Hilfe für Flücht­linge Meldung

Um die Spenden­bereitschaft der Bevölkerung zu belohnen, lockert die Bundes­regierung vorüber­gehend die steuerlichen Regeln für die Absetz­barkeit von Geld- und Sach­spenden an Flücht­lings-Hilfs­werke. So können nun auch Zuwendungen an nicht steuerlich begüns­tigte Spenden­sammler als Sonder­ausgaben abge­zogen werden. Außerdem sind Zuwendungen, die ausschließ­lich mild­tätigen Zwecken gewidmet sind, von der Schenkungs­steuer befreit. test.de erklärt, was sich sonst noch ändert.*

Spenden­nach­weis

Rück­wirkend zum 1.8.2015 sind auch Zuwendungen auf Spenden­konten nicht steuer­begüns­tigter Spenden­sammler steuerlich als Sonder­ausgaben abzieh­bar, wenn die Spenden­sammler das Konto als Treu­hand­konto führen und die Gelder der Samm­lung an eine gemeinnützige Organisation zur Förderung der Hilfe für Flücht­linge weiterleiten. Das ist vor allem für lokale Initiativen wichtige, die sich in Gemeinden zu Vereinen zusammengetan haben und zu einem einheitlichen Spenden­konto aufgerufen haben. Für alle Sonder­konten zur Flücht­lings­hilfe gilt der vereinfachte Zuwendungs­nach­weis – ohne betrags­mäßige Beschränkung. Das heißt, zum Nach­weis für die Steuer reichen Bareinzahlungs­belege, Konto­auszüge oder PC-Ausdrucke beim Online-Banking. Bei Einzahlung auf Sonder­konten nicht steuer­begüns­tigter Spenden­sammler ist noch der Nach­weis zur Weiterleitung an steuer­begüns­tigte Organisationen beizufügen (bspw. Kopie der Über­weisung).

Tipp: Wie Sie am besten helfen können, und was Sie als freiwil­liger Helfer beachten müssen, erklärt unser Special Hilfe für Flüchtlinge.

Spenden­aktionen von Sport­ver­einen

Es ist unschädlich für die Steuer­begüns­tigung einer gemeinnützigen Körperschaft wie Sport-, Musik-, Kleingarten- oder Brauchtums­ver­eine, die nach ihrer Satzung keine mild­tätigen Zwecke oder die Förderung von Hilfe für Flücht­linge verfolgen, wenn die Spenden an eine mild­tätige Organisation weitergeleitet werden und abweichend vom Satzungs­zweck für Flücht­linge verwendet werden.

Arbeits­lohn­spenden

Verzichten Arbeitnehmer auf die Auszahlung eines Teils ihres Lohnes, den der Arbeit­geber dann spendet, bleibt dieser Lohn­teil lohn­steuerfrei. Der steuerfreie Lohn­anteil wird dann allerdings in der Einkommensteuererklärung nicht mehr als Spende berück­sichtigt.

Aufsichts­rats­vergütung

Verzichtet eine Aufsichts­rats­mitglied zugunsten von Flücht­lingen vor Fälligkeit auf Teile seiner Aufsichts­rats­vergütung, bleibt dieser Teil für ihn ebenfalls steuerfrei.

Schenkungen

Zuwendungen, die ausschließ­lich mild­tätigen Zwecken gewidmet sind, sind von der Schenkungs­steuer befreit.

Zuwendung als Sponsoring-Maßnahme

Die Aufwendungen eines steuer­pflichtigen Sponsors (Unter­nehmens) sind zum Betriebs­ausgaben­abzug zugelassen, weil der wirt­schaftliche Vorteil des Sponsorings auch dadurch erreicht wird, dass der Sponsor öffent­lich­keits­wirk­sam (Bericht­erstattung Zeitung, Rund­funk, TV) auf seine Leistung aufmerk­sam macht.

Regelung zeitlich befristet

Die Finanz­verwaltung gibt immer wieder Vereinfachungs-Rege­lungen für Sonderfälle wie Natur­katastrophen (Erdbeben, Hoch­wasser) heraus. Zuletzt für die Hilfe für Erdbeben­opfer in Nepal. Solche Rege­lungen sind stets zeitlich begrenzt und nur auf den beschriebenen Sonderfall anzu­wenden. Die jetzige Regelung gilt nur für Spenden im Zusammen­hang mit der Hilfe für Flücht­linge. Sie ist vor­erst zeitlich begrenzt für den Spenden­zeitraum 1.8.2015 bis 31.12.2016.

* Dieser Artikel wurde erst­mals am 30. September 2015 auf test.de veröffent­licht und am 8. Oktober 2015 aktualisiert.

Dieser Artikel ist hilfreich. 11 Nutzer finden das hilfreich.