Herren-Gesichtscremes Test

Braucht der Mann eine Extracreme? Ja, meinen viele. Unter den getesteten Cremes stehen sieben „gute“ zur Auswahl, darunter auch recht preiswerte.

Die Herren der Schöpfung sind anspruchsvoll geworden. „Ich will im Gesicht ja nicht glänzen wie eine Speckschwarte“, antwortet ein bekennender Nutzer von Herren-Gesichtscremes auf die Frage, warum ihm eine Allzweckcreme nicht genügt. „Und Cremes für Frauen sind mir zu sehr parfümiert“, ergänzt er. Speziell für den Mann entwickelte Gesichtscremes unterscheiden sich im Duft von Cremes für Frauen und sie enthalten – der männlichen Haut angepasst – oft weniger Fett. Sie versprechen meist mehr Feuchtigkeit, mehr Spannkraft und Schutz für müde Männerhaut.

Marktforscher haben her­ausgefunden, wo­­rauf es einem Mann bei der Wahl einer Creme ankommt: Er will ein schnörkelloses Produkt, entweder praktisch in der Tube oder eher technisch anmutend im Spender. Keine blumigen Versprechen, sondern knappe, zielgerichtete Informationen wie „spendet Feuchtigkeit und schützt“ oder „zieht schnell ein“.

Der emanzipierte Mann kauft selbst

Und er bevorzugt Inhaltsstoffe, von denen er schon einmal gehört hat, wie zum Beispiel Vitamine oder Aloe vera. Hat er mal an einer Creme Gefallen gefunden, bleibt er ihr treu und wechselt nicht ständig die Marke, was nach Einschätzung der Experten eher für Frauen typisch ist.

Der emanzipierte Mann kauft sich seine Creme übrigens mittlerweile selbst und schickt nicht mehr die Partnerin vor. Oft greift er dann zu teureren Produkten, wohingegen Frauen für ihre Männer eher preisbewusst einkaufen. Damit treffen sie aber nicht unbedingt die schlechtere Wahl: Gute Cremes müssen nicht teuer sein. Das zeigte sich auch im Test.

Der Spitzenreiter ist preiswert

Die zehn untersuchten Herren-Gesichtscremes versprechen vor allem mehr Feuchtigkeit für die Haut. Sie kosten zwischen knapp 4 und 72 Euro – umgerechnet auf die Vergleichsmenge von 100 Millilitern. Die meisten erhielten „gute“ test-Qualitätsurteile. Wobei man den Spitzenreiter des Tests, die Florena Men Gesichtspflege Feuchtigkeitsemulsion, schon für 5,60 Euro (pro 100 Milliliter) bekommt. Auch die Creme von Biotherm ist ein „sehr guter“ Feuchtigkeitsspender, kostet aber mehr als das Zehnfache.

Zwei Cremes können bei der entscheidenden Eigenschaft, der Feuchtigkeitsan­reicherung, nicht ganz mithalten: Clinique war hier nur „befriedigend“, dm/Balea sogar nur „ausreichend“. Das wirkte sich natürlich auf das Qualitätsurteil aus. Die Feuchtigkeitsanreicherung misst man mit einem Spezialgerät, dem Corneo­meter. Der Messkopf ist kaum größer als eine Ein-Cent-Münze. Er wird auf die Haut aufgesetzt und hält haargenau fest, ob die Haut durch das Eincremen an Feuchtigkeit gewinnt und wie viel. Wir haben das vor der ersten Benutzung gemessen und 14 Tage später, zwölf Stunden nach dem letzten Auftragen noch einmal.

„Zu medizinisch“, „zu weiblich“

In der praktischen Anwendung gefielen die Cremes unseren Testern durchweg „gut“. Auch die Werbeversprechen fanden sie nicht übertrieben. In ausführlichen Fragebogen beurteilten sie die kosmetischen Eigenschaften wie Konsistenz, Auftragen, Verteilbarkeit, Einziehvermögen, Aussehen, Pflegeleistung und Duft. Wobei der Geruch der Cremes nicht immer einhellig positiv beurteilt wurde. Auch wenn die große Mehrheit vom Duft angetan war, gab es vereinzelt immer wieder auch kritische Kommentare wie „zu medizinisch“ oder „zu weiblich“.

Keine krankhaften Hautreaktionen

Die Tester vertrugen die Cremes meist problemlos, sodass wir die Hautverträglichkeit durchweg „sehr gut“ nennen konnten. Wenn es im Einzelfall doch einmal zu unliebsamen Reaktionen kommt, sind oft die eingesetzten Konservierungsmittel, Emulgatoren oder Parfümstoffe dafür verantwortlich. Um Männern mit sehr empfindlicher Haut oder Allergikern die Kaufentscheidung zu erleichtern, ist in der Tabelle aufgeführt, ob derartige Substanzen enthalten sind.

Die Inhaltsangaben sind besonders für Allergiker und Hautärzte informativ. Sie finden sich zwar auf allen Produkten, oft allerdings in recht winziger Schrift. Bei Lancôme ist sie ohne Lupe kaum lesbar. Solch eine Deklaration ist „mangelhaft“.

Viel Mogelei bei der Verpackung

Oft übertreiben es die Hersteller mit der Verpackung. Bei mehr als jeder zweiten Creme im Test handelt es sich um eine „Mogelpackung“: Zu große Sprühköpfe oder Umkartons mit doppelten Böden oder Einschüben täuschen mehr Inhalt vor. Besonders ärgerlich, wenn dann nicht einmal der gesamte Inhalt zur Verfügung steht. Bei Biotherm und bei Lancôme blieb rund ein Zehntel der Cremes unerreichbar im Behälter zurück, umgerechnet auf den Kaufpreis sind das immerhin rund drei bis vier Euro. Dafür bekommt man schon neue „gute“ Cremes, zum Beispiel von Aldi oder Florena.

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