Helfen und verdienen Meldung

Der Dritten Welt helfen und damit Geld verdienen: Das geht mit Organisationen, die Mikrokredite vergeben. Sie finanzieren Kleinunternehmer, zum Beispiel Frauen in Bangladesh, die sich mit einer Nähmaschine selbststän­dig machen. Lokale Banken geben dafür kaum Geld, weil Sicherheiten fehlen. Dabei reichen oft schon wenige Hundert Euro für den Aufbau einer Existenz. Die UNO hat 2005 zum Jahr der Kleinstkredite erklärt. Für private Anleger gibt es wenige Möglichkeiten, sich zu engagieren:

Oikocredit ist eine ökumenische Genossenschaft aus den Niederlan­den. In Deutschland hat sie rund 11 000 Mitglieder. Kredite werden vor allem an Frauen vergeben. „90 Prozent der Darlehen werden zurückgezahlt“, berichtet Siegwart Kriebel vom Förderkreis Nordost. Privatanleger können sich ab 200 Euro beteiligen. Sie erwerben Genossenschaftsanteile. Die Verzinsung beträgt nur 2 Prozent. „Mehr ist nicht möglich, aber Verluste haben wir in 30 Jahren bisher nicht erlebt“, erklärt Kriebel. Der Kauf läuft über einen der regionalen Förderkreise.

ProCredit Holding: Die Frankfurter Firma hat ein Netz von 19 Mikrofinanz-Banken in Entwicklungsländern aufgebaut. Derzeit stehen Kredite über 950 Millionen Euro in den Büchern. Träger sind unter anderem die bundeseigene KfW-Entwicklungsbank, die zur Weltbank gehörende International Finance Corporation sowie die International Projekt Consult des Firmengründers Claus-Peter Zeitinger. Sie hat eine Inhaberschuldverschreibung platziert, die sich bei drei Jahren Laufzeit mit 5 Prozent, bei sechs Jahren mit 6,5 Prozent verzinst, Mindestanlage sind 10 000 Euro. Für Juni ist die Ausgabe von Genussscheinen geplant, die Sparer ab 5 000 Euro erwerben können. Die Bonität der ProCredit wurde von der Agentur Fitch mit BBB– eingestuft, was noch als gut gelten kann.

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