Heizungsmodernisierung Meldung

Corinna Bienger ist jetzt unabhängig vom Öl. Sie heizt nur noch mit Sonnenenergie und mit gepressten Holzresten.

7 500 Euro Zuschuss zahlt der Staat Corinna Bienger für die Modernisierung ihrer Heizanlage. Jetzt hat sie kostenlos warmes Wasser.

„Jetzt im Mai erwärmt die Solaranlage das Wasser völlig allein“, schwärmt Corinna Bienger von ihrer neuen Heiztechnik. „Und auch in den ersten Monaten im Frühjahr hat die Heizung nur ein paar Pellets verbraucht. Die Aufregung um die hohen Ölpreise kann mir egal sein.“

Das Haus aus den 60er Jahren, in dem die Besitzerin mit Tochter Sabrina wohnt, wurde im letzten Jahr komplett saniert. Der alte „Öldinosaurier“ im Heizkeller flog raus. Ihn ersetzen eine Solaranlage auf dem Dach und im Keller ein Kessel zum Verbrennen von Pellets, kleinen Stückchen aus gepressten Sägespänen oder Waldholzresten.

Bienger ließ auch das Dach neu decken und dämmen und die ehemals gelb verklinkerte Fassade mit einem Wärmeschutz ummanteln und neu verputzen.

Jetzt verbraucht das Haus nur noch knapp 32 Kilowattstunden Primärenergie pro Quadratmeter und Jahr. Für einen Neubau wären nach der Energieeinsparverordnung bis zu 108 Kilowattstunden erlaubt.

Bienger ist eine der ersten Hausbesitzerinnen, die von den aufgestockten Fördermitteln im „Marktanreizprogramm“ des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) profitiert.

„Neu in unserem Programm ist, dass wir die Heizanlage nicht mehr für sich allein betrachten, sondern ihr Zusammenspiel mit der gesamten Peripherie im Haus“, sagt Gerhard Schallenberg, Leiter der Abteilung „Erneuerbare Energien“ beim Bafa.

Die Förderrichtlinien sehen deshalb für besonders gut gedämmte Häuser wie das von Corinna Bienger einen Effizienzbonus vor: Je weniger Energie durch Dach und Außenwände verlorengeht, desto mehr Zuschuss gibt es für die Heizung.

Zuschuss deckt ein Viertel der Kosten

Für ein Haus wie das von Bienger, das vor 1995 gebaut wurde und mindestens 30 Prozent weniger Energie verbraucht als ein normaler Neubau, gibt es zur Basisförderung einen Effizienzbonus in gleicher Höhe dazu: Für eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung sind das beispielsweise 210 Euro statt 105 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche und für einen Pelletkessel bis zu 5 000 Euro statt 2 500 Euro.

Corinna Bienger hat für ihre Solaranlage mit 16 Quadratmeter Kollektorfläche 3 360 Euro bekommen (210 Ä 16), für den Pelletkessel 4 000 Euro und 200 Euro, weil sie eine Umwälzpumpe mit Energieeffizienzklasse A eingebaut hat – macht zusammen genau 7 560 Euro.

„Ich habe zwar insgesamt 30 000 Euro für die neue Heizung gezahlt – mit 7 500 Euro bekomme ich aber ein Viertel davon als Zuschuss wieder zurück“, sagt Corinna Bienger. „Und der Rest wird über die eingesparten Heizölkosten sicher auch schnell wieder reinkommen.“

Es geht auch ohne Superdämmung

Auch wer nicht gleich sein ganzes Haus saniert und extra gut dämmt, erhält eine höhere Förderung als bisher, wenn er darauf achtet, Solaranlage oder Pelletheizung möglichst effizient einzusetzen.

  • Das Bafa überweist einen Kesselaustauschbonus in Höhe von 750 Euro, wenn gleichzeitig mit einer Solaranlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung ein neuer Brennwertkessel eingebaut wird.
  • Wer eine Solaranlage mit einem Pelletofen oder -kessel oder mit einer Wärmepumpe kombiniert, kann den „Kombinationsbonus“ beantragen.
  • Auch den Extrabonus für effiziente Umwälzpumpen und besonders effiziente Solarkollektorpumpen gibt es für Häuser ohne Superdämmung (siehe Tabelle).

Förderbeispiel
Ein alter Ölkessel wird ersetzt durch ein modernes Brennwertgerät mit Solaranlage
(12 Quadratmeter Kollektorfläche).

Basisförderung:
12 m² Kollektorfläche x 105 Euro: 1 260 Euro
Kesselaustauschbonus: 750 Euro
Umwälzpumpenbonus: 200 Euro
Gesamtförderung: 2 210 Euro

Zuschuss auch für Wärmepumpen

Sogar Wärmepumpen, die Wärme aus der Luft oder dem Erdreich ins Haus befördern, werden im neuen Förderprogramm bezuschusst. Da längst nicht alle Geräte effizient arbeiten und wenig Strom verbrauchen, gelten strenge Anforderungen.

Die sogenannte Jahresarbeitszahl einer Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe im Altbau muss beispielsweise mindestens eine 3,7 erreichen – bei 55° C Vorlauftemperatur. Die meisten Geräte schaffen das derzeit nicht.

Wie effektiv die geförderten Wärmepumpen in der Praxis tatsächlich sind, will das Bafa zudem nach einem Jahr untersuchen. „Wir hoffen, damit Bewegung in den Markt zu bringen und die technologische Entwicklung bei den Wärmepumpen anzutreiben“, sagt Schallenberg.

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