Hilfe im Netz Meldung

Diagnose Demenz - ein Schock für Betroffene, Angehörige und Freunde. Erste Hilfe bietet Wegweiser-Demenz.de, das neue Internetportal des Bundes­familien­ministeriums. Es unterstützt Familien, Ehren­amtliche und Profis mit ausführ­lichen Informationen zur Krankheit Demenz. test.de stellt den Wegweiser vor.

Nach der Diagnose

In den ersten Wochen nach der Diagnose ist vor allem eins wichtig: sich zu informieren — über die Krankheit, ihre medizi­nischen und recht­lichen Folgen sowie über Möglich­keiten der Betreuung und Pflege. Der Wegweiser beant­wortet zentrale Fragen:

  • Demenz­erkrankungen. Was Demenz­erkrankungen wie Alzheimer sind, wie sie entstehen und behandelt werden.
  • Alltag. Welche Folgen die Krankheit für den Alltag hat und wie Betroffene ihr Leben aktiv, sicher und lebens­wert gestalten können.
  • Vorsorge. Wie sich Erkrankte und ihre Familien auf die Zukunft vorbereiten können und recht­lich absichern, etwa mit Testament, Vorsorgevoll­macht, Patienten- und Betreuungs­verfügung.
  • Leistungen und Hilfen. Welche finanzielle Unterstüt­zung Demenz­kranken zusteht und wo sie Hilfe finden, auch Betreuungs- und Pfle­geangebote.

Adress­daten­bank ohne Qualitäts­garantie

Für die Suche nach Ansprech­part­nern, Adressen und Angeboten in der Nähe, können Betroffene die Daten­bank des Wegweisers nutzen. Sie steht am rechten Rand auf jeder Seite des Portals und funk­tioniert schnell und einfach: Post­leitzahl ins Such­fenster eingeben, Angebots­kategorie wählen und schon erscheint das Ergebnis. Die Auto­rin des Buchs Demenz der Stiftung Warentest, Heike Nord­mann, sieht die Adress­daten­bank des Wegweisers Demenz allerdings kritisch. „Es ist nicht klar, wie die Redak­tion des Wegweisers die Qualität der in der Daten­bank einge­tragenen Angebote kontrollieren will.“ Im Prinzip könne sich jeder Anbieter eintragen. Die verantwort­liche Projektleiterin des Wegweisers Silke Ebel bestätigt, dass sich die Redak­tion haupt­sächlich auf die Selbst­auskunft eines Anbieters verlasse. „Wir können nicht in jede Einrichtung fahren.“ Allerdings gelange ein Anbieter erst nach einem mehr­stufigen Freigabe­prozess in die Daten­bank. Ebel weist auf die Kommentar­funk­tion des Wegweiser hin. Dort könnten Betroffene die Redak­tion des Wegweisers auf unseriöse Angebote hinweisen. Die Redak­tion würde solchen Hinweisen nachgehen und entsprechende Anbieter aus der Daten­bank entfernen.

Erfahrungen teilen

Für viele Betroffene von zentraler Bedeutung: Nicht allein zu sein mit der Krankheit Demenz. Sie möchten ihre Erfahrungen weitergeben und von den Erfahrungen anderer profitieren. Diesen Raum bietet das Weblog des Wegweisers. Demenz­kranke, Angehörige, Ehren­amtliche und Fach­kräfte können hier von ihren Erfahrungen berichten, Berichte anderer kommentieren und diskutieren. Ebenfalls im Portal enthalten: Kurz­filme, die in der Video­galerie vom Leben mit Demenz berichten. Themen sind zum Beispiel der Alltag in einer betreuten Wohn­gemeinschaft oder Urlaub mit Demenz. Tipps zu Spielfilmen und Literatur ergänzen das Angebot.

Infos für Ehren­amtliche und Fach­kräfte

Demenz­erkrankungen gewinnen für die Gesell­schaft zunehmend an Bedeutung. Grund: Sind derzeit rund 1,3 Millionen Menschen in Deutsch­land an Demenz erkrankt, verdoppelt sich ihre Zahl laut Bundes­familien­ministerium bis zum Jahr 2050 auf schät­zungs­weise 2,6 Millionen Menschen. Das bedeutet: Immer mehr Fach­kräfte und Ehren­amtliche sind erforderlich, die mit Demenz­kranken arbeiten und sie betreuen. Deshalb informiert das Portal Ärzte, Pflegefach­kräfte oder Therapeuten über wissenschaftliche Studien zum Thema, sagt, wo sich weiterbilden und qualifizieren können und gibt Tipps zum Berufs­alltag. Das Portal zeigt Interes­sierten, wie und wo sie sich ehren­amtlich engagieren können, nennt Einsatz­felder und Ansprech­partner.

Infos bei der Stiftung Warentest

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Auch die Stiftung Warentest informiert ausführ­lich über das Thema Demenz, mit dem Buch Demenz und dem Special Demenz.

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