So haben wir getestet

Im Test: 14 hell­blaue Business­hemden aus 100 Prozent Baumwolle mit Kent- oder ähnlichem Kragen und möglichst geradem Schnitt (Größe 42 oder 41/42). Wir kauf­ten sie im März und April 2019. Zu Preisen befragten wir die Anbieter im Juli 2019. Die Qualität des falsch einge­kauften Tommy-Hilfiger-Modells bewerteten wir nicht.

Im Test der Unter­nehmens­ver­antwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) untersuchten wir alle Anbieter, auch Tommy Hilfiger. Wir befragten sie zwischen Februar und Juni 2019 mittels Fragebogen. Der Fokus lag auf der Konfektion. Die Aussagen sollten mit Dokumenten belegt werden. Stimmten die Unternehmen zu, über­prüften Experten die Angaben zusätzlich in den Nähfabriken vor Ort.

So haben wir getestet – Warentest

Halt­barkeit: 40 %

Wir wuschen drei Hemden pro Anbieter 30-mal: im Pflegeleicht-Programm, bei 40 Grad und Schleudern mit 600 Umdrehungen pro Minute. Wir wuschen mit handels­üblichem Color­wasch­mittel, in der Dosierung leicht verschmutzt und mit einer Beladung von 2,2 Kilogramm Wäsche in einer haus­halts­typischen Wasch­maschine mit 7 Kilogramm Fassungs­vermögen. Vor den zwei Bügel-Durch­gängen wuschen wir die Hemden im Oberhemden-Programm. Bis auf einzelne Wäschen waren die Knopf­leisten geöffnet. Die feuchten Hemden wurden nach mehreren Wäschen und Auflockern per Hand über Nacht auf dem Bügel hängend getrocknet.

Den Zustand nach häufigem Waschen beur­teilten zwei Expertinnen nach 10, 21 und 30 Wäschen. Sie musterten die auf einem Bügel getrock­neten Hemden etwa auf Schäden und Blasen an Kragen und Manschetten oder sich verziehende Nähte und lösende Knöpfe ab. Sie beur­teilten außerdem, ob die Kragen­weite nach Waschen und Aufbügeln noch der deklarierten Größe entsprach.

Um die Verarbeitung zu bewerten, sichteten zwei Textil­expertinnen die neuen Hemden etwa auf Schäden an Nähten, Textilflächen, Knöpfen und Knopf­löchern. Wir prüften außerdem die Licht­echtheit der Stoffe. Alle Proben bestanden diese Prüfung mit künst­lichem Licht, das Tages­licht entsprach. Getestet wurde in Anlehnung an DIN EN ISO 105-B02: 2014.

Trage­komfort: 30 %

Die Pass­form der neuen Hemden mit der Größe 42 bzw. 41/42 über­prüften wir an einem Mann mit für die Größe 42 üblichen Maßen. Auch die Haupt­maße der neuen Hemden – Kragen­weite, Brust­umfang, Ärmel- und Rückenlänge – wurden gemessen.

Beim Schweiß­trans­port bestimmten wir insgesamt drei Para­meter an einem einmal gewaschenen Hemd: Die Atmungs­aktivität (Wasser­dampf­durch­gangs­widerstand) sowie die kurz­zeitige Wasser­dampf­aufnahme maßen wir an Stoff­proben in einer Klimakammer unter definierten Bedingungen. Diese Messung ist ein sogenanntes Thermo­regulations­modell der menschlichen Haut. Die Prüfung erfolgte in Anlehnung an DIN EN ISO 11092: 2014.

Als dritten Para­meter ermittelten wir die Zeit, in der das Gewebe einen Wasser­tropfen aufnimmt. Diese sogenannte Sorptions­geschwindig­keit wird durch Auswertung einer Video­aufnahme von einem winzigen Wasser­tropfen ermittelt, der unter definierten Bedingungen auf eine Stoff­probe fällt.

Die Blick­dichtig­keit des Gewebes prüften zwei Expertinnen mit einer schwarz-weißen Fläche. Sie schoben das Schach­brett­muster unter den Stoff der 30-mal gewaschenen Hemden und glichen den durch­scheinenden Schwarz-Weiß-Kontrast mit einem definierten Graumaß­stab ab. Der Farb­unterschied wurde in Anlehnung an DIN EN ISO 105 – A02: 1993 beur­teilt.

Pflege: 30 %

Das Knitter­bild wurde nach der 11.und 27. Wäsche von 2 Expertinnen beur­teilt. Vor diesen Wäschen waren die Hemden kurz aufgebügelt und anschließend in einem speziellen Oberhemden­programm mit geschlossenen Knopf­leisten gewaschen worden. Die dann auf dem Bügel getrock­neten Hemden wurden abge­mustert unter anderem auf Knitter am Rücken, an der Knopf­leiste und auf glatte Nähte am Armloch. Die Beur­teilung erfolgte in Anlehnung an EN ISO 15487: 2018. Anschließend bügelten drei Personen je eins der drei Muster pro Anbieter bis zu einem subjektiv zufrieden­stellenden Ergebnis. Wir erfassten so den Büge­laufwand anhand von sechs Bügel­zeiten. Die Hemden hingen dann über Nacht auf einem Bügel. Für das Urteil Bügel­ergebnis untersuchten wir sie anschließend erneut auf Knitter und Naht­kräuselung.

Schad­stoffe: 0 %

Wir untersuchten die neuen Hemden auf freies und abspalt­bares Form­aldehyd. Die Prüfung erfolgte in Anlehnung an DIN EN ISO 14184–1: 2011. Ferner ermittelten wir den pH-Wert der Textilien. Dies erfolgte mittels Extraktion in Anlehnung an die DIN EN ISO 3071. Alle Proben hielten die Anforderungen nach Öko-Tex Stan­dard 100 für den pH-Wert von haut­nah getragen Textilien und für freies Form­aldehyd ein. In sämtlichen Proben waren weder Azofarb­stoffe, geprüft gemäß DIN EN ISO 14362, noch Alkylphenole, geprüft gemäß DIN EN ISO 18254, nach­weisbar.

Weitere Unter­suchungen

Wir über­prüften exemplarisch und ohne Bewertung den Einfluss, den die Nutzung eines elektrischen Wäschetrock­ners auf die Halt­barkeit der Hemden hat. Die Hemden, die laut Kenn­zeichnung trock­nergeeignet sind, wurden – wie bereits beschrieben – gewaschen und anschließend jedes Mal in einem haus­halts­typischen Trockner (Abluft­temperatur 45°C) getrocknet. Nach der 5. und 10. Behand­lung wurden die Hemden auf Schäden gesichtet.

Abwertungen

Bei befriedigendem oder ausreichendem Zustand nach häufigem Waschen konnte die Halt­barkeit nicht besser sein. Das Qualitäts­urteil konnte nur eine halbe Note besser sein als die Halt­barkeit. Bei ausreichendem Schweiß­trans­port konnte der Trage­komfort nur eine Note besser sein.

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So haben wir getestet – CSR-Test

Unter­nehmens­politik: 25 %

Wir bewerteten die CSR-Strategie des Anbieters und seine sozialen und ökologischen Anforderungen, etwa die Beschaffungs­politik, Vorgaben an und Umgang mit Lieferanten, Unterstüt­zungs­angebote und Schu­lungen in Bezug auf Arbeits­bedingungen und Umwelt­schutz.

Arbeits­bedingungen und Kontrollen: 40 %

In der Näherei prüften wir vor Ort und anhand von Dokumenten unter anderem Rege­lungen zum Vertrag, zur Entlohnung, zu Arbeits­zeiten, Maßnahmen zum Arbeits­schutz, Schu­lungen und Beschwerde­mecha­nismen. Wir prüften, ob die Regeln und Maßnahmen kontrolliert werden. In der Färberei prüften wir die Aspekte anhand des Fragebogens und von Belegen.

Umwelt­schutz und Kontrollen: 25 %

In der Näherei prüften wir vor Ort und anhand von Dokumenten unter anderem das Engagement beim Umwelt-, Abwasser- und Abfall­management, beim Chemikalien­einsatz, bei Risiko­analysen, ökologischen Schu­lungen und Unterstüt­zungs­angeboten sowie Zertifizierungen, Kontrollen und deren Dokumentation. In der Färberei prüften wir diese Aspekte anhand des Fragebogens und von Belegen.

Trans­parenz: 10 %

Wir bewerteten, ob der Anbieter die Fragebögen zu den Produktions­stufen beant­wortete und die Über­prüfung des Nähbetriebs so-wie vertrauliche Interviews mit von uns ausgewählten Angestellten ermöglichte.

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