Die Augen jucken, die Nase schwillt zu, das Atmen fällt schwer – etwa jeder Siebte bekommt im Laufe seines Lebens Heuschnupfen.

Blüten­pollen kommen immer früher und fliegen immer länger – wohl eine Folge des Klimawandels, die Heuschnupfen befördert. Die Heuschnupfen-Saison beginnt bereits im Winter, wenn Pollen von Hasel und Erle unterwegs sind, und reicht bis tief hinein in den Herbst. Die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest sagen, welche Heuschnupfen-Mittel die Symptome lindern, und nennen die besten und güns­tigsten Medikament.

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SpecialHeuschnupfen26.02.2020
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Heuschnupfen – alle Informationen

Der Klimawandel ist in der Nase ange­kommen. In den Augen auch. Die Umwelt­medizinerin Professorin Claudia Traidl-Hoff­mann untersucht die Pollen­daten der letzten 50 Jahre aus Europa. Sie sagt: „Wir sehen da deutlich, dass die Pollen immer früher fliegen.“ Sie würden zudem mehr, vielfältiger und aggressiver. Im Interview erklärt die Expertin, wie die globale Erwärmung Heuschnupfen befördert.

Heuschnupfen – häufigste allergische Erkrankung

Die Folge: Niesen, Juck­reiz an den Augen, Atemnot – Millionen von Menschen hier­zulande leiden an Heuschnupfen, der mitt­lerweile die häufigste allergische Erkrankung ist. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts bekommen ihn etwa 15 Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens. Dabei reagiert der Körper über­empfindlich auf Pollen: Das Immun­system interpretiert den an sich voll­kommen harmlosen Blüten­staub als feindlich und versucht, dagegen anzu­gehen, unter anderem indem es das Gewebs­hormon Histamin freisetzt. Das verursacht die typischen Symptome.

Wichtig: Wenn Sie unsicher sind, ob Sie oder Ihr Kind wirk­lich an Heuschnupfen leiden, lassen Sie das ärzt­lich abklären. Gute Ansprech­partner sind Allergologen. Sie können mit speziellen Tests ermitteln, welche Pollen genau die Beschwerden auslösen.

Viel Auswahl bei rezept­freien Heuschnupfen-Mitteln

Steht die Diagnose, empfehlen Ärzte oft neben allgemeinen Schutz­maßnahmen (siehe Kasten unten) zunächst rezept­freie Medikamente. Die Auswahl an Präparaten, die laut Bewertung unserer Arznei­mittel­experten geeignet sind, ist groß. Wer nur Beschwerden an Augen oder Nase hat, kann zuerst Sprays oder Tropfen probieren. Manche dieser Präparate enthalten Cromoglicinsäure und wirken vorbeugend. Allergiker müssen sie bereits ab etwa zwei Wochen vor Start des Pollen­flugs bis zu dessen Ende nehmen. Andere Sprays und Tropfen helfen hingegen schnell – dank sogenannter Antihistaminika. Für den Fall, dass Nasen­spray und Augen­tropfen nicht ausreichen, gibt es auch Mittel mit akut wirkenden Antihistaminika zum Einnehmen. Sie entfalten ihre Effekte im ganzen Körper. Das entlastet Nase, Auge, Rachen und Atemwege. Darunter ist neben Cetirizin und Loratadin nun auch der Wirk­stoff Levocetirizin, der bis vor kurzem rezept­pflichtig war.

Übrigens: Die Stiftung Warentest hat auch Luft­reiniger getestet. Im Test sind Geräte, die auch Pollen gut und schnell in Räumen beseitigen (zum Test Luftreiniger).

Hyposensibilisierung auf Rezept

Sollte all das keine ausreichende Linderung verschaffen, sind rezept­pflichtige Mittel denk­bar. Vielleicht kommt sogar eine Hyposensibilisierung infrage. Dabei werden dem Körper gezielt All­ergene zugeführt, um das Immun­system wieder daran zu gewöhnen, etwa in Form von Spritzen, Tropfen oder Sublingual­tabletten. Unsere Arznei­mittel­experten empfehlen die Hyposensibilisierung in der Regel als letzte Stufe, wenn besser bewertete Mittel nicht ausreichend helfen. Die Behand­lung läuft oft über mehrere Jahre.

Atemnot in der Nacht

Insgesamt ist es wichtig, Heuschnupfen fachgerecht zu behandeln beziehungs­weise All­ergene nach Möglich­keit zu meiden. Ansonsten kann es sein, dass die entzündliche allergische Reaktion auch die Bronchien erfasst und Atem­beschwerden oder sogar Asth­maanfälle auslöst. Das Problem bezeichnen Ärzte als „Etagenwechsel“. Typisches Kenn­zeichen für allergisches Asthma ist anfalls­weise einsetzende Atemnot, oft nachts und in den frühen Morgen­stunden. Behandelt wird allergisches Asthma mit ähnlichen Medikamenten wie nichtal­lergisches Asthma, darunter Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol oder kortionsonhaltige Medikamente zum Inhalieren.

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Heuschnupfen­mittel – geprüft von Stiftung Warentest

Arznei­mittel-Test Heuschnupfen: Sie haben die Wahl

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Kurz und knapp – Tipps für Pollen­allergiker

Vorher­sagen lesen. Pollen­flugkalender zeigen, wann im Jahres­verlauf die Belastung mit verschiedenen Pollen hoch ist. Tages­aktuelle Vorher­sagen für die einzelnen Regionen stehen beispiels­weise auf der Seite des Deutschen Wetterdiensts; auf pollenstiftung.de finden Sie auch Wochen­vorhersagen. So sind Sie vorgewarnt, wann „Ihre“ Pollen unterwegs sind.

Geschützt schlafen. Waschen Sie in der Pollen­zeit abends die Haare, verbannen Sie draußen getragene Kleidung aus dem Schlaf­zimmer.

Belastung abwenden. Meiden Sie bei Warnungen vor starkem Pollen­flug oder warmem, windigem Wetter körperliche Aktivitäten draußen. Sehr pollenrein ist die Luft oft nach dem Regen.

Nase duschen. Wer zu Pollen­flug­zeiten täglich 0,9-prozentige Salzlösung durch die Nase spült, befreit sie von All­ergenen. Lesen Sie mehr in unserem Test Nasenduschen, test 1/2014.

Luft­reiniger. Die Stiftung Warentest hat auch Luft­reiniger getestet. Im Test sind Geräte, die auch Pollen gut und schnell in Räumen beseitigen (zum Test Luftreiniger).

Saubere Raum­luft. Saugen und wischen Sie oft. Mit Pollen­schutz­gittern, etwa aus dem Baumarkt, können Fenster auch mal offen stehen. Für Allergiker, die ihre Wohnung pollentief rein bekommen wollen, haben wir aktuell Luft­reiniger getestet.

Kreuzal­lergien beachten. Manche Heuschnupfenpatienten vertragen auch bestimmte Nahrungs­mittel nicht. Diese enthalten ähnlich gebaute Eiweiße wie die Pollen, lösen also ebenfalls Allergien aus. Teils sind nur spezielle Sorten zu meiden, etwa bei Äpfeln. Und Schälen oder Erhitzen macht so manches Obst und Gemüse verträglicher, etwa im Kompott oder Kuchen.

Dieses Special ist erst­mals am 28. März 2014 auf test.de erschienen. Es wurde seitdem regel­mäßig aktualisiert, zuletzt am 26. Februar 2020.

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