Glossar: Weizen

Bezeichnung: Weizenbier, auch Weiße oder Weißbier genannt. Aber nicht zu verwechseln mit der Berliner Weiße.

Verbreitung: Die meisten Weizenbiere kommen aus Bayern. Von dort aus haben sie sich in den letzten Jahren nach Norden ausgebreitet.

Biergattung: Vollbier.

Stammwürze: 11 bis 16 Prozent.

Alkoholgehalt: Etwa 5,4 Prozent.

Bierart: Obergärig. Das bedeutet, die verwendete Hefesorte setzt sich oben ab.

Charakteristik: Aufgrund der obergärigen Brauweise hat Weizen relativ viel Kohlensäure und schmeckt würzig und/oder fruchtig-frisch.

Sorten: Neben hellem Hefeweizen, das über 80 Prozent ausmacht, gibt es dunkles Hefeweizen, Kristallweizen, Light, Alkoholfrei und Bock (mindestens 16 Prozent Stammwürze).

Gemäß der Malzsorte kann helles Weizen sehr hell bis relativ dunkel sein, dunkles Weizen ist tiefdunkel. Gefiltert ist Weizenbier als Kristallweizen, ungefiltert als trübes Hefeweizen erhältlich.

Braumalz: Das ist zum Keimen gebrachtes und anschließend getrocknetes (gedarrtes) Getreide (zum Beispiel Weizen und Gerste).

Durch das Keimen bildet sich ein Enzym, das die Stärke im Getreide in Malzzucker umwandelt und dadurch vergärbar macht. Bei Weizenbier muss der Weizenmalzanteil mindestens 50 Prozent betragen, der Rest ist Gerstenmalz.

Einschenken: Zuerst das Glas kalt ausspülen. Dann Glas und Flasche leicht schräg halten und langsam einschenken. So bildet sich die typische Schaumkrone.

Bierpflege: Weizen schmeckt am besten gut gekühlt in einem Weißbierglas – ohne Zitronenscheibe. Sie verfälscht den Geschmack und schrumpft die Schaumkrone. Auch Salz- oder Reiskörner sorgen nur dafür, dass die Kohlensäure schneller entweicht, das Bier schal wird.

Weizen historisch: Mit dem Wittelsbacher Weizenmonopol von 1602 wurde das Brauen von Weizenbier zum Hoheitsrecht des bayerischen Herrscherhauses. 1605 gründete Herzog Maximilian in München – an dem Ort, wo heute das weltberühmte Hofbräuhaus steht – das „Weisse-Bräuhaus“. Mitte des 18. Jahrhunderts kam das kurfürstliche Weißbier aus der Mode, sodass es als Einnahmequelle nichts mehr hergab und das Herrscherhaus das Recht, Weizenbier zu produzieren, auf alle Brauer ausdehnte.

Weizen heute: Nach Pils (66,9 Prozent) und Export (9,5 Prozent) wird Weizenbier mit 6 Prozent am meisten verkauft. Rund 14 Millionen Deutsche lassen sich das Obergärige mehr oder weniger regelmäßig schmecken, darunter auch viele Frauen (ihr Anteil: 43 Prozent).

Weitere Informationen bietet der Deutsche Brauer-Bund unter www.deutsches-bier.net

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