Hilfe für Geflüchtete

Richtig Spenden

30
Hilfe für Geflüchtete - Die Menschen der Ukraine unterstützen
Ehren­amt. Hier verladen Freiwil­lige der Initiative Direkt­hilfe Dresden Schlafsäcke für einen Spenden­trans­port. © picture alliance / ZB / Tino Plunert

Wer Geld spenden möchte findet hier seriöse Organisationen und Tipps – damit die Hilfe auch da ankommt, wo sie dringend gebraucht wird.

Inhalt

Geld­spende besser als Sach­spende

Große Hilfs­bereitschaft. „Es ist über­wältigend zu sehen, wie schnell und engagiert die Zivilgesell­schaft in Deutsch­land auf allen Ebenen zu helfen bereit ist“, sagt Christian Reuter, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Auch wenn viele Menschen am liebsten Dinge des täglichen Bedarfs an Bedürftige weitergeben möchten: Im Moment ist es am sinn­vollsten, Geld zu spenden.

Geld­spenden. Dafür plädiert auch das Aktions­bündnis Deutsch­land hilft, in dem sich mehrere wohl­tätige Organisationen zusammen­geschlossen haben. „Geld­spenden helfen unseren Bündnis­organisationen daher, die Hilfe so zu gestalten, dass sie sich nach dem tatsäch­lichen Bedarf der Menschen richtet und Hilfs­güter direkt im Land oder angrenzenden Regionen zu beschaffen“ sagt Manuela Roßbach, Vorständin von „Aktion Deutsch­land Hilft“. Die Bündnis­organisationen haben jahr­zehnte­lange Erfahrung in der Beschaffung und Verteilung von Hilfs­gütern und tauschen sich auch in der Ukraine mit Behörden und Part­ner­organisationen aus, um die konkreten Bedarfe zu ermitteln. Geld­spenden ermöglichen den Hilfs­organisationen, flexibel auf die jeweiligen Bedürf­nisse vor Ort zu reagieren.

Dafür ist das Geld. Von dem Geld werden nach Angaben des DRK aktuell etwa Feld­betten, Isomatten, Hygienepakete, Baby­windeln und Power­banks zum Aufladen von Handys ange­schafft. Aber auch Baby­nahrung, Lebens­mittel und Medikamente werden mit Hilfe der Spenden besorgt.

Sach­spenden. Wer Sach­spenden abgeben möchte, sollte sich zunächst bei Hilfs­organisationen und -initiativen am Wohn­ort erkundigen, ob aktuell etwas gebraucht wird und wenn ja, was genau. Oft gibt es auf den Internet­seiten der Verbände entsprechende Listen, die immer aktuell gehalten werden. Wichtig: Nicht abge­stimmte Sach­spenden erschweren die humanitäre Arbeit. Die Lieferungen füllen Lagerhäuser oder Trans­port­mittel und beschäftigen Helfe­rinnen und Helfer mit dem Sortieren – dabei ist ihr Einsatz an anderer Stelle wichtiger.

Spenden mit Siegel

Hilfe für Geflüchtete - Die Menschen der Ukraine unterstützen

Wer Geld spendet möchte Sicherheit, dass die Hilfe auch wirk­lich ankommt. Eine Orientierung gibt das Deutsche Zentral­institut für soziale Fragen (DZI). Es dokumentiert nach eigener Aussage etwa 1 100 Organisationen, die Spenden sammeln. Diese kommen aus den Bereichen Soziales, Umwelt und Natur­schutz. Das DZI vergibt ein Spenden-Siegel. Organisationen mit DZI-Spendensiegel stellen ihre Trans­parenz, Wirt­schaftlich­keit und umfassende Kompetenz bei den unabhängigen Prüfungen des DZI unter Beweis.

DZI-Liste für Nothilfe Ukraine

Speziell für die Situation in der Ukraine stellt das DZI eine Liste mit Organisationen bereit, die Menschen in der Ukraine sowie vor dem Krieg Geflüchtete unterstützen.

Tipps zum Spenden

Das DZI gibt zudem Tipps zu Umgang mit Spenden. Hier einige wichtige Punkte:

Nötige Kompetenz. Vor der Geld­spende sollten Sie sich vergewissern, dass die Hilfs­organisation die nötige Kompetenz besitzt, um in der betroffenen Region wirk­sam und effizient Hilfe zu leisten – sofern sie nicht das DZI Spenden-Siegel trägt. Die Organisation sollte sich also mit den Bedingungen vor Ort gut auskennen, dort über funk­tionierende Kontakte verfügen und sich mit anderen Hilfs­organisationen gut abstimmen. Seien Sie auch vorsichtig bei Spenden­aufrufen in sozialen Medien (Facebook, Instagram) oder bei Aufrufen, die viele Emotionen wecken, aber wenige Informationen über die konkret geplanten Hilfs­maßnahmen bieten. Über­prüfen können Sie die Organisation mit der Spenderberatung des DZI oder der DZI-Checkliste für sicheres Spenden.

Geld- vor Sach­spenden. Geld­spenden können flexibler und effizienter einge­setzt werden. Sachgüter sollten Sie nur spenden, wenn Betroffene und seriöse Organisationen gezielt um diese bitten. Wer Sach­spenden wie Lebens­mittel, Hygiene­artikel, Kleidung und Decken abgeben möchte, sollte sich an Sammelstellen der örtlichen Wohl­fahrts­verbände (etwa DRK, Caritas, Stadt­mission.) wenden.

Lokale Ukraine-Initiativen. Anlauf­stellen für Sach­spenden können auch lokale Ukraine-Initiativen sein. Diese sollten aber erkenn­bar die notwendige Logistik zum Trans­port der Sach­spenden bereit­stellen und über Orts­kennt­nisse sowie Kontakte in der Ukraine verfügen. Informationen, wo diese Sammelstellen zu finden sind, gibt es über die regionale Medien oder auch Platt­formen wie ukrainehelpberlin.

Keine Zweck­bindung. Damit die Spendengelder flexibel und möglichst wirk­sam einge­setzt werden können, sollten Sie in der aktuellen, sich schnell verändernden Lage ihre Spende möglichst ohne ausdrück­liche Zweck­bindung an die betreffende, seriöse Hilfs­organisation über­weisen, die jetzt in der Ukraine-Hilfe tätig ist.

Spenden absetzen

Das Finanz­amt honoriert Wohl­tätig­keit: Es erkennt Spenden als Sonder­ausgaben an, sodass die Einkommensteuer sinkt. Bis zu 20 Prozent des Gesamt­betrags der Einkünfte sind als Spende absetz­bar. Für Spenden bis zu 300 Euro benötigen Spender keine Bescheinigung des Empfängers.

Tipp: Mehr zum Thema zeigt das kostenlose Special Spenden und Steuern.

30

Mehr zum Thema

  • Spenden von der Steuer absetzen Wie Sie Geld, Sach- und Aufwands­spenden abrechnen

    - Wer die Regeln für Spenden beachtet, kann sich einen Teil des Geldes über die Steuern zurück­holen. Der Rechner der Stiftung Warentest zeigt wieviel.

  • Lebens­mittel Vorräte für Katastrophenfall und Pandemie – welche und wie viel?

    - Natur­katastrophe, Strom­ausfall, Pandemie – das Bundes­amt für Katastrophen­hilfe empfiehlt, für Krisen einen Notvorrat anzu­legen. test.de verrät, was wirk­lich rein­gehört.

  • Sonder­ausgaben Rentenzahlung, Spenden und Riester senken Steuerlast

    - Mit einem Potpourri aus Vorsorgeaufwendungen, Kirchen­steuer, Kinder­betreuung, Unterhalt und Spenden lassen sich Steuern sparen. So machen Sie diese Posten geltend.

30 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.01.2017 um 14:47 Uhr
Fahrtkosten

@lost119: Leider können auch wir Ihnen keine Möglichkeit nennen, Ihre Fahrkosten in diesem Fall steuerlich geltend zu machen. (PH)

lost119 am 09.01.2017 um 20:11 Uhr
ehrenamtlicher Einsatz für Flüchtlinge; Fahrtkoste

Die von uns betreute Familie hat ein schwerstbehindertes Kind, das auf den Rollstuhl angewiesen ist. Bei unseren Einsätzen geht es unter anderem auch darum, das Kind zusammen mit den Eltern zu entsprechenden Arztterminen und anderen gesundheitsrelevanten Anwendungen zu transportieren, da eine Wahrnehmung dieser Termine aus verkehrstechnischen, aber auch zeitlichen/organisatorischen Gründen nicht möglich ist.
Wir fragen uns, warum der Gesetzgeber hier keine steuerliche Anerkennung für Fahrtkosten zulässt. Oder gibt es hier doch eine Ausnahme....?

Profilbild Stiftung_Warentest am 07.11.2016 um 10:28 Uhr
Drucken ist möglich

@siegbeer: Vielen Dank für die positive Rückmeldung. Ihren Hinweis haben wir überprüft, die Druckerfunktion funktioniert wieder. (spl)

siegbeer am 06.11.2016 um 11:05 Uhr
Artikel zum Ausdrucken bringen!

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich finde Ihren Beitrag hilfreich Deshalb hätte ich ihn mir gern ausgedruckt. Warum ist jedoch der Druck-Button nicht aktiviert?
Mit freundlichen Grüßen
Siegfried Beer

TrueEffendi am 04.11.2016 um 23:27 Uhr
Flüchtlinge?

Welche Flüchtlinge? Was hier über die Grenzen schwappt, hat definitiv keinen Flüchtlingsstatus. Um das zu wissen, muss man kein Völkerrecht studiert haben.