Heizungspumpen Test

Neben Öl oder Gas verbraucht eine Heizung Strom für die Pumpe, die den Heizkreislauf in Gang hält. Alte Pumpen sind oft Stromfresser und zählen zum alten Eisen. Im Test fanden wir drei sehr sparsame.

Sie arbeitet meist geräuschlos im Dunkeln. Viele Hausbesitzer denken kaum noch daran, dass sie überhaupt existiert. Aber ohne sie bliebe die Wohnung im Winter kalt – trotz eines funktionierenden Heizkessels. Die Dienste der tüchtigen Unbekannten gehen ins Geld, vor allem dann, wenn sie schon in die Jahre gekommen ist. Sie steht unter Strom, der bezahlt werden muss. Aber wie hoch die Stromkosten für sie sind, wissen die wenigsten. Wer der Gesuchten nahetreten will, der muss in den Heizkeller gehen. Dort ist sie für die Hausbewohner tätig – tagaus, tagein. Und um sie geht es in diesem Test – die Heizungspumpe.

Herz jeder Heizanlage

Heizungspumpen Test

Die Heizungspumpe hält den Kreislauf des Heizwassers vom Kessel zu den Heizkörpern und zurück in Gang.

Die Heizungspumpe hält den Kreislauf des Heizwassers vom Kessel zu den Heizkörpern und zurück in Gang.

Auf den ersten Blick wirkt die Umwälzpumpe unscheinbar, aber sie ist das Herz jeder Heizanlage: Sie hält den Kreislauf des Heizwassers in Schwung, das die Wärme vom Kessel zu den Heizkörpern transportiert, abgekühlt zum Wärmeerzeuger zurückfließt und in ihm wieder erhitzt wird (siehe Infografik).

Die Heizungspumpe ist eine Dauerläuferin. Solange die Heizung für Wärme im Haus sorgt, so lange wälzt sie das Wasser im Rohrnetz um. Etwa 6 000 Betriebsstunden pro Heizperiode kommen dabei zusammen. Da überrascht es nicht, dass eine betagte, ungeregelte Standardpumpe ein wahrer Stromfresser ist. Koste es, was es wolle, drückt sie das Wasser durch die Leitungen – unnötigerweise stets mit voller Leistung. Veränderte Druckverhältnisse, zum Beispiel wenn die Thermostatventile an den Heizkörpern den Wasserdurchfluss drosseln, verringern den Stromverbrauch nicht. Das ist ärgerlich für den Verbraucher.

Es macht sich deshalb schnell bezahlt, mit dem Stromsparen im Keller zu beginnen. Eine Pumpe alter Technik erhöht die jährliche Stromrechnung je nach Größe der Heizung um 100 bis 150 Euro. Das sind oft höhere Stromkosten als für Kühlschrank oder Gefriergerät, die elektrischen Dauerläufer in der Küche. In 20 Jahren summieren sich so unnötig hohe Stromkosten von 2 000 bis 3 000 Euro. Pumpen der neuesten Generation verbrauchen nur noch einen Bruchteil der Kilowattstundenzahl. Der Austausch Alt gegen Neu rechnet sich immer, egal welcher Pumpentyp am Ende das Rennen macht. Wir haben für diesen Test je drei Modelle von drei verschiedenen Pumpenarten geprüft.

Ungeregelte Standardpumpen

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Ihr Funktionsprinzip gleicht meist dem eingebauter Altpumpen. Aber mit ihnen lassen sich bereits Spareffekte erzielen, wenn der Heizungsinstallateur beim Einbau gleichzeitig eine Feinabstimmung von Rohrnetz, Thermostatventilen, zentraler Regelung und Umwälzpumpe vornimmt (siehe „Hydraulischer Abgleich“).

Letztlich führt der Abgleich zu Energieeinsparungen. Ihn setzt die KfW-Förderbank seit kurzem voraus, wenn sie Heizungssanierungen mit staatlichen Fördergeldern unterstützt. Die neue, exakt ausgelegte Pumpe wird in den meisten Fällen kleiner sein als die alte. Wegen einberechneter Reserven der Planer, so genannter Angstzuschläge, wurden Pumpen früher vielfach überdimensioniert: Trotz eventueller Planungsfehler sollte die gute Stube warm werden. Die drei ungeregelten Pumpen im Test – Grundfos UPS, Wilo Star-RS und Wita – beurteilten wir im Prüfpunkt Energieeffizienz mit „befriedigend“. Sie sind schon für rund 100 bis 180 Euro zu haben.

Geregelte Standardpumpen

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Noch höhere Einsparungen gegenüber dem Alt­zustand versprechen Pumpen, die sich selbsttätig den unterschiedlichen Druckverhältnissen im Heizsystem anpassen. Wenn weniger Wärme in den Räumen gebraucht wird, verringern sie die Leistung (konstant druckgeregelt) oder zusätzlich auch noch den Wasserdruck (proportional druckgeregelt). Dadurch sinkt auch der Stromverbrauch erfreulich.

Der variable Betrieb ist entscheidend, weil die Pumpe etwa drei Viertel der Heizperiode in Teillast arbeitet, also mit höchstens dem halben Wasserdurchfluss des maximal möglichen. Nur in sechs Prozent der Betriebszeit läuft sie mit voller Leistung. Im Test schafften zwei der drei geregelten Standardpumpen eine „gute“ Energieeffizienz. Der Jahresstromverbrauch für ein typisches Einfamilienhaus lag bei Grundfos Alpha+25 und Wilo Star-E bei knapp 150 Kilowattstunden, rund 28 Euro. Das sind etwa 20 bis 30 Prozent der jährlichen Stromkosten einer alten Pumpe. Mit 309 Kilowattstunden kam die geregelte Pumpe von Watts auf einen doppelt so hohen Verbrauch wie die Mitkonkurrenten. Das heißt nur „ausreichend“ in der Energieeffizienz und im test-Qualitätsurteil. Geregelte Pumpen, die mit „gut“ bewertet wurden, gibt es für rund 230 Euro zuzüglich der Montagekosten durch einen Heizungsfachmann.

Geregelte Hocheffizienzpumpen

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Weit größere Stromsparpotenziale erzielten auf unserem Prüfstand die drei Hocheffizienzpumpen. Dank optimierter Motortechnik gingen sie als Einzige mit einem „Sehr gut“ aus dem Pumpentest. Für sie berechneten wir Stromkosten in einem typischen Eigenheim von 238 bis 345 Euro in 20 Jahren. Bei einer zu großen, ungeregelten Heizungspumpe, wie sie allzu oft noch heute unbeachtet ihre Arbeit verrichtet, sind diese Stromkosten schon nach zwei bis vier Jahren erreicht.

Vom Stromfresser zum Spitzensparer

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Typischer Stromverbrauch in kWh und Stromkosten in Euro pro Jahr in einem Einfamilienhaus mit 3 Personen.

Typischer Stromverbrauch in kWh und Stromkosten in Euro pro Jahr in einem Einfamilienhaus mit 3 Personen.

Wer nach Stromsparquellen sucht, kommt um einen Pumpentausch nicht herum. Auf einen Schlag sieht die Stromrechnung dann freundlicher aus. Das zeigt die Grafik links: Die Pumpe steigt vom Stromfresser zum Spitzensparer auf. Der Jahresverbrauch der neuen Pumpe macht nur noch ein Viertel oder weniger des bisherigen aus. Solch ein hoher Sparerfolg ist bei großen elektrischen Haushaltsgeräten kaum zu erreichen. Bei ihnen verringert meist erst der Ersatz eines kaputten Altgeräts den Stromverbrauch. Aber Heizungspumpen sind robust und langlebig. Energiesparer sollten deshalb nicht bis zu deren Lebensende mit einem Austausch warten.

A steht für extreme Stromsparer

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Energielabel: Effizienzklasse A signalisiert sehr geringen Stromverbrauch.

Wie Kühlschrank und Waschmaschine sind auch die meisten Heizungspumpen mit einem europaweit einheitlichen Energielabel gekennzeichnet, allerdings freiwillig. Das A steht für einen geringen Stromverbrauch. Zur A-Klasse zählen im Test die drei Hocheffizienzpumpen Grundfos Alpha Pro, Wilo Stratos Eco und Biral Typ A12-1. Ihre niedrigste Leistung liegt bei unter 10 Watt. LED-Anzeigen an der Grundfos- und der Biral-Pumpe informieren interessierte Energiesparer über die aktuelle Leistungsaufnahme oder über die Fördermenge und Betriebsart. So werden Leistung und Stromverbrauch der bislang unbeachteten Kellerkinder deutlich und ablesbar. Ebenfalls stufenlos ist der Leistungsbereich bei den geregelten Standardpumpen. Er beginnt bei den im Test mit „gut“ beurteilten Grundfos Alpha+25 und Wilo Star-E erst bei 20 Watt. Sie tragen ein Energielabel der B-Klasse.

Tipp: Vor allem in modernen kompakten Gas- oder Ölheizkesseln ist die Umwälzpumpe Bestandteil des Kessels und unter dem Gehäuse verborgen. Informieren Sie sich vor dem Kesselkauf über die Leistungsaufnahme und die Energieeffizienzklasse der Pumpe. Mit dem Heizkessel entscheiden Sie auch über den künftigen Stromverbrauch der Heizanlage.

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