aber Materialkosten. Kunden sollten deshalb am besten schon bei der Auftragserteilung darauf bestehen, dass die Arbeitskosten separat auf der Rechnung stehen.

Vor allem aber dürfen Kunden die Rechnung nicht bar bezahlen. Das Finanzamt verlangt einen Überweisungsbeleg, im Regelfall ist das der Kontoauszug. Barzahlungen werden nicht akzeptiert. Wer keinen Überweisungsbeleg vorlegen kann, erhält die Steuererstattung nicht.

Tipp: Wenn eine Firma unbedingt Bares sehen will, sollten Sie ihr den Auftrag besser nicht erteilen. Klären Sie diesen Punkt unbedingt vorher. Vor allem Umzugsfirmen verlangen im Regelfall eine Barzahlung. Zwar verzichtet das Finanzamt seit 2008 darauf, dass der Steuerzahler Rechnung und Zahlungsbeleg mit der Einkommensteuererklärung einreicht, aber die Beamten können die Unterlagen nachfordern. Sich deswegen mit dem Finanzamt her­umzuschlagen, hat kaum Sinn. Der Bundesfinanzhof hat in zwei Urteilen bestätigt, dass die Beamten den Überweisungsbeleg verlangen dürfen (Az. VI R 14/08 und VI R 22/08, Verfassungsbeschwerde eingelegt).

Mieter und Wohnungseigentümer können haushaltsnahe Dienste mit einer Bescheinigung des Verwalters oder Vermieters belegen oder mit einer Nebenkostenabrechnung, in der die Ausgaben stehen.

Dienstleister

Zusätzlich gilt die Steuerförderung auch für Dienstleistungen, zum Beispiel durch Putzhilfen, Gebäudereiniger, Haushaltshilfen, Gärtner, Umzugsfirmen oder Wach- und Schließdienste. Maximal 20 000 Euro der Personalkosten können geltend gemacht werden. 20 Prozent davon, also bis 4 000 Euro im Jahr, senken die Steuerlast.

Das gilt seit 2009 auch, wenn Kranke, alte Menschen und Pflegebedürftige im Haushalt von einem Pflegedienst versorgt werden. Neu ist auch, dass keine Pflegestufe mehr nachgewiesen werden muss.

Wichtig: Beide Förderungen stehen nebeneinander. Ein privater Haushalt kann also 1 200 Euro für Handwerkerleistungen erstattet bekommen und zusätzlich 4 000 Euro für Dienstleistungen.

Dafür entfällt eine andere Regelung, die über 60-jährige Senioren bisher – also auch noch für die Steuererklärung 2008 – nutzen konnten: Sie durften Kosten für eine Haushaltshilfe mit 624 Euro pro Jahr als außergewöhnliche Belastung pauschal abziehen, vorausgesetzt, einer der Ehepartner war mindestens 60 Jahre alt oder die Haushaltshilfe wird wegen Krankheit einer zum Haushalt gehörenden Person benötigt. Das gilt auch bei Unterbringung im Heim. Bei Schwerbehinderung oder Hilflosigkeit erhöhte sich der Betrag auf 924 Euro.

Das war die Regelung bis Ende 2008. Seit 2009 müssen nun alle Ausgaben mit Rechnung nachgewiesen werden. Dafür können Aufwendungen bis zu 4 000 Euro pro Jahr von der Steuerschuld abgezogen werden.

Auch Eltern, die ihr Kind im eigenen Haushalt betreuen lassen, erhalten diese 4 000 Euro Steuernachlass. Das geht aber nicht bei außerhäuslicher Betreuung, zum Beispiel bei einer Tagesmutter.

Doch das Finanzamt berücksichtigt Kinderbetreuungskosten als haushaltsnahe Dienst­leistungen nur, wenn kein Anspruch auf „erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten“ besteht, die wie Werbungskosten, Betriebsausgaben oder als Sonderausgaben abgezogen werden dürfen.

Von der neuen Regelung können zum Beispiel Paare profitieren, von denen nur einer arbeitet. Sie konnten Betreuungskosten als Sonderausgaben bisher nur für Kinder zwischen drei und sechs Jahren geltend machen. Jetzt können sie bis 4 000 Euro zurückerhalten, wenn sie zum Beispiel eine Studentin für die Betreuung beschäftigen.

Wenn, wie in diesem Fall, eine Hilfe fest eingestellt wird, agiert der Privathaushalt als Arbeitgeber mit allen Pflichten: zum Beispiel Abrechnung über die Lohnsteuerkarte und Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen. Wer die volle Fördersumme von 4 000 Euro dafür nicht ausschöpft und zum Beispiel nur 3 000 Euro Steuererstattung für die Haushaltshilfe beantragt, hat noch 1 000 Euro Spielraum für andere Dienstleistungen wie Pflege und Betreuung. Die Tabelle zeigt, wie Steuervorteile kombiniert werden können.

Minijob als Alternative

Eine Alternative zu den sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen ist der Minijob. Wenn das regelmäßige monatliche Gehalt unter 400 Euro liegt, kann zum Beispiel eine Putzhilfe im Minijob beschäftigt werden. Private Arbeitgeber zahlen dann neben dem Gehalt eine Pauschale von 14,27 Prozent für Steuer und Versicherung an die Minijobzentrale. Einzelheiten stehen im Internet unter www.minijob-zentrale.de.

Für einen Minijob konnten bisher – also auch noch für 2008 – 10 Prozent der Kosten von der Steuer abgesetzt werden. Ab 2009 sind es 20 Prozent, höchstens 510 Euro jährlich. Auch wenn die Hilfe nicht das ganze Jahr beschäftigt wird, sind jetzt bis zu 510 Euro Steuerabzug drin.

Minijob und haushaltsnahe Dienste

Beide Anstellungsformen – Minijob und haushaltsnahe Dienstleistung – sind auch mit Familienangehörigen erlaubt, wenn diese nicht zum Haushalt gehören. Förderfähig sind alle Tätigkeiten, die unmittelbar zur Haushaltsführung gehören, also Kochen, Putzen, Waschen oder Gärtnern.

Wichtig: Das Arbeitsverhältnis sollte so vereinbart und durchgeführt werden, wie das auch unter Fremden üblich ist.

Tipp: Auch Heimbewohner dürfen die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen einreichen, wenn sie eine eigene Wohnung bewohnen und den Haushalt selbst führen.

Tipp: Mit einem Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte für voraussichtliche Hilfen im Haushalt können Arbeitnehmer sofort ihr Nettoeinkommen erhöhen. Für haushaltsnahe Dienstleistungen und Beschäftigungen können maximal 16 000 Euro und für Handwerkerleistungen maximal 4 800 Euro eingetragen werden.

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