Heuschnupfen Meldung

Die Pollensaison ist eröffnet. Der strenge Winter verschaffte Allergikern zunächst eine buchstäbliche Atempause. Doch nun geht es los: Erlen- und Haselpollen sind bereits im Anflug. Durch den verspäteten Pollenflug könnten Allergiker in diesem Jahr stärker leiden. Denn oft treten Pollen dann gehäuft auf. test.de gibt Tipps für Betroffene.

Spät, aber erheblich

Schlechte Nachrichten für die ohnehin geplagten Pollenallergiker: Horst Müsken, Allergologe und Vorstandsmitglied der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, geht davon aus, dass die Belastung mit Baumpollen, wie zum Beispiel Erle, Hasel oder Birke, in diesem Jahr besonders groß sein wird. Über viele Jahre zeige sich ein Rhythmus, wonach Jahre mit geraden Jahreszahlen mit einem erheblichen Baumpollenflug verbunden seien. Die genauen Gründe dafür seien bislang unklar, es dürfte sich dabei aber um biologische Effekte handeln, nach denen sich ein Baum nach einem Jahr mit starker Pollenproduktion im kommenden Jahr erholen müsse, so Müsken. Hinzu kommt: Durch den langen Winter setzt der Pollenflug in diesem Jahr zwar später ein, dann aber wahrscheinlich mit erheblichen Pollenmengen - unter denen Allergiker dann besonders stark zu leiden haben.

Problem Birkenpollen

Der oben beschriebene Effekt ist nach Angaben von Müsken besonders gut bei Birken beschrieben. Ohnehin lösten Birkenpollen unter Baumpollenallergikern die stärksten Symptome aus. Aber auch Erlen- und Haselpollen sorgen für typische Beschwerden: juckende und tränende Augen, Niesreiz und Schnupfen und eventuell auch Luftnot. Viele Allergiker fühlen sich zudem auch körperlich erschöpft. Nach Angaben von Müsken scheint die Birke mittlerweile sogar mit der Bedeutung von Gräserpollen gleichgezogen zu haben.

Kreuzallergien möglich

Wer gegen Baumpollen von Birke, Erle und Co. allergisch ist, kann zusätzlich Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel entwickeln. „Diese so genannten pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien treten bei etwa 60 bis 80 Prozent der Baumpollenallergiker auf“, sagt Müsken. Zu den entsprechenden Nahrungsmitteln gehören vor allem Äpfel, Steinobst wie Kirschen und Pfirsiche, aber auch Kiwi. Allerdings sind die Symptome meist milder als bei klassischen Nahrungsmittel-Allergien: Juckende Lippen und Zungen und ein kratzender Rachen sind typisch.

Tipps

Wer an einer Pollenallergie leidet, sollte unbedingt einen Allergologen aufsuchen. Unbehandelt kann die Allergie sonst zu allergischem Asthma führen. „Das ist eine große Gefahr“, sagt Müsken. Bei bis zu 50 Prozent aller Patienten, die sich nicht früh und fachgerecht behandeln lassen, sei dies der Fall. test.de gibt weitere Tipps, die Betroffenen helfen können.

Pollenflugvorhersage. Sie zeigt Ihnen, welche Pollen gerade unterwegs sind. Informationen dazu finden Sie bei der Pollenstiftung, dem Deutschen Wetterdienst und meist auch in regionalen Wettervorhersagen.

Im Freien. Gerade bei warmem und windigem Wetter sollten Sie Sport im Freien oder Gartenarbeit wenn möglich vermeiden. Regen verringert dagegen die Pollenkonzentration. Gegen einen Spaziergang nach einem Regenschauer ist deshalb nichts einzuwenden.

Zu Hause. Lüften Sie während der Pollensaison nur kurz und am besten, wenn es windstill ist. Wohnen Sie in der Stadt, sollten Sie zudem morgens und vormittags lüften, leben Sie auf dem Land eher abends. Dann sind die Pollenkonzentrationen vergleichsweise schwach.

Haare waschen. Waschen Sie sich während der Pollensaison jeden Abend die Haare, da sich dort Pollen ablagern.

Special Allergien

Möchten Sie weitere Informationen zum Thema Heuschnupfen oder anderen Allergien? Das Special informiert auf den folgenden Seiten allgemein zum Thema Allergie, nennt Auslöser und sagt, was Betroffene tun können. Darüber hinaus liefert das Special detailliertere Informationen zu Allergien wie Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis und Nahrungsmittel-Allergien. Betroffene erfahren zudem, was es mit der Immuntherapie auf sich hat und welche alternativen Therapien unterstützend wirken können.
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