Herbstlaub Meldung

Das Laub von Nachbars Bäumen kann viel Arbeit machen. Doch dagegen wehren können sich Grundstücksbesitzer kaum.

Der Spaß am Spätsommer wird manchem Gartenfreund verlei­det, wenn ständig Blätter vom Nachbargrundstück herüberwehen. Zumal er sich kaum dagegen wehren kann: Herbstlaub gilt als übliche, zumutbare „Im­mission“.

Gerade in Wohnge­gen­den mit Einfamilienhäusern und Gärten sei nun einmal mit Blättern zu rechnen, meinte dazu das Landge­richt Nürnberg-Fürth. Für Nachbarn sei es ja auch ein Vorteil, dass sie in einer grünen Um­ge­bung wohnen (Az. 13 S 10117/99). Laub muss daher ak­zep­tiert werden – in der Regel ohne Entschädigung.

Das gilt auch, wenn es im Gar­ten­teich oder in der Dachrinne landet: Nicht der Nachbar muss es herausfischen, sondern der Besitzer selbst (OLG Düsseldorf, Az. 9 U 10/ 95). Nur bei wesentlichen Beeinträchtigungen gibt es Schadener­satz, zum Beispiel wenn Laub oder Nadeln mehrmals die Dach­rin­ne verstopfen. Dann kann der Nachbar verlangen, dass ihm die Reinigungskosten ersetzt werden (BGH, Az. V ZR 102/03).

Den Baum zurückzu­schneiden, kommt meist nicht infrage, auch nicht bei erhöhtem Laubbefall, urteilte das Oberlandesgericht Frankfurt. Da müsse die Beeinträch­tigung schon „extrem“ sein (Az. 23 U 68/92). Das ist zum Beispiel dann so, wenn Äste weit aufs Grundstück ragen und stören – dass sie dem Nachbarn nicht gefallen, reicht aber nicht.

Wenn sie so viel Schatten werfen, dass kaum noch etwas wachsen kann oder die Baumwurzeln dem Garten nebenan das Wasser entziehen, müssen Äste abgesägt oder der Baum sogar gefällt werden (Bundesge­richts­hof, Az. V ZR 102/03).

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