Curt Schulze: Als ich für meine Haushaltshilfe Lohnsteuer zahlen sollte, habe ich ihr gekündigt. Gibt es keine legale Möglichkeit, eine Haushaltshilfe steuerfrei zu beschäftigen?

Finanztest: Doch. Sie müssen sich keine Gedanken um Steuern und Sozialabgaben machen, wenn Sie eine Selbstständige beauftragen, Ihren Haushalt zu putzen. Die hauswirtschaftlichen Arbeiten erledigt sie selbstständig bei freier Zeiteinteilung. Ist die vereinbarte Arbeit vollbracht, rechnet die Hilfe ähnlich einem Handwerker die Leistung nach Stunden ab. Die Selbstständige muss dann ihre Einnahmen selbst versteuern.

Anders als bei einem Arbeitsverhältnis treffen Sie keine Vereinbarung über Kündigungsfristen oder Sozialleistungen. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass die Haushaltshilfe auch für andere Auftraggeber arbeitet. Ansonsten könnte sie als Scheinselbstständige gelten und Sie müssen Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen.

Steuerfrei putzen auch geringfügig Beschäftigte mit einer Freistellungsbescheinigung vom Finanzamt. Allerdings müssen Sie solche Haushaltshilfen bei der Krankenkasse anmelden und 22 Prozent Sozialversicherungsbeitrag vom Gehalt zahlen. Erstatten Sie Putzmittel, Reinigungsgeräte oder Fahrtkosten zu Ihnen nach Hause, bleiben diese Beträge steuer- und sozialabgabefrei.

Wer krank ist oder über 60 Jahre alt, kann Ausgaben für eine Haushaltshilfe bis zu 1.200 Mark jährlich als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung angeben.

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