Herzstillstand Meldung

Wenn das Herz plötzlich still steht, bleiben nur wenige Minuten. Wer schnell reagiert, kann Leben retten. test sagt wie.

Sofort Erste Hilfe leisten

Viele Menschen wissen nicht, was sie tun sollen, wenn sie Zeugen eines Notfalls werden. Sie haben Berührungsängste und fürchten Fehler zu machen. Studien aber zeigen, dass viel mehr Patienten überleben, wenn Laien sofort mit der Wiederbelebung begin­nen. Eine Herzdruckmassage erhöht die Überlebenschancen. „Der Notfallzeuge muss den Weg nach vorn wählen“, sagt Professor Peter Sefrin, Notfall­medi­ziner an der Universität Würzburg. „Das ist die einzige Möglichkeit, Leben zu retten.“

Neue einfache Regeln

Die Bundesärztekammer hat die Empfehlungen zur Wiederbelebung im April 2006 vereinfacht. Das soll Laien die Scheu nehmen. Damit sie im Notfall beherzt eingreifen. Das vorrangige Ziel der Wiederbelebung ist die Wiederherstellung eines Minimalkreislaufs, um die Organe mit sauerstoffhaltigem Blut zu versorgen. Die Herzdruckmassage kann diesen Kreislauf anstoßen. Ohne Wiederbelebung wird die Zeit dagegen knapp. Das Gehirn nimmt schon nach drei bis fünf Minuten ohne Herzschlag irreversiblen Schaden. Notarzt oder Rettungssanitäter treffen oft erst nach 10 Minuten oder später ein.

Minimalkreislauf aufbauen

Wer einen Notfall beobachtet, sollte zunächst die Feuerwehr rufen - 112 - und dann selbst helfen. Prüfen Sie zunächst, ob der Betroffene noch reagiert. Sprechen Sie ihn an, rütteln sie sanft an seiner Schulter und prüfen Sie seine Atmung. Das sollte nicht länger als 10 Sekunden dauern. Auf eine Pulskontrolle können Laien nach den neusten Empfehlungen verzichten. Ist der Betroffene bewusstlos und atmet nicht, müssen Sie schnell reagieren. Legen Sie den Bewusstlosen auf den Rücken. Achten Sie auf eine harte Unterlage, etwa den Fußboden. Machen Sie den Brustkorb frei und beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage.

Herzdruckmassage

Herzstillstand Meldung

Knien Sie seitlich neben dem Bewusstlosen, legen Sie einen Handballen auf die Mitte des Brustkorbs. Sie fühlen dort automatisch die untere Hälfte des Brustbeins. Dahinter sitzt das Herz (siehe Abbildung). Bei der Druckmassage wird es zwischen Brustbein und Wirbelsäule zusammengedrückt. Legen Sie Ihren zweiten Handballen auf den ersten und strecken Sie die Finger beider Hände nach oben. Drücken Sie den Brustkorb des Patienten mit gestreckten Armen vier bis fünf Zentimeter tief ein. Drücken Sie schnell und kräftig - etwa zweimal pro Sekunde. Setzen Sie dabei Ihr gesamtes Körpergewicht ein. 30 Durchgänge.

30 Durchgänge - 2 Atemstöße

Nach 30 Presssuren auf den Brustkorb legen Sie zwei kurze Atemspenden ein. Mund-zu-Nase- oder Mund-zu-Mund-Beatmungen für jeweils eine Sekunde. Dann sofort weiter mit der Herzdruckmassage. Die ist das Wichtigste. Auf die Beatmung können Sie zur Not verzichten. Wer Probleme mit der Beatmung hat, ruft dafür einen zweiten Helfer heran. Stoppen Sie die Herzdruckmassage erst, wenn sich der Patient bewegt oder die Augen öffnet. Ansonsten weitermachen, bis der Notarzt kommt. Der setzt meist einen Defibrillator ein, um das Herz per Elektroschock wieder in Takt zu bringen.

Helfen ohne Scheu

Helfen Sie in Notsituationen ohne Scheu. Die Herzdruckmassage gelingt auch Laien. Der Nutzen ist in jedem Fall größer als der Schaden, den Sie anrichten können. Wer zu ungestüm drückt, kann dem Patienten zwar die Rippen brechen, aber die heilen wieder. Bei der Herzdruckmassage geht es um Leben und Tod. Ohne die Wiederbelebung wacht der Patient nie wieder auf.

Erste-Hilfe-Kurz für Angehörige

Wer im Notfall sicher helfen will, belegt am besten einen Erste-Hilfe-Kurs. Große Hilfsorganisationen - aber auch Hausärzte - bieten Kurse an, in denen die Handgriffe geübt werden. Für die Angehörigen von Herzpatienten fast eine Pflicht. 85 Prozent der Notfälle passieren zuhause.

Übersicht: So retten Sie im Notfall Leben
Bücher und Adressen: Erste-Hilfe-Kurse

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